glutenfreies, mediterranes Maisbrot mit Bärlauch

Knackige und absolut glutvolle Italiener…Äh,glutenfreie.Ich meinte knackige und absolut glutenfreie Italiener… Dazu eine gesalzene Bärlauch Butter.

Unvergesslich, genüsslich und leidenschaftlich, wie ein guter Kuss. Kleine Hefeteig Stangen aus Maismehl. Herzhaft gefüllt mit ein paar getrockneten Tomaten, würzigem Bärlauch und knackig, saftigen Oliven. Ach, bitte. Spiel’s noch einmal Giovanni.

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 Zuerst ist die Idee. Ich könnte ja Mal…Also es muss doch möglich sein…Ich gucke ein wenig herum. Rezepte ploppen auf. Die Zeit verrinnt. Der Kopf wird immer voller. Nein. Nein. Nein…Von wegen, google weiß alles… Parallel dazu sinkt die Motivation. Rapide. Das Nervenkostüm wird dünner, dünner… bis ich irgendwann total genervt kapituliere. Internet aus. Ach, Sch*** drauf. Ich probiers einfach so. Klappt schon irgendwie. Ja. So endet es meistens. Tausend Rezepte aber alle sind irgendwie doof, weil sie einfach nicht das sind, was ich in dem Moment suche. Also lass ich es und besinne mich lieber auf meine Idee. Im Kopf gehe ich nochmal kurz die Zutaten durch. Ich setze die Mütze auf. Ich gehe in die Küche. Bevor ich die Schwelle übertrete halte ich einen Moment inne. Einatmen… Ich greife nach der Mütze… Entschlossen drehe ich sie herum…Der Motor springt an… Ausatmen. Noch schnell einen großen Schluck aus der Kaffeetasse genommen. Bäh. Kalt… Los geht’s.

Die Teig Zutaten landen in der Schüssel. Ein paar Griffe hier. Ein paar Prisen da. Mixgeräusche vermischen sich mit knatternden und schnalzenden Zungen Geräuschen. Ein kleines Staunen hier. Ein großes F…luchen da. Die Zeit verliert irgendwie an Schärfe. Da sind nur noch der Teig…und ich und der Teig…Zutaten…Mischen…Ich…und der Teig…Kneten…Teig…Kneten…Schließlich halte ich sie in Händen, eine glänzende, bunte Kugel. Es folgt ein liebevoller kleiner Klaps und dann landet die Kugel erst einmal im Ofen, denn wir beide müssen uns jetzt ein bisschen ausruhen. Mein Ofen ist recht klein, deshalb weiche ich in solchen Momenten auf die Couch aus.

Was natürlich eine Utopie ist, denn bevor ich die Füße hochlegen kann, muss ja irgendwer das ganze Back Chaos beseitigen und einmal feucht durch wischen. Falls es die Heinzelmännchen tatsächlich geben sollte mögen sie mich nicht besonders aber damit habe ich mich mittlerweile abgefunden. Falls ihr das also lesen solltet: Bei mir braucht ihr euch gar nicht blicken lassen. Ich kann das ganz wunderbar alleine. Auf so arrogante und selektive kleine Hosensch*** bin ich absolut nicht angewiesen. Doch das nur am Rande.

Jedenfalls ist es mittlerweile spät geworden und deshalb landet den Teig, nach der Ofen Gare, direkt im Kühlschrank, wo er über Nacht weiter ruhen darf. Gerade beim Brot backen denke ich sowie das Zeit sich nur positiv auf das Ergebnis auswirken kann. Meist bin ich zu ungeduldig. Hier hat es mal geklappt.

Als ich am nächsten Morgen in die Küche geschlurft bin und die Kühlschrank Tür öffnete, da bin ich beinahe aus den Adiletten gekippt. Ein morgendlicher Duftangriff. Eine Wolke aus Bärlauch und Hefe schoss mir entgegen. In dem Moment dachte ich: Das wird so gut! Es kann nur gut werden.

