Petersilienwurzel-Nusskäse vegan

Ich schau dir auf den Teller Kleines. – Aber nur gucken. Nicht anfassen!

Marinierter Grün- und Spitzkohl, dazu ein Petersilienwurzel Nuss Käse und eine Art Brot Gebäck, hergestellt aus dem Trester des Frühstücks-Safts!

IMG_20160307_170035


Eine Kundin hatte mir ja vergangenen Freitag den Mund wässrig geredet, als sie mir von ihrem Grünkohlsalat vorschwärmte. Also nahm ich auch ein paar Blättchen mit, die ich später ebenfalls zu Salat verarbeiten wollte. Samstag morgen erwartete uns dann eine kleine Überraschung. Während wir frierend und noch halb verschlafen unseren Marktstand aufbauten erfüllte plötzlich ein unangenehm, spitzer Laut den Marktplatz. Das war ich. In Form eines: Uui! Guck mal wie hübsch… Denn, da lag er vor mir. Während ich die Gemüsekisten vom Rolli abpackte war ich unverhofft auf ihn gestoßen und nun leuchtete er mir entgegen. Saftig. Purpurfarben und sagenhaft schön. Roter Spitzkohl. Ich sah ihn und ich wusste direkt: Der muss mit in den Salat, zusammen mit dem Grünkohl. Den männlichen Anteil unseres Teams bewegte meine Entdeckung zwar irgendwie so gar nicht. Der fummelte lieber weiter an seinen Obstkisten rum. Doch, ein Blick in die leuchtenden Augen meiner Kollegin genügte. Der Spitzkohl würde an diesem Tag nicht nur in mein Einkaufstütchen wandern…

 

Ich wusste also, es soll Kohlsalat geben. Der süße Spitzkohl und der würzige Grünkohl bringen so einen tollen Eigengeschmack mit, deshalb habe ich mich bei der Verarbeitung hinterher für eine dezente Marinade entschieden, die mit wenig Zutaten auskommt.

Nachdem von dem Petersilienwurzel Dip so begeistert gewesen bin, wollte ich nun unbedingt eine Nuss Variante des Dips ausprobieren. Dazu habe ich den Sojajoghurt durch Mandeln und ein paar Cashews ersetzt. Na, das war ja vielleicht ein Erlebnis. Am Ende hatte ich einen streichfähigen mild nussigen Käse vor mir liegen. Der passte wunderbar zu Salat und Brot.

Den restlichen Käse ließ ich, faul wie ich bin, mitten in der Küche stehen. Über Nacht hat sich dann eine kleine Kruste auf dem Käse gebildet und als ich ihn abends wieder probierte, war ich begeistert, weil er noch intensiver und nussiger schmeckte als den Abend zuvor. Außen ist er richtig schön krümelig geworden. Ich werde da auf jeden Fall mal mal weiter experimentieren.

IMG_20160308_172551
Nusskäse, einen Tag durchgezogen, Marinierter Wirsing und Spitzkohl.

 


Das Rezept für das Brot Gebäck werde ich später separat auf schreiben. Ich habe hier nach Gefühl gearbeitet, ohne irgendetwas abzuwiegen. Vermutlich braucht man hierbei auch gar keine genauen Mengenangaben aber ich wollte das Gebäck erst noch einmal ausprobieren, bevor ich hier etwas falsches schreibe… Das Rezept entstand jedenfalls als ich darüber nachdachte, was ich zu Salat und Brot dazu reichen könnte und weil ich in den letzten Tagen wieder damit angefangen habe mir Säfte zu pressen, hatte ich die Idee, dass ich aus dem anfallenden Trester ja gut mal Kekse oder ein Brot backen könnte. Schon oft gedacht. Nun endlich in die Tat umgesetzt. Passend zu Kohl und Nusskäse entschied ich mich für eine Trester Brot Variante…

Ich wurde schon beim Anrichten des Tellers ganz kribbelig. Es war wirklich wahnsinnig lecker. Alle drei Komponenten haben mir sehr, sehr gut geschmeckt. Am meisten überrascht hat mich dabei das Brot. Ich hatte Zweifel daran ob das, so zusammen improvisiert, überhaupt was geben kann. Das es so lecker wird. Es war Brotartig aber gleichzeitig fluffig, wie ein frisches Brötchen.Ein wenig hat es mich aber auch an Laugengebäck erinnert…Einfach lecker.

Ach, ja… Das sind so Momente, da möchte ich am liebsten meine Mama anrufen. Tue ich natürlich nicht. Bin ja erwachsen…Und so. 😀

 

 

 

Marinierter roter Spitz- und Grünkohl: (Für 1 große oder 2 Portionen)

Man braucht: 

1/2 Spitzkohl,

250-300g Grünkohl,

1 Zitrone

1 kleine Stange Lauch,

Außerdem: Tamari (glutenfreie Sojasauce), Agavendicksaft, Pfeffer, Orangengewürzmischung (enthält unter anderem Fenchel und Orange, was ich hier besonders passend fand)

optional: gerösteter Sesam und oder 1-2EL Sesamöl

Zubereitung: 

Den Spitzkohl in feine Streifen schneiden und in eine große Schüssel geben. Den Grünkohl von den Strünken abziehen, in Mundgerechte Stücke zupfen (Die Stiele werden hier nicht verwendet) und dazu geben. Eine kleine Stange Lauch der Länge nach halbieren und gut säubern. Lauch fein würfeln, mit in die Schüssel geben. Die Zitrone abreiben, pressen, zu Kohl und Lauch geben. Mit 2EL Sojasauce und 1EL Agavendicksaft marinieren. Die restlichen Gewürze dazu geben. Mit den Händen den Kohl gut durchkneten. Das Salz entzieht dem Kohl die Flüssigkeit. Dadurch wird er weicher. Salat am besten ein paar Stunden ziehen lassen. Zum Schluss noch einmal abschmecken.



