veganes Karacho! Chili mit Mango

!Karacho! Chili mit Mango. Ay Karamba!

Auch aus „unschöner“ Ware lässt sich noch was Leckeres zaubern.

 

Ware, die wir am Markstand nicht mehr verkaufen können wird aussortiert. Am häufigsten betrifft das wohl Paprika und ganz aktuell, Tomaten, beides kleine Sensibelchen. Die bekommen schnell Druckstellen, kleine Katsche oder Faul Stellen. Man kann versuchen sie den Kunden Günstiger anzubieten aber meistens lautet die Antwort dann: „Ne, ich will die noch was aufbewahren. Lieber ne Andere.“

Frische Lebensmittel sind oftmals eine empfindliche Ware. Da bilden auch Obst und Gemüse keine Ausnahme. Wenn es aus eigenem Anbau stammt, was zur Zeit für den Großteil der Ware zutrifft, sind die Sachen natürlich robuster. Sie sind Feldfrisch und sie haben fast keinen Transport Weg hinter sich. Das ist der Idealfall.

Das gilt leider nicht für Aprikosen, Melonen, Pfirsiche  und Nektarinen, die aus Spanien, Italien oder Frankreich eingefahren werden. Die Zwiebeln stammen zur Zeit aus Ägypten, Äpfel und Mangos kommen mit dem Schiff aus Neuseeland, Zweitere aus Peru und die deutschen Bananen sind bisher auch noch nicht reif.

Es ist dabei ein Schmaler Grat zu entscheiden, wann die Ware geerntet wird, nämlich so, dass sie möglichst reif aber dennoch Transport- und Lagerfähig ist. Zum einen hat es die Natur nicht so eingerichtet, dass Gemüse und Obst unreif vom Baum fällt, geschweige denn verzehrt wird. Eine Ausnahme bildet die Avocado, die der Baum tatsächlich unreif abwirft. Zum anderen besteht die Gefahr, dass die Ware, einmal geerntet nicht mehr richtig nachreift. Dann wäre der ganze ökologisch/Ökonomische Aufwand für die Katz. Einige Kunden greifen aus diesen Gründen nur noch zu regionalen Produkten, noch weniger nur noch zu Produkten die aus eigenem Anbau stammen. Die Zahl mag steigen aber es sind dennoch Wenige.

Wenn man sich nun den Elan-vollen Fahrer vorstellt, wie er munter und beschwingt mit den zarten Nektarinen oder Aprikosen die holprigen Straßen des Lebens entlang brettert oder, sobald man sich die Äpfel und Bananen vor Augen führt, wie sie, den Gezeiten trotzend, dicht aneinander gekuschelt in ihren Kisten verweilen, wobei sie sich gegenseitig Halt zu geben versuchen…Mal ganz abgesehen davon, dass sie einmal bei uns angekommen, hier ebenfalls mehrfach gepackt und hin und her gereicht wird. Da kommt es zwangsläufig zu einigen Obst und Gemüse Verletzten.

…Und wenn der Kunde Sie nicht haben möchte, dann sind wir Biohöfler gerne dazu bereit ihnen ein neues zu Hause zu geben. Sowieso, Sie sind stärker als man glaubt. Wenn die kleinen Stellen sofort heraus geschnitten werden, halten sich die Sachen sogar noch einige Tage.

Manchmal stehen wir mittags, alle gemeinsam, vor der Kiste, besehen uns die Verletzten und da werden wir ganz traurig. Man kann sie nicht alle Retten… Einige sind leider nicht mehr zu retten und Andere passen leider nicht mehr in den Kühlschrank, auch, wenn wir mittlerweile wohl alle große Meister darin sind Gemüsestraßen um unsere Kühlschränke herum zu errichten 😉 Immerhin beruhigt es uns zu wissen, dass „diese Anderen“ einmal einen vorzüglichen Kompost abgeben werden, bei uns auf dem Hof. Und so schließt sich der ewige organische Kreis.