Voller Zuversicht habe ich dem Teig also ein wenig später den letzten Schliff verpasst und was soll ich sagen? Die Stangen sind kaum abgekühlt, da waren sie auch schon wieder fort.

Der Teig hat sich im Ofen nicht ganz so verhalten, wie ich es mir gewünscht hätte. Doch, da ich vorher schon gelesen hatte, dass glutenfreie Teige schwerer austreiben als Weizenteige habe ich mir im Vorfeld schon gedacht, dass die Konsistenz am Ende eher kompakt sein wird. So kam es dann auch aber ganz ehrlich, shit on this. Die Stangen waren einfach super lecker. Die Kruste ist spitzenmäßig geworden, dünn und knusprig, dabei nicht zu hart, genau wie beim Trester Brot. Da bin ich nach wie vor sehr dankbar dafür in einer Zeitschrift, beim Profi, auf die zwei Backblech Methode gestoßen zu sein. Bei diesem Verfahren gibt man ein Backblech auf die mittlere und eines auf die unterste Schiene des Backofens. Sobald der Ofen anschließend vorgeheizt ist gibt man das Brot auf das mittlere Blech und kippt ein Glas Wasser auf das Unterste. Seit ich auf diese Weise Brot backe wird die Kruste jedes Mal himmlisch. Danke Sandra. 😉

Geschmack und Konsistenz der Stangen haben mich sofort, nach dem ersten Bissen, an Pizzabrötchen erinnert. Die Kombination aus aromatischem Maismehl, würzigem Bärlauch und getrockneten Tomaten fand ich einfach genial. Die saftigen Oliven haben die Stangen zusätzlich noch mal ordentlich aufgepeppt. Und, weil mich der Geschmack so an Pizzabrötchen erinnert hat, habe ich sie hinterher auch ganz stilecht, einfach nur mit etwas leicht gesalzener Bärlauch Butter bestrichen und sie alle drei genüsslich vertilgt. Hinterher war mir ein bisschen übel, doch das war es wert. Eine Prise Gefühl und einen Esslöffel Liebe, dachte ich. Viel mehr braucht es manchmal gar nicht… Ach, ja. Kleine Küchenphilosophien für Marktfrauen und Gefühlsduselanten.

Nun aber zum Rezept:



Bunte Bärlauch Stangen

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Für die Füllung:

1 große Handvoll Bärlauch (ca. 50g)

6-8 getrocknete Tomaten (kurz in Wasser eingeweicht)

10-12 Oliven (hier grüne Oliven mit Stein)

2EL Thymian (getrocknet), nach Belieben Knoblauchpulver und 1EL Sesam

2EL gemahlene Leinsamen

Zubereitung:

Bärlauch klein hacken, getrocknete Tomaten aus dem Wasser nehmen, leicht ausdrücken, ebenfalls klein hacken, beides zusammen in eine Schüssel geben. Oliven gegebenenfalls entsteinen, halbieren oder feiner würfeln, zu der Tomaten Bärlauch Mischung geben, Leinsamen-Mehl undThymian darüber streuen, nach Belieben noch mit Knoblauchpulver und Sesam würzen.


Für den Teig: (ergibt drei mittlere Stangen)

300g Maismehl (+ 1 Handvoll Mehl für die Arbeitsfläche)

1/2 Würfel frische Hefe

1TL Zucker oder Süße nach Wahl

ca. 250-300ml lauwarmes Wasser oder Reismilch/Wasser Gemisch

2TL Backpulver

1 geh. TL Johanisbrotkernmehl

1/2 Zitrone (Saft)

1EL Öl

2TL Salz

Herstellung:

Mehl in eine Schüssel geben. Eine Mulde in die Mitte drücken. Backpulver und JBKmehl, um die Mulde herum sieben, Zitronensaft dazu geben. Hefe in die Mulde bröseln, mit Zucker bestreuen, ca. 150ml Reis-Wasser Gemisch dazu geben. Mit den Händen die Hefe vollständig darin auflösen. Ein paar Minuten zur Seite stellen. Warten bis die Mischung beginnt blasen zu werfen.