Petersilienwurzel Nusskäse: (Für einen kleinen Laib)

Man braucht:

60g weiße Mandeln

25g Cashews

100g Petersilienwurzel

2-3EL Hefeflocken

1  1/2TL Sojasauce

Saft 1/2 Zitrone

1/2 TL Reissirup (oder Süße nach Wahl, sparsam verwenden)

Außerdem: getrockneter Thymian, Pfeffer,

Zubereitung:

Mandeln und Cashews am besten über Nacht einweichen, mindestens aber ein paar Stunden. (Sollte man machen. Mache ich aber auch nicht immer.)

Nüsse grob hacken oder im Zerkleinerer klein häckseln. Mit der Petersilienwurzel ebenso verfahren. Beides zusammen mit allen anderen Zutaten, bis auf Thymian und Pfeffer im Zerkleinerer vermixen oder mit dem Zauberstab pürieren. Es muss keine homogene Masse entstehen, denn es wird ja ein Nusskäse und keine Creme.

Wer mag gibt jetzt noch ein wenig Thymian und Pfeffer an die Masse und bestreut den Käse damit.

Schon hat man einen streichfähigen und formbaren Nusskäse. 🙂

 

IMG_20160307_170130

 

9 Kommentare zu „Ich schau dir auf den Teller Kleines. – Aber nur gucken. Nicht anfassen!“

  1. Das sieht wirklich wunderschön aus, das wäre jetzt mein Abendbrot. Vor langer Zeit hatte ich auch roten Spitzkohl, den ich natürlich sofort gekauft hatte, gab es aber nie wieder. Darum habe ich mir dieses Jahr Samen bestellt und werde ihn selber anbauen. Der Käse passt bestimmt gut dazu, aber das Brot, sieht irgendwie nach Knäckebrot aus, lockt mich fast am meisten. Aber alles zusammen ist wirklich eine gelungene Komposition.
    Liebe Grüße MArlies

    Gefällt 4 Personen

    1. Vielen lieben Dank Marlies.
      Tatsächlich wollte ich Knäckebrot machen. Aber dafür habe ich es zu dick und ungleichmäßig ausgerollt. Außen war es knusprig wie Knäcke, an den dickeren Stellen war es wie beschrieben. Fand ich beides gut.
      Ich habe gestern Abend noch mal deine Puffer gemacht. Diesmal sind sie super geworden. Ich habe dieses Mal einfach ein wenig mehr Kichererbsenmehl drunter gemischt. 🙂 Bin gespannt, was dein Sohn sagt. Ich finde sie wirklich großartig.
      Danke nochmal für Rezept & Kompliment.
      Irgendwann möchte ich auch selber anbauen. Ich weiß, da steckt viel Arbeit drin aber wie schön ist das bitte, wenn man morgens, mit der Kaffeetasse, die Beete entlang schlendert und auf ein Meer aus buntem Gemüse blickt. 🙂
      Lieben Gruß und einen schönen Donnerstag
      Jenny

      Gefällt 4 Personen

      1. Prima Jenny, dass die Puffer diesmal besser geworden sind, man kann die Mengen schwer so genau festlegen, da muss man mit der Zeit ein bisschen Fingerspitzengefühl für bekommen, aber das hast Du ja!
        Das Bild mit den Schlendern im Garten ist hübsch, aber da komme ich nicht drinnen vor. Meist sieht man mich wie Daniel Düsentrieb durch den Garten rasen und nicht mit der Kaffeetasse in der Hand sondern mit Spaten und Harke…. aber ich träume davon.
        Liebe Grüße Marlies

        Gefällt 1 Person

      2. Ein schönes Bild 😀
        Obwohl es ein bisschen so klingt, als sollte man lieber ein wenig Abstand halten, wenn du im Garten zu Gange bist.
        Da wäre Kaffee wohl eh keine gute Idee…
        Ja, wir Stadtpflänzchen hegen anscheinend noch stark verklärte Vorstellungen vom ländlichen Garten Idyll. 😉
        Lieben Gruß und
        Danke!

        Gefällt 1 Person

    1. Ja, genau. Lass es uns machen wie die Holländer. Komm einfach so vorbei.Es ist zwar nicht aufgeräumt aber ein Tässchen Kaffee und ein paar Kekse habe ich eigentlich immer da. 😀 Zur Zeit kann ich dir sogar eine junge Trink Kokosnuss anbieten, falls du es etwas exotischer magst…oder meine Bananen Vanille Creme. 😉
      Danke für das Rebloggen.
      Herzlichsten Gruß
      Rohva

      PS: Der Nusskäse ist so, so lecker. Ich kann den wirklich empfehlen. 😀

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s