Sonntags Lenz: Schlangengürkchen mit geraspelter Zucchini in AgavenSenf Marinade und dann auch noch mit Erdbeeren obendrauf

 

Schlangengurke?…Joa, die kann man sich doch so schön aufs Gesicht legen, nich? Kurz einwirken lassen und danach sieht man wieder so jung und frisch aus, wie nach einem zwei zweiwöchigen Lanzarote Strandurlaub. NaturBotox für Eilige, sozusagen aber essen? Kann man. Kann man aber auch lassen. Das Aroma eher mittelprächtig findend, biss ich auch dieses Jahr erneut in so ein Teil, in der Hoffnung, dass sich meine Geschmacksknospen das letzte Jahr über so verfeinert und verändert hätten, dass ich plötzlich „Boah, voll lecker!“ denken würde. Immerhin gab es nun erste Gurken aus Eigener Ernte. Saisonal, Regional, Phänomenal und sowieso tausend Mal aromatischer als die Wasser Gürkchen von…nun ja.

Kurz: Die heimische Gurke, sie hatte eine neue Chance verdient. Ich biss rein. Ergebnis: Naja. Schmeckt irgendwie… gurkig, hm. Nix hatte sich geändert. Wieder einmal dachte ich: Schmeckt irgendwie nach Honigmelone aber ohne Honig. Jaa, lecker. Wie so ne richtig schön herbe, unreife Melone…! Ach, nää. Weg damit. Also ab mit dem Rest, mit rein in den Smoothie, drunter geschummelt und mit viel Süß und Banane und so „abgeschmeckt“. Ergebnis: Wieder dieser unangenehme unreife Melonen Beigeschmack, man, man, man. Ach, was solls? Man kann schließlich nicht alles mögen.

Es werden andere Gurken kommen. Gurken, die um einiges knackiger und aromatischer sind. Gurken, in die man einfach so rein beißen und „Hui, lecker Gürkchen“ denken kann. Einlegegürkchen zum Beispiel. Klein, knackig und lecker. Die perfekte Gurke.

Samstag gab es ein kleines Mitarbeiter Fest auf dem BioHof. Es wurde gelacht, getrunken und gefeiert. Später wurde heimelig am Feuer zusammen gesessen und da gab es dann endlich die richtigen Gespräche. Gespräche jenseits von „Hallo wie gehts? Was machste? Oh warte, ich hol mir gerade mal noch schnell was zu trinken und sag so und so noch hallo. Ich komme gleich wieder.“ und er wart nie wieder gesehen… Der Anfang solcher „Betriebsfeiern“ gestaltet sich oft recht wuselig. Man will schließlich möglichst jeden Begrüßen und mit jedem ein paar Sätze wechseln. Wir arbeiten in überwiegend in festen Teams. Die anderen Kollegen, die von anderen Märkten oder die aus unserem Hofladen und die ganzen Feldmitarbeiter, die sieht man über das Jahr betrachtet nicht all zu häufig. Wenn man auf solchen Veranstaltungen den Anspruch hat mit jedem wenigstens drei, vier Sätze zu wechseln, puh ganz schön anstrengend. Kann man sich vorstellen, dass solche Gespräche mit jenem Vorsatz im Hinterkopf, nicht sehr in die Tiefe gehen. Später hingegen, wenn es zu dämmern beginnt und die Temperaturen fallen, dann zieht es uns alle nach und nach zu den Feuerstellen hin. Die Mitarbeiter Reihen haben sich gelichtet. Die, die noch übrig sind sitzen gemütlich bis in die Nacht hinein dicht beieinander. Man lauscht den Geschichten der Anderen. Vielleicht erzählt man selbst ein wenig von sich. Wenn man mag. Ansonsten hört man einfach zu und lässt sich ein wenig von der Harmonie und Gelassenheit die in der Luft liegen einhüllen. Es herrscht eine Atmosphäre, in die man sich so richtig einkuscheln möchte, wärmender als jede Bettdecke und so richtig zum wohlfühlen. Ganz zauberhaft solche Abende.

