The Bird and Me…Undercover Einkauf.

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Nudeln, Rote Bete Blätter und Kohlrabi. Ganz Hübsch

Die Uhr schlug Sieben. Wir gingen los. Pünktlich…Ausnahmsweise. Der Vogel flog voraus. Ich folgte zügig mit gesenktem Kopf. Es ist zu hell dachte ich als ich die Straße betrat. Ich hoffte, dass alles gut gehen würde. Die Straßen waren leer. Es war ruhig. Zu ruhig vielleicht? Ich versuchte den Gedanken abzuschütteln. Meine Schritten hallten unerbittlich durch die Stille. Es war wohlüberlegt. Der Plan war gut. Es war nicht das erste Mal… unversehens stand ich vor der ersten Tür. Soweit, so gut beruhigte ich mich und öffnete entschlossen die Tür. Ich stahl mich den Gang entlang. Auch hier war es ruhig. Gut so. Ab und an durchbrach ein gleichmäßiges piepsen die Stille. Ich kannte es. Es war ok. Am Ende des Ganges blieb ich stehen, lugte vorsichtig um die Ecke. Wo war der Vogel? Mein Auge zuckte nervös. Ich spürte wie mir eine Schweißperle über die Stirn rann. Das war aber auch heiß unter diesem Mantel… Ich starrte gebannt auf die Glastür, sah zu wie sie sich hypnotisch öffnete und wieder schloss. Wo war nur der Vogel? Schließlich fand ich ihn. Die Glastür öffnete sich. Jemand kam heraus. Der Vogel kam plötzlich hinter einem der Kartons zum Vorschein, setze zum hektischen Sturzflug durch die sich gerade wieder schließen wollende Glastür an, schlug, wohl weil er merkte, dass es knapp würde, immer wilder mit den Flügeln, wollte so wohl nochmals beschleunigen und, ooh, das wird eng… Ich kniff die Augen zusammen und sah nicht hin. Doch das erwartete platsch blieb aus. Vorsichtig öffnete ich ein Auge und da lag er dann. Zwei Meter von mir entfernt, leicht zerzaust, mitten im Gang, alle Viere von sich gestreckt. Die übergroße alte Sonnenbrille hing ihm schief auf der Nase. Er atmete recht hektisch. So was… Schmunzelnd hielt ich die Hand vor den Mund. Der Vogel fing sich kurz darauf wieder. Schnell stand er auf, streifte sich eine herunterhängende schillernde Federsträhne aus dem Gesicht und richtete die Sonnenbrille. Verstohlen blickte er sich nach allen Seiten um. Niemand zu sehen. Plötzlich nahm er eine betont lässige Haltung an und machte eine Bewegung, die an ein zu tief geratenes High Five erinnerte. Ich schüttelte den Kopf. Dieser Vogel. Ich pfiff. Er sah mich. Wirkte im ersten Moment leicht erschrocken, dann ganz cool. Seine Kralle formte ein ok. Er nickte leicht. Ich sah mich ebenfalls noch einmal um, nickte schließlich zurück. Ich schlug den Kragen hoch, zog die Kappe etwas tiefer ins Gesicht, richtete ebenfalls nochmal die Sonnenbrille. Jetzt oder nie… Zügig bog ich um die Ecke, bedeutete dem Vogel, dabei gleichzeitig mit dem Zeigefinger, es mir gleich zu tun. Wir marschierten los. Zügig eilten wir durch die Glastür, in das grelle Neonlicht hinein, dass uns der dunkler Gläser zum Trotz unangenehm in den Augen brannte. Mit dem Durchschreiten der Glastür wurde die Anspannung  greifbar. Unsere Hände begannen zu schwitzten, der Mund wurde ganz trocken. Ich versuchte ganz ruhig weiter zu atmen. Der Vogel flog gegen einen unbewachten Rollator. Ich stöhnte. War ja klar. Rasch sah ich nach allen Seiten. Niemand zu sehen. „Was machst du denn?“  flüsterte ich dem Vogel zu. „Unauffällig! Weißt du noch?!“ Doch der Vogel hörte nicht. Er begann zu hyperventilieren. Auch das noch. Man, man, man. „Jetzt reiß dich mal zusammen!“ zischte ich ihm zu. Wir haben es doch gleich geschafft. Er nickte bleich, taumelte trotzdem von rechts nach links und machte keine Anstalten den Ziel-Plan einzuhalten. „Ach, du“. stöhnte ich und verdrehte die Augen. Kurzerhand packte ich ihn und setze ihn auf meine Schulter. Vögel! Dachte ich kopfschüttelnd. Keine Zeit für Diskussionen. Dann ging tatsächlich alles ganz schnell. Wir erreichten unser erstes Ziel. Ich griff ins Regal, nahm weswegen ich gekommen war. Sah mich noch einmal um. Der Laden war wirklich angenehm leer. Schon von weiten sah ich, die Kassiererin gelangweilt an der Kasse sitzen. Vorfreude machte sich in mir breit. Der Plan war super. „Vogel, flüsterte ich. Vogel, gleich haben wir es geschafft. Nur noch der eine Gang.“ Doch dann. Mein Herz pochte. Die Glastür öffnete sich und ein gepflegter Mitvierziger samt, mir sehr wohl vertrauter rot-blauer Curver Kiste, betrat in gewohnt lässiger Manier, den Raum. Unweigerlich richtete ich mich auf und nahm Damen Haltung an, dachte aber gleichzeitig Oh, Shit… doch nicht DER. Die Gedanken rasten im Sekundentakt. Was nun? Ablenkungsmanöver?… Ich warf einen Blick auf den Vogel, der immer noch ziemlich belämmert auf meiner Schulter hing und ab und zu mal aufstieß. Ich sah ins Nirgendwo und seufzte. Zwecklos…  Von links sah ich den Rollator, samt dazugehörigem Rentner, zielsicher auf die Kasse zu steuern. Er war nicht schnell aber er hatte Vorsprung. Ich könnte es schaffen aber der Vogel hatte seine Aufgabe nicht erfüllt. Etwas fehlte noch. Ich würde es nicht schaffen, es zu holen UND vor dem Opi an der Kasse zu sein und jeden Moment könnte der Mittvierziger um die Ecke biegen uns sehen. Der Opi hatte nicht viel. Aber das Kleingeld dachte ich…Nein, das Risiko war zu groß. Die Entscheidung war gefallen. Ich raffte unsere Sachen zusammen hechtete zur Kasse und schaffte es noch so gerade eben vor dem Opi meine Ware aufs Band zu legen. Leicht außer Atem grüßte ich die Kassiererin. Ausdruckslos blickte sie mich an. Zunächst. Dann änderte sich ihr Blick. Sie begann die Sachen über das Band zu ziehen „Bar oder mit Karte?“ fragte sie und starrte uns nicht mehr ganz so ausdruckslos an „Bar.“ flüsterte ich,  nahm zügig das Rückgeld entgegen und zack waren wir durch die Tür. Puh. Ich dachte an den Blick der Kassiererin. Spürte noch immer wie sie uns nachsah. Ja, ja, dachte ich leichthin. Noch nie ne Frau mit Vogel gesehen, wie?

