winterlicher Salat mit Granatapfel und karamellisierten Brotstückchen

Insalata Di Bruno Marso Granat.salat mit karamellisierten Brotstückchen

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 Jedes Mal ist’s dasselbe

Ich kann nichts dagegen tun. Es geschieht, wie von selbst. Ich kann es einfach nicht kontrollieren. Zu Anfang amüsiert es mich noch aber schon bald darauf gerät es zu einer Art Zwang. Ich fühle, es artet aus. Mal wieder! Ich verliere die Kontrolle. Och, nö! Schleichend beginnt es mich ganz wahnsinnig zu machen. Ein seufzendes „äh“ entfährt mir. Ich halte tapfer durch. Ich versuche mich zusammenzureißen. Ich tue so als wäre nichts. Letztendlich aber bin ich erleichtert, wenn sie schnellst möglich alle weg und verkauft sind, so dass ich mich wieder auf andere Dinge konzentrieren kann. Der Kopf fühlt sich plötzlich so angenehm leer an. Die Gedanken, endlich sind sie wieder frei

Wovon rede ich hier eigentlich?

Natürlich von Granatäpfeln. Ich liebe diese Dinger ja sehr. Leuchtend Rote verführerische kleine Perlen. Der Apfel der Sünde. Die verbotene Frucht. Evas Verhängnis und Adam konnte wohl auch nur Kopfschüttelnd, wenngleich sabbernd daneben stehen. Ob das jetzt an dem Apfel oder an Evas Art ihn zu essen lag…Wer weiß.

Knackig, saftig, süß, gepaart mit einer Säure, die mir zärtlich, „Vitamin C“, zuhaucht. Das sind Granatäpfel. Göttlich.

Als Fast Food sind sie, im Vergleich zu anderen Obstsorten, eher ungeeignet, denn wer schon ein bis einhundert Mal einen Granatapfel gepiddelt hat, der weiß: Da kann die Technik noch so Erfolgversprechend bis ausgefeilt sein, eine Sauerei bleibt’s so oder so. Und schnell geht dann auch irgendwie anders. Aber es lohnt sich und wenn man sich klar macht worauf man sich da gleich einlässt, dann wird man nicht nur mit einer guten Portion Vitamin C belohnt, nein, man bekommt eine wahre Meditations Bombe gratis mit dazu. Denn Granatapfel piddeln: Das entspannt. Da denkst du an nichts mehr, außer an: Granatapfel. Piddeln. Granatapfel. Piddeln. „Äh“. Granatapfel. Ja, das ist einer dieser wenigen Momente, da ist man ganz bei sich…und dem Apfel.

Trotz aller Kulinarischen, visuellen und gesundheitlichen Vorteile die diese Frucht so mit sich bringt habe ich meine Lieben Probleme mit ihr. Der Teufel steckt hier im Detail, genau genommen: Der Teufel steckt hier im Namen. Wobei ich die Schuld eigentlich nicht der Frucht gebe, nicht direkt jedenfalls.Immerhin war die Frucht zuerst da und erst dann kamen Bruno Mars und sein olles Lied da her und haben alles versaut. Seit dem ist bei mir nichts mehr wie es einmal war. So ein sch*** Lied. Keinen Granatapfel kann ich seitdem mehr unschuldig betrachten. Eigentlich finde ich das Lied ja sogar ganz okay, bzw. ich finde es okay, dass es das Lied gibt. Typischer Pop Schnulz halt. Eingängig, aber irgendwie halt auch Fahrstuhl Musik. Sorry Bruno. Du bist bestimmt ein ganz wundervoller Mensch.

