Von Müttern und Töchtern und mariniertem Tofu…

Als ich zum ersten Mal rohen Tofu probiert habe dachte ich „Bäh. Presspappe…“ 
Lecker fand ich ihn definitiv nicht. Gut mariniert und in der Pfanne knusprig angebraten mochte ich ihn hingegen von Anfang an sehr gern. Doch, um die Wahrheit zu sagen: Ich besitze nur eine Pfanne und wenn ich koche ist die meist schon mit Gemüse belegt. Folglich kam Tofu bei mir nur sehr selten auf den Tisch.

Nach und nach habe ich natürlich andere Tofu Sorten ausprobiert, wie Räucher Tofu oder Basilikum- oder Mandel-Nuss Tofu. Bingo! Roh probiert und für unheimlich lecker befunden habe ich diese Sorten nun fast immer im Kühlschrank vorrätig und wenn die Pfanne mal wieder belegt ist oder der Hunger zu akut ist, dann esse ich ihn einfach so, auf Brot, oder gebe ihn zum Schluss mit in die Gemüsepfanne oder den Salat. Vor ein paar Tagen habe ich zum ersten Mal Seidentofu probiert. Den fand ich überraschenderweise auch roh recht lecker. Nichts desto trotz. Ich wollte nicht aufgeben was den Natur Tofu angeht.

Man sagt ja, wenn man etwas nicht mag, dann hat man schlicht noch nicht die richtige Zubereitungsweise für sich entdeckt. Im Laden bin ich oft an den fertig marinierten Tofu Sorten von „Lord of Tofu“ vorbei gelaufen. Ich habe die Verpackung auch oft in Händen gehalten aber nur um die Zutatenliste zu studieren. Mir sind die einfach zu teuer!

Ende letzten Jahres war ich für ein paar Tage bei meiner Mutter zu Besuch. Die befürchtet mittlerweile zwar nicht mehr, dass ich bald sterben werde, weil ich mich vegan ernähre, doch das Bedürfnis mich zu füttern, einhergehend mit der allgegenwärtigen Angst, ich könne verhungern… diese UrAngst ist und war schon lange vorher da und sie wird andauern so lange, ich lebe, so lange, wie sie meine Mutter ist und ich ihre Tochter bin. Ob ich mich nun Vegan ernähre oder kaum noch durch die Tür passe. Einer Mutter ist so etwas egal. Sobald sie mir die Tür öffnet, noch vor dem ersten Hallo, ist da dieser automatisierte scannende Blick ihrerseits. Müde. Haare kämmen. Die Hose… Was sind das für Löcher? Nähen! Mein Gott, das Kind muss wirklich was essen… „Hallo Mama. Schön dich zu sehen.

Anders kann ich es mir jedenfalls nicht erklären, weshalb sie ganze Wagenladungen an Sojaschnitzel, Schokoaufstrich, Datteln, Dips und Co. heran karrt, wenn sie weiß, dass ich vorbei komme. Es ist mir ein Rätsel. Vielleicht begreife ich es, wenn ich selber einmal Kinder habe. Jedenfalls. Der Vorteil an ihrer Vorgehensweise ist, das ich so mit Lebensmitteln in Berührung komme, die normalerweise nicht in meinem Einkaufskörbchen landen. Natur Tofu zum Beispiel. Den hatte sie in jener Woche gekauft. Da lag er nun im Kühlschrank und kuschelte sich an Feldsalat und den halben Supermarkt. Und irgendwie dachte ich eines morgens: Gut. Tofu. Geben wir uns noch eine Chance. Ich marinier‘ dich jetzt mal und dann gucken wir, wie es nachher mit uns läuft.

Lief gut! Uns hat es geschmeckt und ich kann freudig verkünden, dass der gemeine Natur Tofu und ich, nach diesem Erlebnis, doch noch Freunde geworden sind. Wir treffen uns nun regelmäßig. 😀

An dieser Stelle möchte ich auch gerne mal meiner Mama danken. Generell, einfach so und, weil sie mir jedes Mal so bereitwillig die Küche überlässt, wenn ich da bin und immer artig alles probiert, was ich da so zubereite. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Danke.

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Die Marinade, die gleichzeitig die Salat Vinaigrette ist,

besteht aus Ölivenöl, getrockneten Tomaten, Zitronen- sowie Orangensaft, plus ein wenig Abrieb von beidem, etwas Senf, einem Schuss Agavendicksaft, fein geschnittener roter Zwiebel, etwas Salz und Pfeffer und Kräutern nach Wahl (hier getrockneter Thymian, Oregano, Rosmarin, zerstoßene Koriandersamen).

Alle Zutaten in einer Schüssel miteinander verrühren.

Den Tofu in Würfel schneiden und in die Vinaigrette geben. In den Kühlschrank stellen und ein paar Stunden ziehen lassen.

Eine unbehandelte Orange in Scheiben schneiden, von einem Stück ein paar dünne Streifen Schale abschneiden. Die Orangenscheiben auf einen Teller geben, etwas Feldsalat darauf betten , anschließend den marinierten Tofu auf dem Feldsalat drapieren und noch ein wenig von der Vinaigrette über der Salat träufeln. Mit einer schwarzen Olive und der Orangenschale dekorieren (Die Orangenschalen ist zwar leicht bitter, hat aber gleichzeitig einen herrlich aromatischen, leicht ätherischen Geschmack. Aus der Schale kann man auch toll Orangeat selber herstellen).

Genießen 🙂

 

 

 

 

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