I Zombie

Vor ein paar Wochen kramte ich morgens in Mutterns Kühlschrank nach einem i-Tüpfelchen für mein Avocadobrot Brot.

Ich tüpfle da am liebsten mit Zitronensaft oder Senf, wobei „tüpfeln“ sehr dezent formuliert ist. Avocadobrot mit Senf. Himmel!! Lecker und für mich eine ungefährliche Variante des herkömmlichen Ei-Brotes.

Ich sage ungefährlich, denn die Angst mir könnte unverhofft ein Küken entgegen flutschen, während ich mir doch eigentlich nur schnell ein Brot zubereiten möchte, saß früher tief. Allerdings hat sie sich, genau wie der Hai im Schwimmbad, nie Bewahrheitet. Meine Tante hatte da weniger Glück. Die Arme. Den spitzen Aufschrei aus der Küche werde ich nie vergessen! Und ich kann sagen, schuld war nicht der Hai…

Bei der Gelegenheit zeige ich doch gleich mal diesen kleinen Gesellen, der mir gestern im Wald entgegen geschlurft kam. Meditativ. Ich hab ihn Mirko getauft.

Doch es geht hier nicht um Küken, Haie, Schnecken oder die traumatische Vergangenheit meiner Tante. Nein, es geht um mein Avocado-Ei Frühstücksbrot, das ich an jenem morgen nur zu gern richtig schön dick mit Senf bestrichen hätte. Doch im Kühlschrank… Fehlanzeige! Kein Senf. Keine Zitrone. Dafür Ajvar. Den mag ich aber nicht. Wirklich nicht. Ich empfand den Geschmack schon immer als unangenehm. Wie konnte man sich so etwas nur freiwillig in den Kühlschrank stellen aber keinen Senf oder Zitronen da haben?

Und wenn die letzte Notfall Dose Erbsen gekocht und die letzte Vorrats-Nudel gegessen ist!! Kaffee, Senf und Zitrone werden noch da sein! Auf diese drei Dinge könnte ich nie verzichten. Wirklich nicht. Nie.

Nach einigem zögern griff ich schließlich doch zum Ajvar. Einen Versuch war es wert und irgendetwas musste schließlich auf die Avocadostulle. Ich strich das Ajvar also hauchzart aufs Brot, probierte und legte schnell noch einen Esslöffel oben drauf. Lecker!

 

Dieses Ajvar schmeckte wirklich gut. Ekelhaft gut. Ok, es war nicht wie mein Avocado-Ei Brot. Es war anders. Doch es war gut anders! Dem einen Brot folgte ein zweites und schließlich ein drittes… Und während ich so zufrieden vor mich hin kaute, dachte ich plötzlich über Ernährungsweisen nach. Ich dachte an Worte wie nie und immer. Ein bisschen musste ich sogar an die Liebe denken, an die und an James Bond… James Bond wurde übrigens in Wattenscheid geboren, wo ich aufgewachsen bin. Doch das nur am Rande, denn hier geht es eigentlich nur um Ajvar. Um nichts anderes.



-Ajvar-

schön scharf mit Jalapeños

Die Zubereitung war absolut unkompliziert und das Ergebnis fand ich umwerfend. Allein schon der Duft, der sich ausbreitet, sobald man das Ajvar aus dem Kühlschrank nimmt…Herrlich. Einen Tag durchgezogen schmeckt es noch besser.

Ergibt ca. 400-500ml  

Zutaten:

  • 4 Paprika (1Kg)/ rot oder bunt gemischt
  • 1 Aubergine (300g)
  • 5-10 eingelegte Jalapeños Stücke / 5 dezente Schärfe – 10 leichtes Schwitzen
  • 3 geh. EL Hefeflocken
  • 3 EL Zitrone
  • 1 kleine (rote) Zwiebel
  • 1½ EL Öl
  • 2 EL Agavendicksaft
  • 1 Knoblauchzehe
  • ½ TL Salz, ½ TL Cayenne-Pfeffer

Zubereitung:

Den Backofen auf 200ºC / Umluft vorheizen. Ein Backblech mit Salz bestreuen.

