„Bonjour Tristesse“ – Tri wer? Ich sagte doch Trester. Es ist ein Trester Brot. – Ah,oui…?

Jawohl. Ein Brot, gebacken aus Saftresten. Klingt komisch. Schmeckt aber richtig lecker. Hinzu gesellen sich dann noch ein paar Saaten und Kerne, Dinkelmehl und ein paar getrocknete Tomaten. Knusprig, würzig und fix gemacht. Und das Beste. Man muss sich hierbei nicht an genaue Mengenangaben halten und gebacken ist das Ganze in 15 Minuten. Klingt doch nett.

Dreimal habe ich dieses Brot, beziehungsweise meine kleinen Brotkissen, wie ich sie liebevoll nenne, mittlerweile gebacken und sie sind trotz frei Schnauze Zubereitung jedes Mal super geworden. Geschmack und Konsistenz sind einfach unglaublich toll. Außen knusprig innen fluffig, dabei vollmundig und würzig. Ich habe die Kissen zum Teil einfach so geknabbert ohne Dip oder Belag…Die Zubereitung geht ganz fix, vorausgesetzt natürlich man hat bereits einen Trester zur Hand. Ansonsten empfiehlt es sich noch schnell einen zu produzieren, denn der Saft ist ebenfalls richtig, richtig lecker und erfrischend.

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Also, selbst wenn euch die Brotkissen nicht ansprechen: Ich finde es lohnt sich definitiv mal mit Saft Trester herum zu experimentieren. Viel zu schade den dauernd zu weg zu kippen. Kuchen, Kekse, Wraps oder eben Brot. Es gibt so viele Möglichkeiten den Trester weiter zu verarbeiten…

Ich hatte bereits letztes Jahr ein wenig experimentiert. Da habe ich aus einem Sellerie-Möhren Trester und ein wenig Leinsamen einen Rohkost Wrap hergestellt. Das Ergebnis war lecker, hat mich aber nicht gerade vom Sofa gehauen. Für sich allein genommen war mir der Wrap dann doch ein wenig zu süß. In Kombinatin mit der Füllung und den Saucen fand ich ihn ok.

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Danach habe ich dann den Trester allerdings erst einmal Trester sein lassen…Bis vergangene Woche eben. Die Idee entstand spontan, während ich den Petersilienwurzel Nusskäse zubereitet habe. Ich dachte, da muss noch eine Beilage dazu. Mit irgendwas muss ich den Käse ja jetzt dippen. Ich sah den Trester. Ach, ja dachte ich. Versuchste nochmal. Versuchste Mal ein Brot. Gedacht getan und mittlerweile zur Wiederholungs-Täterin geworden.

Trester Brot Kissen. Nun sogar mit „Profi“ Backofen Nutzungs Anleitung, weil mir eine sehr, sehr liebe Kundin ein vegetarisches Magazin geliehen hat, in dem richtig, echte Profis erklären, wie man ein Brot vernünftig im Ofen backt. 😀



Kleine Trester Kissen  (für 2-3Personen als Beilage)

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Für den Trester:

Eine Handvoll Möhren (Ca.5)

1 Apfel

Saft 1 Zitrone + Abrieb

Saft von 4-6  (Blut)Orangen

eine große Stange Staudensellerie

ein Sück Ingwer

eine halbe Vanilleschote

ggf. etwas Agavendicksaft

etwas Wasser

Alles miteinander vermixen. Anschließend durch ein feines Sieb passieren.


Für die Kissen:

ca 350g Trester

ca. 200g gemischte Saaten und Kerne (Leinsamenschrot, Kürbis, Chia, Sesam)

ca, 250g Dinkelvollkornmehl

4 getrocknete und kleingehackte Tomaten (ich hatte nicht marinierte)

2-3EL Thymian (getrocknet)

1 1/2 – 2TL Salz

2TL Backpulver (Reinweinstein)

Anleitung:

Man gibt den Trester in eine Schüssel und mischt eine gute Menge gemischter Saaten und Kerne, sowie die kleingehackten Tomaten und den Thymian unter. Ich habe etwas mehr Leinsamen verwendet, weil der ja besonders gut bindet. Den Teig fünf Minuten ruhen lassen. Das sieht dann so aus.

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Dann ca. 150g Mehl, Backpulver und Salz dazu gegeben und anfangen einen Teig zu kneten. Gerade so viel Mehl unter arbeiten bis man einen noch leicht feuchten aber formbaren Teig hat.

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Den Ofen auf 225ºC Umluft vorheizen. Ein Backblech auf die mittlere Schiene, eins auf die unterste schieben.

Die Arbeitsfläche mit Backpapier auslegen. Dieses gut bemehlen. Teigling darauf setzen.

Teigling ebenfalls etwas bemehlen. Teig mit den Händen glatt wirken. Man kann ihn natürlich auch mit einem Nudelholz ausrollen aber ich finde mit den Händen macht es erstens mehr Spaß und zweitens hat man so ein besseres Gefühl für den Teig.

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Hier muss man nun eine Entscheidung treffen. Will man knusprige Kissen lässt man den Teig etwas dicker. Rollt man ihn Millimeter dünn aus erhält man später bei selber Backzeit ein knuspriges Knäckebrot. 😉 Auch lecker.

Den Teig anschließend mit Wasser bestreichen, nach belieben wieder etwas bemehlen. Mit dem Pizzaschneider Schachbrettförmig vorritzen, damit man die Kissen später ganz leicht auseinander brechen kann.