Mit den Händen das Hefegemisch, gleichmäßig unter das restliche Mehl arbeiten. (Man hat nun einen Krümel Teig).  Nach und nach Reis-Wasser dazu geben, dabei solange kneten, bis eine formbare, leicht feuchte jedoch nicht klebrige Teigkugel entstanden ist. Jetzt Salz und Öl, sowie die Füllung zum Teig geben und alles nochmal gut durchkneten. man sollte nun eine gut formbare Kugel haben. Diese in eine leicht geölte Schüssel setzen mit einem Küchentuch abdecken. An einem warmen Ort 2 Stunden gehen lassen. (Ich hab den Backofen genommen, eingeschaltete Lampe bei ca. 25°C ) Der Teig ist nun merklich größer geworden und duftet bereits himmlisch.

Der Teig kann nun über Nacht, mit Frischhaltefolie abgedeckt in den Kühlschrank gegeben werden oder direkt weiter verarbeitet werden.

Der letzte Schliff:

Arbeitsfläche befeuchten. Wichtig ist das der Teig hinterher von außen schön feucht ist, damit die Stangen eine schöne Kruste bekommen.

Den Teig auf die Arbeitsfläche setzten, nicht mehr kneten, da sonst zu viel Luft entweicht. Teig dritteln. Die Teig Stücke mit befeuchteten Händen, nacheinander, vorsichtig in die gewünschte Form bringen, mit einem Messer die Oberfläche mehrfach einritzen. Teiglinge 30Min. ruhen lassen, danach gegebenenfalls noch einmal mit etwas Wasser bestreichen.

Den Ofen auf 225°C Umluft vorheizen. Dabei ein mit Backpapier ausgelegtes Blech auf die mittlere Schiene, eines blanko auf den untersten Einschub geben. Teiglinge nebeneinander auf das heiße Backblechs setzen, ein Glas Wasser auf das untere Blech kippen. Ofentür sofort schließen, nach 3 Minuten kurz öffnen, damit die restliche Feuchtigkeit entweichen kann. In ca. 20 Minuten fertig backen. Nach ca. 15 Minuten die Temeperatur auf 180°C reduzieren.

Backen: Bei 225° Umluft 15 Minuten  + 5 Minuten bei 180°C

Für die Bärlauchbutter habe ich einfach Sojola mit etwas Meersalz und gehacktem Bärlauch gemischt^^ Lecker!

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5 Kommentare zu “Knackige und absolut glutvolle Italiener…Äh,glutenfreie.Ich meinte knackige und absolut glutenfreie Italiener… Dazu eine gesalzene Bärlauch Butter.”

  1. Ich liebe Maismehl! Das hast Du toll hinbekommen, über Nacht habe ich den glutenfreien Teig noch nicht gehen lassen,muss ich nächstens mal versuchen. Alle drei hast Du vertilgt? Hätte ich wahrscheinlich auch geschafft, wenn das so frisch aus dem Ofen kommt, bin ich kaum zu halten.
    Schönes Rezept, genau, was ich mag!
    Lieben Gruß Marlies

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo du Liebe
      Meine Mama meinte lachend, dass sie sich geradezu bildlich vorgestellt hat, wie ich die drei Stangen verputze und danach „is mir schlecht.“ nuschele. Manchmal ist es das halt wert. Es hat wirklich zu gut gerochen. Anscheinend kannst du das nur zu gut nachvollziehen. 😀
      Freut mich sehr, dass dir das Rezept gefällt. Ich liebe Maismehl auch! Geschmack und Farbe sind ist wirklich einzigartig.
      Ich will das Brot bald Mal für meine Mama backen, damit wir uns danach gemeinsam auf der Couch winden können. 😉
      Liebe Grüße
      Jenny

      Gefällt 1 Person

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