Bärlauch Dips, vegan

Vom Einfachen und vom Guten.Bärlauch.

Zweimal herrlich cremiger Bärlauch Aufstrich. Einmal mild, würzig und zart cremig. Einmal herzhaft und pikant, mit einem Hauch La Dolce Vita.

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Die Frischkäse Grundmasse besteht hier tatsächlich aus nur einer Zutat, nämlich Sojamilch. Die wird einfach in etwas Zitronensaft kurz aufgekocht. Dabei gerinnt die Masse und wird ganz Soja krümelig. Man lässt das ganze etwas abkühlen und lässt sich der Sojakäse in einem Küchentuch ganz leicht auspressen. Man erhält eine feste und bereits jetzt recht cremige Frischkäse Basis. Anschließend kann man die Masse nach belieben herzhaft oder süß weiter verarbeiten.

Die Zubereitung ist Kinderleicht. Bei einem 1 Liter verwendeter Soja Milch hält man hinterher ca. 250g Käse Grundmasse in Händen. Ein unschlagbar günstiger Preis, wie ich finde. Den hier verwendeten Bärlauch gibt es kostenlos im Wald und der kleine Spaziergang und das kribbelige Gefühl, das sich beim sammeln von Wildkräutern einstellt ist eh unbezahlbar.

Anschließend habe ich dann noch eine gute Handvoll gemahlener Cashews und 1 EL Hefeflocken unter die Masse gemischt und ganz ehrlich, ich fand es unfassbar wie cremig und geschmeidig der Frischkäse geworden ist und dabei war er ja auch noch so schön fest. Konsistenz und Geschmack sind hier wirklich perfekt. Während ich die Aufstriche  verfeinert habe, habe ich nebenbei immer wieder die Reste aus dem Mixbehälter gedippt. Es war so verboten lecker. Eine echte Entdeckung.

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Grundmasse: Sojafrischkäse, ein paar Cashews, Hefeflocken, etwas Salz, Pfeffer und Zitrone

Den Bärlauch zu sammeln war ein riesen Spaß. Ich war zwar schon oft Wildkräuter sammeln, doch selten hatte ich dabei so nette Gesellschaft wie dieses Mal, denn:

Da stand die liebe Anna letzte Woche Donnerstag vorm heimischen Marktstand und fragte mich ob ich ihr nicht einmal zeigen könnte, wo genau denn nun der Bärlauch wächst, den sie und ihr Freund zuvor zwar hoch motiviert gesucht aber trotzdem nicht gefunden hatten. Klar kann ich. Immerhin war es ja auch meiner Beschreibungskompetenz zu verdanken, dass die beiden immer wieder zielstrebig am Bärlauch vorbei und in kleinen wiederkehrenden Schleifen um ihn herum gelaufen waren. Ach ja. Gegen einen ausgiebiger Sonntags Spaziergang ist ja trotzdem nichts einzuwenden…

Telefonnummern wurden also ausgetauscht. Mittwoch trafen wir uns dann vor dem kleinen Biolädchen hier im Dorf. Wir gingen los, immer der Nase nach, mitten in den Wald hinein. Schließlich fanden wir die kleine Ecke, wo er und seine Freunde sich zum stillen Wald Happening versammelt hatten. Der Bärlauch. Ein durchweg friedliebender Gesell, der allein durch seinen lieblich, würzigen Duft zu betören weiß. Ja. Er zog uns sofort in seinen Bann. Der Bärlauch. Anna und ich. Wir beide haben ein großes Herz für wilde Pflanzen und deshalb beschlossen wir ihm ein liebevolles, neues Zuhause zu geben. Ein Heim, in dem der zarte Bärlauch es etwas gemütlicher haben sollte als in dort im schattigen und kühlen Wald Eck…

Was soll ich sagen…

Es war durchweg charmanter und zauberhafter Nachmittag. Ich freue mich, jenseits allen Markttrubels, einen so sympathischen und klugen Menschen kennen gelernt zu haben, mit dem ich anscheinend nicht nur die Liebe zu Bärlauch und zu veganer Ernährung gemeinsam habe… Bald blüht der Holunder. Spätestens dann ziehen wir wieder los, meine neue Nachbarin und ich. Danke für den schönen Nachmittag.

Nun aber zum Rezept:



 

Bärlauch Aufstriche: (ergibt jeweils ca. 150g)

Nochmal zum Basis Rezept:

Rezept Idee von hier: www.yogaverdreht.de

1 Liter Sojamilch und den Saft 1/2 Zitrone gemeinsam in einen Topf geben, kurz aufkochen, abkühlen lassen. Die Masse in ein Geschirrtuch geben und gut auspressen.

*

Der cremig Zarte

Die Grundmasse in einen Mixbehälter geben. Gemeinsam mit einer guten Handvoll gemahlener Cashews (ca.40g), 1 EL Hefeflocken, ein paar Spritzern Zitrone, sowie einer Prise Salz und etwas Pfeffer, vermixen.

