Die Geschichte vom alten Dachungeheuer und wie ich eine Ananas trug.

 

IMG_20160502_142448Vor meinem Balkon lebt ein scheußliches, altes Ungeheuer. Es ist dreckig und es ist grau. Es ist riesig. Es ist so riesig, dass man nicht an ihm vorbei sehen kann.

Sein Kopf lässt sich kaum von seinem Körper unterscheiden. Dieses schreckliche Ungeheuer. Irgendwie wirkt es formlos. Hat man den Kopf erst einmal ausgemacht, sieht man, dass von dort aus hässliche und krumme Fühler abstehen, die wild in alle Richtungen zeigen. Seine Panzerung ist unregelmäßig. Sie ist ebenfalls grau, wirkt glanzlos und hart. Kleine, kurze Stacheln sprießen unförmig aus dem Rücken hervor. Graues Chitin wechselt sich mit kleinen schwarzen, Quadrat förmigen Parzellen ab. Beulenartig wölben sie sich aus dem Panzer hervor.

Dann sind da noch die Narben. Viele kleine und größere Narben ziehen sich zick zack artig über den gesamten Körper. Manche sieht man deutliche, andere scheinen bereits lange verblasst. Auch am Kopf lassen sie sich erkennen. Ich glaube das Ungeheuer ist schon sehr alt.Im Vergleich zum Körper wirken Kopf und  Maul des Ungeheuers verschwindend klein. Das Maul sieht aus wie ein Schnabel, wie ein winziger Schnabel. Doch es ist kein normaler Schnabel, denn er ist rund. Manchmal frage ich mich ob das Ungeheuer sich über irgendetwas wundert? Ab und an ächzt grauer Rauch aus dem Schnabel hervor.

Wer genau hinsieht entdeckt, dass das Ungeheuer neben zwei großen milchig trüben Augen, die über dem Schnabel sitzen, noch unzählige weitere Augen besitzt. Sie sind viel kleiner als die beiden Hauptaugen. Ganz wie die Narben ziehen sie sich immer fort, über den gesamten Körper. Sie sind gläsern und von Staub bedeckt. Ich glaube das Ungeheuer kann nicht sehr gut sehen. Es hat auch keine Ohren. Ich glaube es kann nicht einmal hören. Doch ich. Ich höre es. Ich höre seinen Atem. Häufig ist es nicht viel mehr ist als ein leises rasseln. So manches mal murmelt kaum hörbar vor sich hin. Seltenst erhebt sich das Gemurmel heute noch zu einem volltönenden Rauschen. Hitzig ist das Ungeheuer dieser Tage nicht mehr. Wahrscheinlich war es das einmal. Die Narben lassen es vermuten. Heute sorgen Ventilatoren für einen kühlen Kopf.

Ja.Vor meinem Balkon lebt ein scheußliches, altes Ungeheuer. Es ist dreckig und es ist grau. Es ist ganz stachelig und es ist übersät von Narben. Seine Blick ist über die Jahre ganz trüb geworden und, wenn es einmal Ohren hatte, hat es die längst verloren. Die meiste Zeit spricht es mit sich selbst. Mit mir spricht es nicht. Es ist kein sehr sehr geselliges Ungeheuer. Eigentlich ist es auch gar kein richtiges Ungeheuer, denn ich fürchte es nicht. Manchmal setze ich mich zu ihm, da draußen, auf dem Balkon. Rauch zerstreut sich in alle Winde. Ich lausche still, schließe die Augen und plötzlich geschieht etwas seltsames. Das Gemurmel schwillt an. Es verändert sich. Es ist gar nicht das Gemurmel eines alten Ungeheuers. Es sind auch nicht die Ventilatoren des Supermarktes. Man muss nur richtig hin hören. Es ist das zeitlose Rauschen des Meeres und das, mitten hier, vor meinem Balkon.


Inspiriert von der Sonne und dem Rauschen des fernen Meeres stand der Tag heute kulinarisch ganz im Zeichen der kalten Küche und vor allem stand er im Zeichen einer bestimmten Frucht. So, dass es heute jenseits von Melonen hieß:

Ich habe eine Ananas getragen… Und gegessen habe ich sie auch.

Heute morgen gab es einen Smoothie,

bestehend aus 1/2 Ananas, einem Apfel, zwei Möhren und dem Saft einer Zitrone. Etwas Zitronenschale kam auch noch mit rein. Dazu gab es dann noch einen Schuss Agavendicksaft und natürlich Wasser.

Ich hab hier zusätzlich ein bisschen mit Gewürzen experimentiert und noch ein paar Anis Samen, sowie eine Mini Prise Zimt hinzugefügt, als wärmenden Ausgleich sozusagen. Morgens ist mir manchmal ein wenig kalt, außerdem mag ich es Smoothies mit Hilfe von Kräutern und Samen, nochmal eine ganz neue Geschmacksrichtung zu verleihen, so wie man das bei normalen Gerichten ja auch gerne tut. Experimentieren lohnt sich da.

