heftiges Ofengemüse

Gedankenverloren schob sie zwei Bleche in den Ofen …Was dann geschah, war unglaublich!

Ofengemüse. Variabel, unkompliziert, lecker… Heftig!

Sommerzeit ist Fruchtgemüse Zeit. Es fing an mit den Schlangengurken. Nun gibt die ersten eigenen Tomaten und Zucchini bei uns auf dem Hof. Bald folgen dann Paprika und Auberginen und diese kleinen leckeren Einlegegürkchen, die man so schön aus der Hand knabbern kann. Dazu gesellt sich der Duft von frischen Kräutern, Basilikum, Dill, Thymian… Auch, wenn das Wetter noch nicht ganz so mitspielen will, der Sommer liegt definitiv in der Luft.  Doch gestern fragte tatsächlich jemand am Stand nach Weißkohl. Weißkohl? Ich dachte, ich hätte mich verhört und musste noch einmal nachfragen. Im Nachhinein tat’s mir leid, denn ich habe wohl auch geguckt als hätte sie da tatsächlich eben einen Weißkohl? bei mir bestellt. Man will ja nun wirklich keinem Kunden das Gefühl geben, er sei völlig plemm plemm. Aber Weißkohl?… Im Sommer? Das ist wie Erdbeeren im Winter. Gute Frau, sagte ich, Edeka mag sein Obst und Gemüse lieben, egal wann und wo es gerade herkommt… Wir an unserem kleinen Marktstand halten es da eher mit dem Prinzip: Man muss sich auch mal vermissen können, um zu merken, was man aneinander hat. Deshalb. Erdbeeren im Winter. Nein. Weißkohl im Sommer. Auch nicht. Aber keine Angst, kommt ja wieder…

Letztendlich konnte ich die Kundin mit einem Sommer-zarten eigenen Spitzkohl bekannt machen. Er schien ihr zu gefallen. Hand in Hand zogen sie zufrieden von dannen.

Weißkohl im Sommer…Also, so was.

Nein! Sauerkraut und Weißkohl müssen warten. Hier gibt es jetzt was richtig heftiges, nämlich ein sommerliches Smart Food, auch Ofengemüse genannt.

Smart, weil man einfach alles, was man an Gemüse gerade so da hat klein schnippeln und auf das Backblech setzen kann. Die Kartoffeln kommen etwas zeitversetzt mit dazu. Und während man anschließend gemütlich die Füße hochlegt, besorgt der Ofen den Rest, bis sich dieser herrliche Duft in der Wohnung auszubreiten beginnt.

Nun kann man das Gemüse noch ein wenig marinieren.

Zum Beispiel mit einem Schuss Balsamico und etwas Knoblauch. Dazu ein paar frische Kräuter und eine kernige Nuss-Saaten Mischung on Top. Rote Jalapeños geben das kleine bisschen extra an Feuer…

Allein durch das Backen schmeckt das Gemüse aber auch pur einfach großartig.

Ja, der Ofen ist schon ein Guter.

Zum Rezept:


Heftiges Ofengemüse auf Meine Art! …Mit Kartoffeln und Stangenbohnen

Zutaten:

  • Gemüse/Menge nach Hunger und Wahl. Hier: 1 Paprika, 1 Aubergine, 2 Zucchini,  Eine Handvoll Cherry Tomaten und ca. 350g Stangenbohnen
  • 9 eher kleine Kartoffeln
  • Meersalz und Zitronenpfeffer
  • 1-2 EL Agavendicksaft

 

  • 2 Knoblauchzehen, gepresst
  • 3EL Basamico di Modena
  • Thaibasilikum, Bohnenkraut und Thymian, frisch, jeweils 1 EL voll
  • 6 rote, eingelegte Jalapenos, in Scheiben geschnitten
  • Für das Topping: Sonnenblumenkerne, Chia-, Sesam- und Leinsamen und ein paar pikant geröstete Erdnüsse

Zubereitung:

Zuerst heize ich den Ofen auf 200ºC Umluft vor.

Dann nehme ich zwei Backpapierzuschnitte, halte sie kurz unter fließendes Wasser und zerknülle sie, damit sie sich gut formen lassen. Kurz glätten. Ein Zuschnitt wandert auf das Blech, der andere auf den Rost.

Anschließend salze und pfeffere ich die Zuschnitte ein wenig.

Die gewaschenen Kartoffeln kommen nun samt Schale auf den Rost und werden einmal kurz durch die Salz – Pfeffer Mischung gerollt. Ein bisschen Platz lassen für die Paprika.

Zum Gemüse: Ich versuche es so zu schneiden, dass alles gleichzeitig gar ist.