Neulich waren es ein kränkelder Mais und eine Peperoni, eine verletze Mango, ein paar lädierte Ochsenherz Tomaten, sowie eine angeschlagene grüne Paprika, die mein Herz so sehr rührten, dass ich sie einfach mit nach Hause nehmen musste. Dort haben ich liebevoll ihre Wunden versorgt und plötzlich zwitscherte mir ein Vogel entgegen: „Ay Karamba und Karacho. Chiiili!“ „Hm?“ Fragte ich geistesabwesend, während ich gerade eine der Tomaten flickte. “ Wir könnten doch alle zusammen ein Chili machen?!“ Unbeholfen flatterte das Vögelchen vor meinem Kopf auf und ab „Und die Mango…die kann mitmachen.“ „Chili?“ raunte ich konzentriert. „Bei den Temperaturen?“ „Warum denn nicht?“ fragte der Vogel beschwingt und landete nun direkt vor mir, auf der Tomate. Warum denn nicht…? Gleichmütig zuckte ich mit den Schultern. „Ja. Warum denn nicht… Bekämpfen wir also Feuer mit Feuer.“ gab ich schließlich amüsiert zurück und versetzte der Tomate einen liebevollen Klaps.

Karacho Chili mit Mango

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Man braucht: (Für eine ganze Pfanne Chili)

4 große Ochsenherz Tomaten, das sind sehr aromatische Fleischtomaten, diese in einer Schale klein schnippeln, wir haben dazu die Schere genommen, 1 in feine Streifen geschnittene grüne Paprika, 1 gepiddelter Maiskolben* oder Dosenmais, 1 gewürfelte Mango. Außerdem 1/2 bis 1 Dose Kidneybohnen und 3-4 El Sojaschnetzel

*Dazu kann man den Maiskolben entweder in dünne Ringe schneiden und die Körner dann herausbrechen oder man schneidet die Körner einfach mit einem scharfen Messer der Länge nach vom Kolben ab.

Für das !Karacho!:

1EL Tomatenmark, 1EL Senf1 in feine Ringe geschnittene halbe Peperoni, 1 große gehackte Zwiebel, 2 gepresste Knoblauchzehen, (Zitronenschale + etwas Saft), 2EL Agave, 1 gut geh. EL gemahlenen Leinsamen oder Öl, und aus dem Pulverfässchen: 1 El Curry, 1EL Paprikapulver süß, 1EL Bohnenkraut, etwas weniger Kurkuma

Für das Extra an !Karacho!:

Sriacha Sauce nach belieben. 😉

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Zubereitung:

Die Sojaschnretzel sollen gemäß Packung in heißer Gemüsebrühe zehn Minuten gar ziehen. Diesen Schritt kann man getrost überspringen. Statt nimmt gibt man einfach das noch trockene Sojagranulat in die heiße Pfanne und brät es gemeinsam mit der Zwiebel, in ein wenig Öl, kurz scharf an. Hitze eine Stufe reduzieren. Dann den gepressten Knoblauch und die Peperoni dazu. Zwei Minuten weiterrösten. Tomatemark, Senf und 1El von der Agave dazu, wieder weiterrösten. Weiter rösten. Röstaromen sind toll 😉

Sobald man der Meinung ist, dass man genug geröstet hat und es genug duftet, die Hitze wiederum etwas reduzieren. Zuerst die Mango und die Paprika dazu geben. Zwei Minuten weiter brutscheln lassen. Anschließend das ganze mit den Tomaten ablöschen. Nun alle restlichen Gewürze, einen Schuss Sriacha für ein breiteres Spektrum an Schärfe, die gem. Leinsamen, die Kidneybohnen und den Mais hinzugeben, den zweiten EL Agave einrühren und dann heißt es Eile mit Weile. Je länger das ganze einköchelt, desto besser und sämiger wirds. Schmeckt aber bereits ach 15 Min. sehr, sehr lecker 😉

Dazu gab es Bulgur.

Ich widme dieses Gericht Pepe, dem Poem Schreiber. 😉

 

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