Eingängige Musik. Es ist ein Elend. Einmal gehört, für immer zerstört. Es ist dieses GRENADE Lied, von dem ich spreche. Es macht mich wahnsinnig. Jedes- einzelne- verdammte- Mal, wenn ich nun einen Grantapfel verkaufen soll, macht es klick in meinem Kopf. Die Platte springt an und er leihert los. Unaufhaltsam. Sofort. Ich blicke in Richtung Granatäpfel, ach quatsch ich denke lediglich den Anfang des Wortes Grana…  und in meinem Kopf kreischt es sofort los: „I’d catch a grenade for ya. Throw my Hand on a blade for ya. Lala la lala la la laa…Grenade for ya….“ Im schlimmsten, unkontrolliertesten Fall werden meine Gedanken in solchen Momenten bittere Realität. Heißt: Bruno Mars spricht dann direkt durch mich hindurch, unmittelbar hin, frontal auf den Kunden zu. Peng: „…Grenade for ya. La lala la la lala la…“, sprudet es aus mir heraus. Super. Der Kunde wiederum blickt mich darauf hin entweder a) amüsiert oder b)verwirrt an, was ich c) widerum sehr gut verstehen kann, da ich d) wirklich kein Stück weit singen kann und es folglich e) auf gar keinen Fall in der Öffentlichkeit tun möchte. Erschwerend hinzu kommt, dass ich auf der Arbeit, in der Regel, nüchtern bin, weshalb ist es mir im Normalfall ziemlich peinlich ist, wenn ich mal wieder so völlig befreit von allem los gelegt habe. Ein Marktplatz ist immerhin keine wummernde Diskothek. Der Kunde hört das, was ich da so von mir gebe ja ganz ungefiltert und volltönend. Gruselig. Aber was soll ich machen? Gerade am Anfang der Granatapfel Saison kommen solche Ausbrüche häufiger vor. Nach ein paar Wochen geht es dann so langsam. In meinem Kopf ertönt der Bruno jedoch unablässig, die ganze Saison hindurch, sobald ich einen Granatapfel bloß ansehe. Deshalb habe ich zu Hause, in der Regel, höchstens einen bis keinen von den Dingern rum liegen, außerhalb meines Blickfeldes, im Kühlschrank, ganz hinten, schön versteckt. Manchmal hole ich ihn heraus, drapiere ihn irgendwo, gut sichtbar, in der Wohnung und dann trainiere ich an ihm vorbeizugehen und dabei nicht mehr an den Bruno zu denken.

Lieben tue ich ihn natürlich trotzdem, den Granatapfel.

Wohldosiert schmeckt es ja bekanntlich auch doppelt so gut.

Gerade habe ich Urlaub.

Da gönne ich ihn mir mal, wo ich ihn sonst die Woche über nicht sehen werde.

Ach, ja und ratet mal, was diese Woche bei uns im Angebot ist…

Das ist jetzt aber wirklich nur ein Zufall,

dass ich genau in der Woche Urlaub habe…

…wäre ja auch verrückt…


So, hier nun aber endlich das Rezept, das heute Morgen, als ich mich hungrig und suchend in der Küche umsehe, so plötzlich durch den Kopf schwirrt, wie es sonst nur der Granaten Bruno in Verbindung mit den Äpfeln tut…

Und was soll ich sagen: Als ich kurz darauf das Ergebnis vor mir auf dem Teller liegen sehe, da verstummt er ganz plötzlich, der Bruno.

Ich tänzele los.

Ich hole die Kamera.

Ich betrachte den Salat mit seinen leuchtend roten Kerne.

Ich atme tief ein und was ich denke ist:

„Holiday!… Celebrate!…Holiday!…“


Insalata Di Bruno Marso
Granat.salat mit karamellisierten Brotstückchen.

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Zutaten:

1/2 Granatapfel (+ ausreichend Küchenpapier)

1 Banane                          eine Handvoll Feldsalat                   Eine dicke Scheibe Brot

1 Apfel                              ein Händchen Minze                        Agavendicksaft

1 Kiwi                                etwas Zimt                                       etwas Pflanzenmilch


Zubereitung:

Das Brot mit Pflanzenmilch beträufeln und mit Agavendicksaft bestreichen. Gerade soviel nehmen, dass das

Brot durchtränkt aber nicht ertränkt ist., sonst gibt es ne riesen Sauerei und man verschwendet gute Zutaten.