Brotkissen mit Backpapier auf das heiße Blech geben, eine Tasse Wasser auf das untere Blech kippen. Ofen Tür schließen. Nach drei Minuten kurz öffnen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Hitze auf 200ºC reduzieren. In 15-20Min. fertig backen.

 

 

Guten Appetit 🙂

 

20 Kommentare zu “„Bonjour Tristesse“ – Tri wer? Ich sagte doch Trester. Es ist ein Trester Brot. – Ah,oui…?”

  1. Mit Trester lässt sich ganz wunderbar Brot backen, finde ich. Ich mache das gerne mit dem Trester, der bei der Nussmilchherstellung übrig bleibt. Es funktioniert ein bisschen wie Nussmehl und schmeckt himmlisch im frischgebackenen Brot! 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

    Gefällt 2 Personen

      1. Hallo Jenny. Sorry, dass ich erst jetzt antworte aber…kennste ja wahrscheinlich. Manchmal ist einfach viel los…
        Ich hab mir das Rezept noch nicht angeguckt aber ich weiß jetzt schon, ich werde es backen! Ich hab schon seit Ewigkeiten Mohn hier rum liegen. Danke für das Rezept. Ich werde berichten 😀
        Schönes Wochenende und Liebe Grüße

        Gefällt 1 Person

      2. Ach – alles gut! 🙂
        Das kenne ich natürlich sehr gut und ich bin ohnehin der Ansicht, dass man sich diesbezüglich nicht so sehr stressen sollte. Ich bin aber gespannt, wie dir das Rezept – und vor allem das fertige Produkt – gefallen! 🙂

        Liebe Grüße und hab‘ ebenfalls ein schönes Wochenende!
        Jenni

        Gefällt 1 Person

    1. Hallo Marlies.
      Tut mir leid, dass ich erst jetzt antworte aber ich kann das nicht so zwischen Tür und Angel und mit halber Energie.
      Buchweizenmehl klingt jedenfalls super! Das ist ne tolle Idee. Ich mag den ja auch total gern. Meinst du denn, man braucht da noch irgendwelche Zusätze, neben den Leinsamen? Ich kenne mich mit Gluten freiem backen nicht so aus…
      Herzliche Grüße
      Jenny

      Gefällt 1 Person

      1. Ist nicht ganz so einfach mit dem glutenfreien Backen, ich bin da auch noch nicht so firm, man braucht immer eine gewisse Mischung für den Kleber-Ersatz, so etwas wie Guarkenrmehl, Chiasamenmehl, Xanthan, Leinsaatmehl…. und ich mag gar nicht so gerne genau nach Anweisung arbeiten, lieber mit Gefühl, aber das ist da noch nicht so perfekt, aber es wird. Ich gebe nicht auf!
        Lass Dir Zeit beim Antworten, geht ja nicht verloren.
        Liebe Grüße Marlies

        Gefällt 1 Person

      2. Ich verstehe, was du meinst. Wenn ich dauernd auf die Mengenangaben schielen muss, dann bringt mich das oftmals aus dem Rhythmus. Ich verlasse mich da auch lieber auf mein Gefühl aber ja, glutenfreies backen ist erst mal ein Umstellung und auch da man muss wohl erst ein Gefühl für entwickeln. Ach ja. Ich finde so kleine Herausforderungen erhalten die Spannung in der Küche 😉
        Lieben Gruß

        Gefällt 1 Person

  2. Hey! 🙂
    Finde ich eine total coole Idee, mal mit dem Safttrester herumzuexperimentieren. Peinlich, ich habe meinen bisher immer nur weggeworfen und bin überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass man damit noch irgendetwas anstellen könnte! D: Geschweige denn Brot backen, das wäre mit echt im Traum nicht eingefallen.
    Werde ich auf jeden Fall mit meinen nächsten Saftresten auch mal machen, bzw. generell nach mehr Möglichkeiten suchen, diese noch sinnvoll zu verwerten. Genau wie beim Nussmilchtrester von selbstgemachter Nussmilch, da weiß ich eignentlich auch, dass manche Leute damit noch Muffins backen o. Ä… da kann man sich mal ein Beispiel am Traubentrester nehmen – daraus wird nämlich Grappa gemacht: http://italienischer-grappa.com/trester-tresterbrand/

    Vielen Dank für den virtuellen „Kick“ und liebe Grüße 🙂
    Kira

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Kira,
      Danke für den Link… Dass aus dem Trester Grappa herstellt wusste ich gar nicht. Spannende Sache.^^
      Bitte berichte, wenn du mal ein schönes Rezept für den Trester hast. Das Brot war jedenfalls echt lecker und jetzt, wo ich deinen Kommentar so lese bekomme ich richtig Lust mal wieder was aus dem Trester herzustellen…Ich denke da gerade an Mandel Zitronen Kekse oder Mandelbrot.^^
      Im Laden bezahlt man ja auch viel Geld gerade für den Nussmilch „Trester“, in Form von Nuss Mehlen. Viel zu schade eigentlich, den wegzuwerfen…Danke für den erneuten Gedankenanstoß und deinen lieben Kommentar.
      Das war jetzt für mich ebenfalls ein Frühmorgendlicher Gedanken- „Kick“ 😀
      Liebe Grüße, Jenny

      Gefällt mir

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