Eine große Handvoll Bärlauch klein hacken und unter die Frischkäse Masse heben.

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Fertig ist der erste Aufstrich. Zart, cremig mit aromatischer Bärlauch Note. Ich habe hier bewusst nur wenig mit Salz und Pfeffer gewürzt, um einen möglichst großen Kontrast zu dem anderen Aufstrich herzustellen. War super lecker. Die puristische Variante hat mir fast noch besser geschmeckt als die Zweite.

*

Anschließend habe ich den Aufstrich halbiert:

Der herzhaft Pikante:

Dazu, die Hälfte des Aufstrichs in eine separate, kleine Schüssel geben.

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4-5 getrocknete Tomaten kurz in warmes Wasser geben, damit sie sich leichter pürieren lassen. Tomaten leicht ausdrücken. In einen Mixbehälter geben. Gemeinsam mit 1TL Agavendicksaft pürieren. 2EL Thymian (getrocknet), 1 Miniknoblauchzehe (gepresst) und etwas Zitronenenabrieb hinzufügen. Nach belieben noch mit Cayenne Pfeffer oder Harissa würzen. Alle Zutaten von Hand unter die Tomatenpaste rühren.

Tomatenpaste zu der Bärlauchcreme geben, unterheben.

Fertig ist der zweite Dip. Der ist wunderbar herzhaft und kräftig geworden. Durch die getrockneten Tomaten bekommt das Ganze dann auch noch eine herrlich mediterrane Note. Lecker!

An dieser Stelle möchte ich auch gerne Grüße an meinen alten Chef, Dirk senden. Bevor ich vor ein paar Jahren auf dem BioHof angefangen habe, habe ich Jahrelang hinter einen Feinkost Stand mediterrane Tapas, auf Wochenmärkten verkauft. So habe ich das Rheinland überhaupt erst für mich entdeckt.

Dirks Schafkäsecreme mit getrockneten Tomaten hat mich auf die Idee, zu diesem Aufstrich gebracht. Den habe ich früher nämlich sehr gern gegessen. Also, Hallo Dirk. Ich grüße dich. Lecker. Lecker. Danke. 😉


Frohe Ostern! 🙂

 

 

21 Kommentare zu „Vom Einfachen und vom Guten.Bärlauch.“

    1. Ich hatte bisher immer Natursojamilch von Alnatura. Bei den Sorten mit Calcium Zusatz o.ä. funktioniert es meiner Erfahrung nach nicht. Bei manchen Sorten ist selbst bei Natur Zucker mit drin., was den Geschmack ganz schön penetrant macht.
      Bei zu süßlich würde ich in erster Linie ein bisschen mehr Zitronenschale/Saft dazu geben und ein bisschen kräftiger mit Salz und Pfeffer würzen. Vielleicht könntest du auch ein wenig mehr Cashews und Hefeflocken verwenden, um den Sojakäse zu strecken…
      Toll, dass du dich dran gewagt hast.
      Lieben Gruß 🙂

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      1. Dann probiere ich es bei Gelegenheit nochmal mit genau dieser Milch. Ich hatte versucht es mit ein paar Hefeflocken extra zu retten, aber der süße Geschmack war echt zu penetrant. Aber hier wird nicht aufgegeben!! 😀

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      2. Ja, guck mal ob das klappt. Ich hab schon gedacht ob es vielleicht nicht einfach an der Sojamilch an sich liegt?! Den Grundgeschmack von Soja bekommt man ja nur schwer weg. Ansonsten probier es doch einfach mal mit abgetropften Mandeljoghurt. Kennst du das? Da gibt man den Joghurt in einen Hand-Kaffeefilter, mit Filtertüte und lässt ihn über Nacht im Kühlschrank abtropfen.
        Am nächsten Tag hat man dann Qvark oder eine Vrischkäse Grundmaße. Alles eine Frage des Blickwinkels. 😉

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      3. Ne, kann schon sein, dass ich da einfach die falsche Sojamilch hatte. Ich versuchs einfach nochmal, die „Milch“ hab ich jetzt gekauft, das wird die Tage dann nochmal getestet. Mandeljoghurt… da muss ich jetzt mal hart nachdenken. Von wo gibts den denn? Ich glaube ich kenne echt nur Sojajoghurt *grübel*

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      4. Ich bin gespannt ob es diesmal was wird….Ungezuckerten Mandel-und Kokosjoghurt gibt es im Bioladen und im Reformhaus. Der kostet da so um die Zwei Euro noch was. Ist schon etwas her, dass ich ihn hatte aber ich habe den Mandeljoghurt als ziemlich lecker in Erinnerung. Kokos habe ich noch nicht getestet.^^

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