Die Aubergine und Zucchini teile ich deshalb der Länge nach in drei Scheiben. Die Außenstücke ritze ich mit dem Messer ein wenig ein. Die Paprika entkerne ich und schneide sie anschließend in grobe Streifen. Die Stangenbohnen kann man im Ganzen garen. Ich hatte sie hier vergessen und habe sie nachträglich 5 Min. in der Pfanne gedünstet.

Das Gemüse (bis auf die Paprika) verteile ich auf dem Backblech und wende es einmal, damit es gleichmäßig mit der Salz – Pfeffer Mischung bestreut ist. Die Tomaten kommen im Ganzen nach vorne, direkt an die Ofentür und werden anschließend noch mit ein paar Spritzern Agavendicksaft besprenkelt. Hmm.

Nun zur Backreihenfolge:

Die Kartoffeln bekommen 10 Minuten Vorlaufzeit, einen Einschub über der Mitte.

Nach 10 Minuten lege ich die Paprika Scheiben dazu, auf die mittlere Schiene schiebe ich das Backblech mit dem Gemüse.Nach 25- 30 Minuten sind Gemüse und Kartoffeln gar.

Zum Schluss wird mariniert:

Auberginen und Zucchini schneide ich in etwas mundgerechtere Stücke. Anschließend wandert das Gemüse in eine Schüssel und wird mit dem Knoblauch, den frischen Kräutern und dem Balsamico mariniert. Noch die Jalapeños unterheben und die kernige Mischung oben drauf streunen.

Schmeckt auch kalt als Salat einfach himmlisch.


Obacht!

Der Gemüseauswahl sind hier keine Grenzen gesetzt, sofern man die verschiedenen Garzeiten im Blick hat und das Gemüse dementsprechend unterschiedlich klein schneidet oder es zeitversetzt auf das Backblech setzt. Sonst sieht es nämlich hinterher eventuell so aus:

 Über-karamellisierte rote Zwiebeln.

Geschmacklich Top. Aber das Auge isst ja auch irgendwie mit…

27 Kommentare zu “Gedankenverloren schob sie zwei Bleche in den Ofen …Was dann geschah, war unglaublich!”

  1. Ich finde die neuen und aus alten neu gezüchteten Sommer-Weissköhler nicht schlecht für schnelles und sommerliches Curry und ähnliches. Als mir der milde sommerliche Weisskohl am Stand unseres Bioland-Hofes zum ersten Mal auffiel, war ich kurz etwas verwirrt, aber klar, die Kopfkohlsorten für den Sommeranbau sind halt einfach nur nicht so lagerfähig. Hier ist die Ackerpille ja seit einiger Zeit ganz groß in Mode.
    Aber wenn man wirklich saisonal lebt und das vor allem auch durch den eigenen Anbau geprägt wird, hat man jetzt sooooviel zu verwenden und zu essen, da braucht man an sich keinen Kopfkohl, da gebe ich Dir recht.

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    1. Danke für deinen Kommentar 🙂
      Ich greife im Winter ja selber zu TK Früchten, esse Bananen und Avocados und manchmal esse ich genau wie du Spitzkohl oder ähnliches im Sommer. Die Frage nach dem Weißkohl hat mich eher amüsiert als ernsthaft schockiert. Trotzdem. Die Lebensmittel Palette wächst kontinuierlich, nicht nur in den Läden sondern auch bei uns am Marktstand. Wenn du im Winter keine Tomaten und keine Bananen im Sortiment hast bleibt die Kundschaft aus. Überspitzt gesagt. Ich wusste früher nie was, wann Saison hat und selbst jetzt habe ich manchmal noch Schwierigkeiten, weil wir gewisse Waren, wie Zwiebeln, Porree oder Möhren (fast) ganzjährig im Sortiment haben und ich jedes Jahr wieder vergesse, wann der Wechsel von Lagerware zu frischer stattfindet.
      Probleme, die du wohl nicht hast. Zu schön, wenn man beobachtet kann, wann und wie die Dinge wachsen.
      Die Arbeit die der Anbau mit sich bringt, verdränge ich jetzt einfach mal und beneide euch statt dessen lieber noch ein bisschen um eure paradiesischen „Garten“ Verhältnisse.
      Lieben Gruß 😉

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      1. … und die kargen Zeiten wenn die letzten Lagergemüse oll und schrumpelig sind aber draussen noch nichts neues wächst und selbst die Wildkräuter noch so zart sind, dass sie eine Ernte nicht wegstecken würden … usw. usf. Nee, schon gut, dass man viel und gut zukaufen kann. Nicht zu wissen was wann Saison hat ist halt ein Kollateralschaden wenn man keinen Bezug zum Anbau hat. Wobei ich Dein Amüsement nachvollziehen kann! Witzigerweise habe ich gerade einen Beitrag geschrieben, wo viele dieser Aspekte vorkommen und es auch um Ofengemüse geht. Strange.