Jedenfalls gab es natürlich auch ein kleines Buffet, dass gar nicht mal so klein war. Auf der einen Seite wurde ziemlich viel vergrillt. Allerdings gab es auch marinierte TofuGemüsespieße. Auf der anderen Seite gab es ein ziemlich Vielfältiges kaltes Buffet, dass überraschender Weise fast ausschließlich Vegan war. Es gab kleine Feinerreien, wie lecker marinierter Spargel Erdbeersalat, plus einer riesen Schüssel voller frischer Erdbeeren. Natürlich gab es viel Rohkost, ja unter anderem auch Gurkenscheiben…Es gab verschiedene Nudel und Bulgur Salate, ein veganes Agave Senfdressing und eines mit Joghurt. Es gab ein vegetarisches Erdbeerdessert und es gab Balaklawa, für die ich mal ein veganes Auge zugedrückt habe. Das Essen war mal wieder Himmlisch lecker und alle sind hinterher satt und zufrieden gewesen.

Ich habe mich ausgiebigst am kalten Buffet gütlich getan. Ich habe mich da so richtig schön, in mehreren Runden ausgetobt, denn wenn man einen Faible hat fürs Essen und Kochen, da reicht es natürlich nicht, sich etwas vom Buffet auf den Teller zu laden, es zu verspeisen und gut. Nö, da wird erst mal fleißig gebastelt, von allem etwas genommen und nach Laune neu miteinander kombiniert. So landete im Bastelrausch die gemeine Gurkenscheibe zufällig wieder auf meinem Teller. Das Wunder geschah. Als Gemüsegrundlage für ein Löffelchen von dem Bulgur Salat, mit ein wenig Senfdressing oben drauf und mit einer dekorativen Erdbeerhälfte als Garnitur, schmeckte diese eine Gurkenscheibe plötzlich…gut, sehr gut sogar. Erstaunlich. ich teste nochmal und nochmal und nochmal. Es blieb dabei. Lecker. Lecker. Lecker. Is ja doll dachte ich. Da liegt doch noch so ne traurige Gurke seit Tage bei mir rum. Erdbeeren hab ich auch noch da, Senf sowieso, hm. Und wieder einmal bestätigte sich: Wenn man etwas nicht mag, dann hat man nur noch nicht die richtige Zubereitungsweise gefunden. Ich denke da direkt an Petersilie…aber soweit bin ich noch nicht. Die Zeit ist noch nicht reif.

Hier nun das flotte Rezept einer faulen Sonntags Jenny.

Schlangengürkchen mit geraspelter Zucchini und Erdbeeren, ach ja und mit AgavenSenf Marinade

Zutaten:

1 Schlangengurke, in Scheiben geschnitten

1-2 Zucchini, geraspelt

Erdbeeren nach belieben, halbiert

außerdem:

1 Knoblauchzehe, ein paar Löffelchen Senf (Ich hab scharfen und mittel-scharfen gemischt), Agavensirup nach belieben, Saft einer halben Zitrone (höchstens, da selbst Zuckersüße Erdbeeren einen gewissen Säure Anteil haben, dann eher mehr Abrieb hinzugeben) + Zitronen Abrieb, wer mag gibt noch ein wenig Öl und Hefeflocken dazu. Wer hoch motiviert ist röstet noch ein wenig Sesam in der Pfanne. lässt ihn mit ein wenig Agavensirup karamellisieren und hat dann hinterher ein nettes Topping.

Entweder man gibt das Zucchini Gurkengemisch zuerst in ein Sieb, da beides recht viel Flüssigkeit abgibt oder man gibt hinterher mehr Senf oder Hefeflocken hinzu, zum abbinden.

Ansonsten Gurken und Zucchini in eine Schüssel geben. Knoblauchzehe durch die Presse drücken und gemeinsam mit den anderen Zutaten in die Schüssel geben. Dann das Ganze mit der Hand oder zwei Löffeln gut durchmischen. Die Zucchini saugt super die AgavenSenf Marinade auf. Das bleibt da so richtig schön dran kleben. Zum Schluss die Erdbeerhälften zärtlich drunter heben. Fertig. Entweder direkt aus der Schüssel futtern oder sich dann doch noch dazu aufraffen, nett anzurichten, ein paar Fotos zu machen und nebenbei aus der Schüssel zu naschen.

Genießen und weiter faul sein…

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3 Kommentare zu “Sonntags Lenz: Schlangengürkchen mit geraspelter Zucchini in AgavenSenf Marinade und dann auch noch mit Erdbeeren obendrauf”

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