  • Die Paprika halbieren, die Aubergine rund herum mit einem Zahnstocher o.ä. mehrfach einstechen. Aubergine und Paprika (mit der Schnittfläche nach unten) auf das Backblech setzten, in den vorgeheizten Ofen schieben. Ca. 30-35Min. backen, bis die Paprikahaut dunkle Blasen wirft. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.Abgekühlte Paprika vom Kerngehäuse befreien und häuten, von der Aubergine ebenfalls die Haut abziehen
  • (Klassischerweise werden nun alle Zutaten gemeinsam im Topf geschmort bis sie zerfallen und die Flüssigkeit verdampft ist. Diesen Schritt habe ich ausgespart, der Energiebilanz & den Nährstoffen zu liebe)
  • Beides in ein feinmaschiges Sieb geben und mit der Hand den Großteil der verbliebenen Flüssigkeit (Ich hab sie in einer separaten Schüssel aufgefangen. Man kann sie zum Beispiel zum marinieren von anderem Gemüse benutzen oder als Zugabe in Salatsaucen verwenden) heraus drücken.
  • Paprika und Aubergine zusammen mit allen anderen Zutaten in einen Mixer geben oder mit dem Pürierstab nicht zu fein pürieren. Fertig.

Passt prima zu Nudeln, Kartoffel… Zu Bratlingen… Als Würzsauce für Pizzen, als Dip…Zusammen mit ein paar Sojamedaillons o.ä hat man ein leckeres Gulasch…

Als Suppe mit Avocadostückchen ein echter Geheimtipp!

Zum Abschluss noch ein hübsches Bild aus dem Wald.

 

 

12 Kommentare zu „I Zombie“

    1. Oh, ja das tut sie bestimmt! Ich sehe da keinen Frevel. Lieber Arno, Du darfst das Fleisch Wort in meiner Anwesenheit ruhig benutzen.
      Ich glaube ja daran, dass dein qualitativ hochwertiges Fleisch und mein Gemüse friedlich, nebeneinander, auf dem Grill, existieren können. 😉
      Zauberhaftes Wochenende
      Rohnifer

      Gefällt 1 Person

    1. Jaa! Selbstgemacht ist ja meist eine ganz andere Nummer. Keine künstlichen Zusätze. Weniger Salz und weniger Öl…
      Für mich ist das Rezept allein deshalb einer Entdeckung, weil ich Paprika eigentlich gar nicht so mag und weil wir auf der Arbeit oftmals richtig viele aussortieren müssen. So war es auch hier. Ich hatte die Paprika alle aus der Sammelkiste mitgenommen.
      Gebacken finde ich die Paprika richtig lecker und manchmal ändert sich der Geschmack ja auch. 😉
      Liebsten Gruß, Entspannung und Energie wünsche ich dir.
      Jenny 😉

      Gefällt 2 Personen

      1. Danke Jenny, kann ich brauchen.
        Paprika im Ofen geschmort ist für mich eine Offenbarung, da kann ich mich reinlegen, ich mag sie eigentlich immer, darum wunderte es mich, dass ich mit dem Ajvar so gar nicht klar kam, vielleicht hätte eine andere Firma ganz anders geschmeckt.
        Ein schönes sonniges Wochenende wünsche ich Dir,
        lieben Gruß marlies

        Gefällt 1 Person

  1. Früher gab es bei uns frisches Brot mit harter Kruste und einem Löffel Ajvar, wenn meine Mutter nicht zu Hause war und Papa was schnelles für zwischen durch machte. Immer das scharfe, das wir aus dem Urlaub mitgebracht haben. Ich mag es noch heute.
    Mirko ist übrigens ein guter Name für so einen hübschen Kerl.

    Gefällt 2 Personen

    1. Ach, ja der Mirko.
      Ich hoffe er würde es auch so sehen. 😉 Schön, dass dir das Rezept gefällt. Solcher Erinnerungen sind unbezahlbar. Ich denke da direkt an dicke Brote mit zwanzig Zentimeter Butter und zehn Zentimeter Mett aber da schüttelt es mich heute eher…schmunzelnd.
      Feurige Grüße 😉

      Gefällt 2 Personen

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