Doauwelle vegan, Locker leicht mit Joghurtcreme

Eine Donauwelle im Sommer…Ein himmlisch lockerer Mommy Cake, ohne Gluten und mit viel Liebe

Ein doppelter Nuss-Amaranthboden, mit schokolierten Kirschen, einer locker leichten, zitronigen Vanille-Joghurtcreme. Dazu ein Mandel-Haselnusskrokant, das sich als kleine Knusperzugabe im Boden befindet und das obenauf, gemeinsam mit ein wenig Zartbitterschokolade ein crunchy Topping abgibt. Glutenfrei. Ohne Butter und ohne Mist. Vegan, und das wichtigste: himmlisch lecker!! 

Gestern hatte die Frau aller Frauen Geburtstag und obwohl sie „wirklich keinen Kuchen und kein Geschenk“ haben wollte habe ich ihr eine Torte gebacken. Von falscher Bescheidenheit lasse ich mich nicht abhalten schon gar nicht an einem Geburtstag. Man sagt: Och, nö. Du musst doch nicht…Ich will gar nicht…Wirklich nicht, aber hinterher freut man sich schließlich doch wie eine Geburtstagskönigin, wenn das gute Stück vor einem steht. Und so kam es dann auch…

Sie fand die Torte wunderhübsch und nachdem wir sie angeschnitten und probiert hatte, klopfte sie mir Bier-ernst auf den Oberschenkel und sagte: „Du bist schon ne Gute.“ Warum ich mich daraufhin beinahe kugelte vor lachen begreift man wohl nur, wenn man meine Mama kennt, die nicht nur von mir als viel zu gut für diese Welt beschrieben wird. Humor hat sie auch, wie man sieht. Manchmal reicht da einfach einer ihrer Blicke und ich liege beinahe unter dem Tisch vor lachen. Sie ist schon einzig und als Mutter mehr als artig. Ein kleiner Geburtstags Kuchen ist da das Mindeste…

Obwohl ich bei meinen eigenen Sachen sehr kritisch bin und auch hier optisch das ein oder andere zu beanstanden hatte war ich insgesamt sehr zufrieden mit meinem Törtchen. Ursprünglich wollte ich eine vegane Donauwelle backen fand das gestern morgen dann aber doch irgendwie zu langweilig und auch zu mächtig und so entstand während der Zubereitung, nach und nach, diese glutenfreie und auch leichtere Variante.

Wer hier mitliest weiß außerdem, dass ich süßes Backen nun wirklich nicht mit zu meinen Stärken zähle. Allein deshalb habe ich bis zur letzten Sekunden gezittert ob der Kuchen gelungen ist. Ich entfernte den Tortenring. Die Anspannung, die in diesem Moment von mir abfiel, unbeschreiblich. Ich gestehe, ich war richtig stolz. Und als wir ihn dann probiert hatten und meinen Mama sagte, sie liebe Krokant, was mir bis dato gar nicht so bewusst war, da schwebte ich irgendwo auf Wolke Donau. Glück gehabt! Ich weiß wirklich nicht, wer von uns beiden sich am Ende mehr über den Kuchen gefreut hat…Da musste sogar Mamas Couch als Hintergrund herhalten. „Könntest du kurz den Fuß aus dem Bild nehmen?… Ich kann dein Bein noch immer sehen. Im-mer-noch…Ja, Danke. So geht’s.“ 😉

Es war wirklich ein schöner Nachmittag und hinterher dachte ich, dass wir so etwas viel öfter machen sollten und nicht nur an Feier- oder Geburtstagen. Zusammensitzen, lachen und Kuchen essen. Ein guter Vorsatz, wie ich finde.


Zum Rezept:

Alle Angaben sind in „ml“, weil meine Mama ihre Küchenwaage wirklich sehr gut versteckt hält! Im Nachinein fand ich das Abmessen mit dem Messbecher aber überraschend angenehm, auch was das notieren der Mengen betrifft. Nun verstehe ich auch warum die Amerikaner ihre Mengen in Cups abmessen.

Der Kuchen an sich ist recht leicht zuzubereiten, zumal man (und das ist jetzt ganz nach meinem Geschmack!) die ganze Zeit etwas tun kann und keine langen Wartezeiten zwischen den einzelnen Arbeitsschritten hat. Man muss nur hinterher ein bisschen Geduld mitbringen, weil der Kuchen im Kühlschrank abkühlen und fest werden muss.


-Mommy Cake –

„Eine Donauwelle im Sommer“

Zutaten: Für eine 18cm Springform.