Nachmittags gab es dann noch einen Obstsalat. Nein, DEN Obstsalat.

Den wollte ich eigentlich gar nicht fotografieren. Doch der Geschmack hat mich dermaßen hibbelig werden lassen, dass ich schnell noch ein Foto gemacht habe.Der Obstsalat war nämlich Mega lecker! Und das, obwohl eigentlich nix besonderes mit drin war.

Er bestand aus der anderen Hälfte der Ananas, zwei Topaz Äpfeln, einer Handvoll TK Kirschen und zwei Bananen.

Dazu kamen dann noch frische Minze, Zitronenmelisse und ein paar Kokosraspeln.  Obendrauf gab es ein paar Spritzer Zitronensaft, etwas Abrieb davon und ein bisschen Agavendicksaft.

Fertig.

Aber Hallo! Das war eine echte Obst Explosion! So lecker. Besonders die Zitronenmelisse hat es mir hier angetan. Bei der Minze wusste ich ja schon, dass ich sie sehr mag aber die Melisse! Bisher hab ich die eher links liegen lassen. Gestern gab es dann zum ersten Mal dieses Jahr ein etwas größeres Kräutersortiment. Der ganze Marktstand hat nach Frühling geduftet. Ich konnte nicht widerstehen. Mittags wanderten ein paar Kräuter in mein Körbchen. Nun freue ich mich natürlich um so mehr, dass ich auch zur Zitronenmelisse gegriffen habe.

Der milde, zitronig süße Geschmack passt hier wirklich ganz wundervoll zum fruchtigen Obst und ich bin einmal mehr begeistert, wie wenig es doch eigentlich braucht, um ein supercalifragilisticexpialigetisches Essen auf den Tisch zu zaubern.

Lecker!!

13 Kommentare zu „Die Geschichte vom alten Dachungeheuer und wie ich eine Ananas trug.“

  1. sehr schoen geschrieben, tolle Vorstellung vom rauschenden Meer (kenn ich auch noch aus meiner Zeit in Hamburg, wo der vorbeirauschende Verkehr umgewandelt wurde in Wasser, Steine und Wind) Die Rezepte sind natuerlich auch sehr lecker! lieben Gruss aus Montreal, wo wir immer noch auf den Fruehling warten.

    Gefällt 2 Personen

    1. Manchmal bedeutet Fantasie eben alles. 😉 Vielen Lieben Dank…
      Ich mag deine Rezepte ebenfalls sehr gern. Ich hoffe, ihr werdet bald auch ein wenig am Frühling schnuppern dürfen. Kann ja keiner mehr sehen und weg fantasieren, dieses kalte, ungemütliche Wetter. 😉
      Lieben Gruß zurück
      Jenny

      Gefällt 1 Person

  2. Ich habe eine genaue Vorstellung von Deinem Ungeheuer in meinem Kopf, Jenny, aber davon lassen wir uns nicht unterkriegen.
    Meine Ananas habe ich gestern verputzt, und ich gestehe: pur, kein Smoothie. Aber ich verspreche es!!!! Obstsalat könnte ich jeden Tag essen und riesige Portionen, meine Zitronenmelisse im Kräutergarten ist auch schon recht wüchsig, da kommt sie das nächste mal auch in den Obstsalat.
    Schöne sonnige Tage wünsche ich Dir, lieben Gruß Marlies

    Gefällt 3 Personen

    1. Nein, unterkriegen lassen wir uns nicht! Nicht, von so ein paar zahmen Dachungeheuern.
      Ach, keinen Stress, liebe Marlies. Nichts geht über pures, unverfälschtes Obst. Ich kann dich da vollkommen verstehen und am besten schmeckt es eh, wenn man richtig Lust drauf. Der Smoothie Moment wird schon noch kommen.
      Bei mir gab es heute auch wieder Obstsalat. Diesmal mit etwas aufpürierter, zitronisierter Kokosmilch. Auch sehr lecker!
      Ich wünsche dir ebenfalls ein sonniges Wochenende und eine schöne Zeit in Berlin, wenn ich das jetzt nicht durcheinander bringe. 🙂
      Lieben Gruß zurück
      Jenny

      Gefällt 1 Person

    1. Jaa, lieber Arno 🙂
      Ich liebe die sonnigen Tage, weil man da richtig viel Lust auf frisches und saftiges hat. Es ist ja nach wie vor ein Traum von mir rein rohköstlich zu leben aber bis dahin ist es wohl noch ein kleiner Weg… 🙂 Den Obstsalat mit den frischen Kräutern kann ich wirklich mehr als nur empfehlen. Der Smoothie ist wahrscheinlich Geschmackssache, wegen des Anis…
      Ich wünsche dir auch ein zauberhaft, sonniges Wochenende.
      Meines beginnt erst morgen Nachmittag 😉
      Lieben Gruß

      Gefällt 1 Person

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