John.

Der Tag ging hart gegen mich
und Du. John.
Du erinnerst mich an Ole.

Der Kopf fällt schwer gegen das Kissen.

Das Klavier erklingt und der Regen bricht los.
Der verdammte Regen.
Seine Hände rinnen meinen Körper entlang, tasten sich über meine Wangen, mein Kinn.
Ein bitter süßer Geschmack perlt auf meinen Lippen.
Seine Hände spielen eine längst vergangene Melodie in meinem Herzen. Wieso tust du das John?
Wieso drehst du an meiner Welt oder drehe ich mich? Nein, du bist es. John.
Du drehst mich zurück an den Ort, an dem er meine Tränen wegwischte und mir still zuflüsterte, ich sei perfekt. Sogar wenn ich weine. Solange ich atme, sei ich perfekt.
Ich atme.
Der Regen weicht die Erde auf. In ihrem Schlamm drohen die Blumen allmählich zu ersticken.
Nichts ist perfekt.

Ich konnte es nicht sagen.
Bereits damals, als ich dich zum ersten Mal sah.  Damals, als du dich ungefragt neben mich gesetzt hast und mich frech,
über dein Buch hinweg angegrinst hast…
Die Luft geriet knapp. Keiner von uns sagte etwas.
Ich konnte dich bloß immerzu ansehen, während die Übelkeit sich unaufhaltsam ihren Weg, durch mich hindurch, bahnte.
Es hat mir Angst gemacht. Verstehst du das? Es zerriss mich. Niemand, der noch ganz bei Verstand ist, kann so etwas freiwillig fühlen wollen.
Ich wollte, dass du gehst.
Ich wusste, ich würde nie wieder ohne dich sein wollen.
Ich habe nichts gesagt.

Jeder, geht allein.

Ich wollte es dich nicht sagen hören. Ich kannte die Antwort, doch ich wollte sie nicht hören, denn das hätte alles verändert. Nein, es hat alles verändert.
Wir hatten unsere Karten nie ganz auf den Tisch gelegt. Wir waren wie Nichts. Nichts war ernst. Doch du, du hast es einfach zerstört.
Ich musste dich dafür hassen. Verstehst du das nicht?
Du hättest es nicht sagen dürfen. Ich hatte dich nicht darum gebeten. Nicht DARUM…
Warum nur liebst du mich? Mich, die ich nicht perfekt bin, solange ich atme…
Da hast du mich an dich gezogen, mich fest gehalten und keiner von uns musste noch etwas sagen…

Ich liebe dich.
Du hast mich nicht einmal angesehen.
Ich hielt dich doch so fest in meinen Armen.
Ich schrie es dir entgegen. Doch dir war es egal.
Du hast bloß hinaus gestarrt und zugelassen, dass sie mich von dir wegzogen.
Ich habe meinen Verstand verloren, so wie du deinen.

Und du. John. Du spielst die alte Melodie.
Ich höre sie.
Fremden Stimmen. Unwirklich und fern,
kaum mehr als ein Wispern.
Sie drängen in mein Herz.
Sie greifen nach meiner Hand. – Ich mag es nicht, dass sie mich ungefragt berühren.
Der Regen weicht die Erde auf.
Das Klavier verklingt.
Bitte, mach dir keine Sorgen. Ich bleibe.
Selbst wenn der Regen fällt.

Morgen werde ich dir frische Blumen bringen.


geschrieben zu: John Legend „All of me“

7 Kommentare zu „John.“

  1. Ach mein liebendes Vögelein Jennifer

    Wie ist der Spruch
    „Ich habe Dich zum Fressen gern“
    Also schick Ich Dir die Katze
    Dich zu verschlingen denn
    Sie ist nicht böse nur hungrig
    Und noch noch sind wir meist
    Kannibalen der Liebe
    und verkaufen Unsere Würde
    Für ein Gramm Zärtlichkeit
    Und der Spiegel Meiner
    Bist nur immer Du
    „Denn Ich habe Dir nur Engel gesandt“
    Und in meinem Herzen empfangen
    Jeden denn Alle waren schon immer da
    Wie könnte Ich nicht Er sein
    Wenn auch manche Brücke
    Schwankt unter bebender Erde
    Dann fliegen wir zueinander
    Im ungeteilten Himmel
    Trägt Liebe atmender Luft
    Selbst geworfene Steine
    Schweben zu dem Ursprung
    Zurück federleicht

    Gefällt 2 Personen

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