1.Schritt.
Zuerst das Mark einer Vanilleschote auskratzen und mit 500g Pflanzenjoghurt verrühren. Schote ebenfalls dazu geben und das ganze schön durchziehen lassen, während man die Böden zubereitet. (Auch wenn hinterher mit Agavendicksaft gesüßt wird, verwende ich am liebsten ungesüßten Joghurt, z.B. von Alpro oder Sojade. Ich finde der ungesüßte schmeckt einfach besser. Ich hatte Sojajoghurt)

Für das Krokant:

  • 150ml gehackte Haselnüsse
  • 150ml gehackte Mandeln
  • 4-5 EL Roh-Rohrzucker
  • 1TL Kokosfett

Nüsse und Zucker trocken in der Pfanne rösten bis der Zucker geschmolzen ist und die Nüsse karamellisiert sind. Kokosfett zugeben, vom Herd ziehen, beiseite stellen.

Für die 2 Böden:

  • Das fertige Krokant (bis auf ca. 70ml, die bitte für das Topping aufheben)
  • 150ml gemahlene Haselnüsse
  • 150ml Maismehl
  • 300ml gepufftes Amaranth
  • 50ml Roh-Rohrzucker
  • Das Mark einer Vanilleschote (Auch, wenn sie deutlich teurer sind, Ich empfehle Bio, wegen des intensiveren Aromas)
  • 1 ½ TL Weinstein Backpulver + 1 Prise Natron
  • ½ TL Salz
  • 3 EL Agavendicksaft
  • 2 EL  von dem Pflanzenjoghurt
  • 50ml Reismilch (oder andere Pflanzenmilch)
  • Zitronenschale
  • ⇒2EL Backkakao (Für den zweiten Boden)
  • ⇒etwas Kokosfett für die Springform
  • ⇒1 Glas Schattenmorellen (abgetropft)

Alle trockenen Zutaten bis zum Salz miteinander mischen. Die restlichen Zutaten dazugeben, bis auf den Kakao. Kurz miteinander verrühren. Etwas weniger als die Hälfte des Teiges nun in eine separate Schüssel füllen, damit zwei ungleich dicke Böden entstehen. Den kleineren Teig mit dem Kakao verrühren.

Um beide Böden gleichzeitig backen zu können habe ich den dünneren Boden in der 18cm Springform gebacken und den zweiten, mit dem 18er Ring, auf Backpapier abgemessen und anschließend auf dem Boden einer separaten Springform gebacken. Weil der dünnere Boden hinterher die Unterlage des Kuchens bildet empfehle ich es so rum zu machen. Man kann dann ganz bequem die andere Lagen oben drauf-schichten und muss nichts hektisch hin und her fummeln. Wer zwei, gleichgroße Springformen besitzt ist da natürlich klar im Vorteil.

Den Boden der Springform(en) mit Backpapier auslegen und leicht einfetten, auch die Ränder. Die Teige in die beiden Formen drücken. Auf dem dickeren Boden ¾ der Schattenmorellen verteilen, die Restlichen auf den dünneren Boden geben, leicht andrücken.

Beide Böden im vorgeheizten Backofen bei ca. 165ºC (meine Mama hat einen Power Backofen) auf der mittleren Schiene backen. Der dünnere Boden war nach 30Min fertig, der dickere nach ca. 45Min. Da verlässt man sich am besten auf seinen Geruchssinn und die Stäbchenprobe.

Während der dickere noch bäckt, den dünneren Boden für 5 Minuten ins Eisfach geben.

Für die Vanille – Joghurtcreme:

  • Den restlichen Pflanzenjoghurt ( ca. 450g)
  • 7g Agar – Agar Pulver (1Pck.)
  • Das Mark einer Vanilleschote
  • 1 EL Zitronensaft + Abrieb einer halben Zitrone
  • 100ml kalte Reismilch (oder andere Pflanzenmilch)

Wer es am Anfang nicht getan hat, Den Joghurt spätestens jetzt mit den Vanillemark mischen oder die Schote wieder entfernen. Zitrone und Abrieb unterrühren.

Das Agar Agar in die Reismilch einrühren, nach Packungsangabe kurz aufkochen und köcheln lassen, vom Herd ziehen. Kurz etwas abkühlen lassen, dann nach und nach den Joghurt einrühren.

Den ersten Boden aus dem Eisschrank nehmen. Mit einem Messer den Boden ggf. vorsichtig von den Seiten der Springform lösen. Den Ring entfernen und ein bisschen nachfetten, wieder um den Kuchenboden legen und schließen. Die Joghurtcreme gleichmäßig auf dem Boden verteilen. In den Kühlschrank stellen.