In einer Pfanne, bei mittlerer Hitze, das Brot von beiden Seiten karamellisieren lassen, aufpassen, dass es nicht zu dunkel wird oder verbrennt.

Etwas abkühlen lassen (dabei wird das Brot auch noch was fester)

Feldsalat waschen, auf einen Teller, Platte, woraus auch immer man gerade essen möchte, geben.

Apfel, Banane und Kiwi klein schnibbeln und über dem Feldsalat verteilen.

Granatapfel zur Hälfte piddeln. In die andere Hälfte, gegen den immer stärker werdenden Hunger, während des piddelns, einfach so reinbeißen (das geht tatsächlich).

Restliche Granatapfel Kerne über den Salat streuen.

Das karamellisierte Brot in Würfel schneiden und zärtlich auf dem Salat drapieren.

Ich habe etwas Zimt über den Salat gestreut, Minze und Früchte wirken recht auskühlend auf den Körper (auf meinen zumindest). Zimt hingegen wärmt.

Eine Handvoll frischer Minze zupfen und ebenfalls über den Salat streuen…

Genießen, dass jeder Bissen ein wenig anders schmeckt.


10 Kommentare zu “Insalata Di Bruno Marso Granat.salat mit karamellisierten Brotstückchen”

  1. Granatapfel ist so toll, wenn er sich aufgeschnitten mit seinen Reihen von strahlenden Rubinen zeigt, wunderschön …
    Auch hier wieder klasse Text !
    Abendliche Grüsse Matthias 😉

    Gefällt 1 Person

    1. …Die Natur ist einzigartig. Egal wie gut die Kamera ist, wie exakt die Worte sind, man kann diese Schönheit und das was man fühlt einfach nicht wieder geben…Aber man kann dankbar sein und genießen, dass es ein bisschen kribbelt, wenn Rubine strahlend leuchten, wo andere schlicht komische, rote Kerne sehen 😉
      ….noch abendlichere Grüße J.

      Gefällt 2 Personen

      1. Den Blick dahinter kann keine Kamera einfangen … Ich glaube lediglich Menschen wie Francis Bacon konnten, oder können dahinter .. Unter die Oberfläche schauen, sehen …:)
        Beinahe morgenfrische Grüsse Matthias

        Gefällt 1 Person

      2. Das sehe ich anders. Ich glaube das Jeder…Aber deshalb fand ich die Philosophie immer attraktiver als die Religion…Man muss da nicht immer einer Meinung sein 😀
        Die Uhr schlägt Mitternacht.
        Guten Morgen.
        Gute Nacht.
        🙂

        Gefällt 2 Personen

  2. Liebende Philosophin Jennifer Eva

    ….jeder wenn Er denn reif dafür ist
    Die Frucht der Erkenntnis zu kosten hat
    Wie ein Kind eben Lesen und Schreiben lernt
    Manche sogar schon vor der Einschulung
    Und Initation ist eine wahre Liebesbeziehung
    Die vielen kleinen Erkenntnisbltze in der großen
    Ganzen Frucht
    Hat je ein Erleuchteter ein Gewehr in die heilsamen Hände
    Und Schuld ist die erste Prüfung oder Lüge
    Denn „Sie verlor Ihre Unschuld“
    Als Sie Sich Ihm hingab
    Ach
    „Und Er befleckte Sie“
    Oh weh
    Das schafft Angst
    Und so ein Granatapfel
    Kann eine Handgranate sein
    Wiewohl Der Stein der Weißen
    Verbotene Früchte
    Sind ungespritzt
    Das Gift wird eben später aufgebracht
    Die Kränkung
    Schändung
    All dies Leid
    Im Obstladen
    Fleisch essender Religionen
    Fließt auch heute noch Opferblut
    Adam und Eva sind halt vegan
    Lacht
    Erwacht

    Danke
    Joachim von Herzen und zu Wissensdurst

    Gefällt 1 Person

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