IMG_20150730_163346 „Du, Rohva?“ sprach der Vogel als, wir es uns später bei einem Gläschen auf dem Balkon gemütlich gemacht hatten. „Ja, Vogel?“ Er zögerte. „ Meinst du nicht, es sei… leichter , einfach in eine andere Stadt zu ziehen, da wo uns niemand kennt und wo es den Leuten egal ist, wo wir einkaufen? Ich meine, so ein Aufwand…für ein paar Kohlrabi?“ Ich überlegte, ließ dabei meinen Blick über die selig vor sich hin schlummernde Stadt gleiten. Ich betrachtete die angedeutete grüne Landschaft die in der Ferne lag und ich sah die Berge, wie sie friedlich in die Höhe ragten, während hinter ihnen die Sonne langsam unterging. „Ja, sagte ich leise. Einfacher wäre es schon…“ Der Vogel war meinem Blick gefolgt. Wir sprachen nicht mehr davon.

Zum Rezept.


Nudeln mit Kohlrabi-Mandel Pesto

an Rote Bete Blatt und rosé Kohlrabi

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Zutaten:                                              Außerdem:

Ein Paket Nudeln                             Salz, Pfeffer, Muskatnuss, etwas Kümmel u. Curry

Zwei Kohlrabi                                   zwei Knoblauchzehen

Ein Bund Rote Bete Grün              Saft und Abrieb einer Zitrone + extra Zitrone

eine Handvoll Mandeln                 Hefe oder Haferflocken

                                etwas Agavendicksaft

Zubereitung:

Rote Bete Grün waschen, die Blätter von den Stielen trennen. Stiele kleinhacken, in eine Pfanne geben.

Kohlrabi schälen (Hier zwei große) Etwas mehr als Eine davon in Mundgerechte Stücke schneiden, mit in die Pfanne geben. Etwas Wasser dazu, eine Spur Agavendicksaft über das Gemüse ziehen, Deckel drauf, ca. zehn Minuten weich dünsten. (perfektes Zusammenspiel mit der Nudel Zubereitung) Währenddessen die Rote Bete Blätter klein zupfen und zum Schluss unter das Gemüse heben wieder Deckel drauf und nach belieben biss-fester oder weicher dünsten. Den Rest der Kohlrabi in Zerkleinerer freundliche Stücke schneiden.

Für das Pesto:

Mandeln ebenfalls in Zerkleinerer freundliche Stücke hacken. Klein-mahlen. Anschließend alle Gewürze und die Zirtonenschale dazu geben. Nochmals fein mahlen. Nun die feingeschnittenen Kohlrabi, den Knoblauch und den Zitronensaft dazu geben und Feinpürieren. Ein Teil des Pestos unter das Gemüse heben. Den Rest mit den Nudeln vermengen. Probieren, evtl. nachwürzen. Zum abbinden oder aus purer Lust Haferparmesam/ Hefeflocken und einen guten Schuss Zitrone über Nudeln und Gemüse geben.

RB.

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