Finish:

  • Den/das restliche Krokant
  • 1-2 Stücke von einem Block Zartbitterschokolade (lieber hinten drauf gucken ob sie wirklich vegan ist)

Der dickere Boden sollte mittlerweile auch fertig sein. Für 5Min. in den Eisschrank geben, wieder herausnehmen und auf den Boden mit der Creme schichten. Schokolade mit einer Handreibe über den Küchen raspeln.

Zum Schluss das restliche Krokant über den Kuchen streuen und den Kuchen für ca. 3Stunden in den Kühlschrank stellen. Danach den Ring vorsichtig entfernen und den Kuchen hübsch anrichten.


Zum Abschluss noch ein Foto von der humorigen Zielperson. „Kuchhän? Für mähech?“ Mit freundlicher Genehmigung 😉 …

 

…Und frisch geschorenem Haar, was recht schockierend ist, wenn man bedenkt, meine Mama früher immer die Frau mit dem Zopf genannt wurde. Nun wird aus ihren Haaren wahrscheinlich gerade irgendwo ein schöner Wohnzimmer Teppich gewebt. Aber auch das versteht wohl nur, wen sie und ihre Haarpracht kennt. Meine Mama. Ein Unikat.

Happy Birthday. ❤

26 Kommentare zu „Eine Donauwelle im Sommer…Ein himmlisch lockerer Mommy Cake, ohne Gluten und mit viel Liebe“

    1. 😀 Ja, ne!? Wir haben uns bei dem Bild auch nicht mehr einbekommen. Situationskomik! Schön, wenn man es mit Humor nehmen kann. 😉
      Und vielen lieben Dank für das große Kompliment. „Alter Schwede“ ist an Lob kaum zu toppen! 😀

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      1. Hi Jenny, sorry , habe dein Frage übersehen. Ich meinte damit immer wenn einem danach ist. das habe ich Hippe gebunden getauft…. LG Jacob

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    1. Danke dir du Herzensguter Küchenritter, auch im Namen meiner Mama. 😉
      An welcher Stelle steht, dass das Rezept nicht vegan sei? Ich kann den Rezeptfehler nämlich auch nicht finden und tippe eher auf einen Lesefehler.
      Liebsten Gruß und leckere Grüße zurück,
      Rohnifer 🙂

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  1. Die sieht gigantisch aus, Jenny! Richtig profihaft! Da hast Du was wirklich Feines für Deine Mama gezaubert und ich kann mir vorstellen, wenn ich mal wieder etwas mehr Zeit habe, das mache ich auch, Du hast es so schön beschrieben, das sollte man hinbekommen.
    Dann hast Du wohl Deine Haarpracht von Deiner Mama geerbt?
    Lieben Gruß Marlies

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    1. Na, das ging jetzt aber runter wie Albaöl!
      Dankeschön. Ich hab mich wirklich sehr bemüht das Rezept so kurz wie möglich zu halten aber trotzdem so, dass man die einzelnen Schritte leicht nachvollziehen kann. Da freue ich mich natürlich doppelt so sehr, dass du sagst ich hätte es schön beschrieben. 🙂
      Deine Geschmacksmeinung zur Welle wäre echt Spitze.
      – Wenn du denkst, ich hätte viele Haare, hast du die meiner Mama noch nicht gesehen. Die hat oder hatte noch viel mehr davon. So richtig dickes Strohhaar. Ehrlich gestanden bin ich froh, dass ich die nicht geerbt habe. Mir wäre das zu schwer und zu unbändig für langes Haar.
      Liebsten Abend Gruß,
      Jenny

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      1. Ich bin schon echt gespannt auf die Torte, leider habe ich dies Wochenende kaum Zeit und die will ich mir nehmen, so etwas bekomme ich nicht in Hektik hin.
        Habe immer die Marktgeschichte mit den Haaren im Kopf. Ich habe ja eher feineres, blondes (graues) Engelshaar!
        lieben Gruß Marlies

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      2. Wie hast du so schön gesagt, „läuft ja nicht weg“. Hektik ist ein Küchen-Killer.
        Engelshaar klingt doch auch sehr verlockend. Ich nenne meins eher, der widerspenstigen Zähmung…Ja, ja…
        Hat alles seine Vor- und Nachteile. 😉
        Lieben Gruß

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    1. Hallo Ottilie,
      Sorry, Ich hab ein bisschen Blog-Pause gemacht… Genau deshalb koche ich so gern. Weil es so schön ist, wenn hinterher alle zusammen sitzen, zusammen genießen, sich wohlfühlen und jaaa zusammen lachen.
      Essen bringt die Menschen einfach zusammen. 🙂
      Vielen Dank und liebe Grüße in ferne Küchen, Jenny

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