        Liebe Grüße

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      2. Ich glaube der Sommer bietet sich einfach an für ein leckeres Ofen- oder Grillgemüse, weil es die Aromen von Paprika, Aubergine und Co. so fein herauskitzelt. 🙂
        Ich finde das gar nicht mal so strange. Ich baue zwar nicht selber an aber die Themen und Gedankengänge sind wohl ähnlich, wenn man im Obst- und Gemüsemetier arbeitet. 😉
        Einen schönen Tag wünsche ich dir!
        Lieben Gruß,
        Jenny 🙂

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  2. Mir läuft gerade das Wasser im Mund zusammen, aber ich werkel ebenfalls in der Küche und es wird etwas veganes 😉 Übrigens habe ich aus Spitzkohl auch schon prima Krautsalat gemacht, falls deine Kundin das vor hatte. Gemüsige Grüße an meine liebste Queen of Leckerness 🙂 ❤

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    1. Ofengemüse ist seit zwei Wochen mein absoluter Favorit! Was hast du denn feines gezaubert lieber Arno? Wirklich toll, dass du so offen für die vegane Küche bist. 🙂
      Ich weiß gar nicht, was die Kundin mit dem Kohl vorhatte. Krautsalat würde mir auch schmecken. 😉
      Liebsten Gruß ❤

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      1. In meinen vielen Italienurlauben in den 70ern, als Kind, habe ich immer eingelegtes Gemüse geliebt und das habe ich jetzt selber versucht mit eigenen Kräutern. Das Rezept folgt nächste Woche ist aber kinderleicht. Ich wünsche dir ein fabelhaftes Wochenende liebste kickende Queen of Leckerness ❤

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      2. Liebster Arno, Irgendwie teile ich deine Italien Verbundenheit. Ich hatte ja in einem Beitrag erwähnt, dass ich als Kind ein paar Wochen auf Elba waren. Die Abschlussfahrt in der 13 ging in die Toskana. Unglaublich schön! Die Landschaft, die Olivenhaine, die Menschen…Als Jugendliche habe ich mich eines Nachmittags hingesetzt und in einem Rutsch eine Kurzgeschichte geschrieben. Ich weiß gar nicht mehr genau, worum es dabei ging. Es war wohl eher so Rosamunde Pilcher mäßig aber den Titel, den weiß ich noch. Der lautete nämlich: „Und ich fand mein Glück in Italien“ 😀 Jahrelang hatte ich ein Bild in meinem Jugendzimmer hängen, darauf war eine Haus in der Toskana und ein wenig angedeutete Landschaft zu sehen. Ich habe meinen Freunden immer erzählt, dass das eines Tages mein Haus sein wird. 😉
        Italien ist schon ein besonderes Land. Als meine Mama mit mir Schwanger war überlegten meine Eltern dorthin auszuwandern. Irgendwie schade, dass sie es nicht getan haben…
        Ich bin gespannt aus dein Gemüsi. 😀
        Liebsten Gruß und auch dir ein fabelhaftes Wochenende 🙂 ❤

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    1. Hallo du Liebes Blumenmädchen. 🙂
      Ich verwende selten Öl, besonders wenn ich mit Auberginen koche. Die saugen sich immer so voll und dann schmeckt das ganze Essen nur noch nach Öl. Das Ofengemüse und die Kartoffeln funktionieren auch ganz wunderbar ohne. Ich mache dann lieber hinterher noch ein paar Nüsse und Saaten dran. 😉
      Lieben Gruß

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  3. Ofengemüse ist einfach immer gut und das Blech immer zu klein! Immer denke ich, jetzt bleibt mal ein schöner Rest, aber es schmeckt so gut, da kann ich machen, was ich will. Mindestens 1 x die Woche gibt´s das bei mir, aber ich könnte viel öfter. Lauwarm mag ich es am liebsten, da kommen die Aromen meiner Meinung am besten durch. Du sitzt ja auch gut an der Quelle mit dem Gemüse Jenny! Bei mir im Küchengarten läuft das dies Jahr nicht so richtig rund, aber wir werden trotzdem satt.
    Lieben Gruß Marlies

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    1. Jaa, das Blech ist immer zu klein!
      Ich esse seit zwei Wochen fast nix anderes mehr. Ich habe da wohl Nachholbedarf, weil ich bisher kaum Ofengemüse gegessen habe.
      Es scheint kein gutes Gartenjahr zu sein. Viele Kunden haben mit Schnecken zu kämpfen und einige Obst, und Gemüsesorten wollten bisher auch nicht richtig wachsen. Uns sind viele Erdbeeren kaputt gegangen und der Spargel wollte auch nicht so recht.
      Trotzdem, Verhungern muss hier auch keiner!
      Lieben Gruß,
      Jenny

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      1. Einfach zu viel Wasser! Ich bin froh, dass ich dies Jahr keine Erdbeeren habe, wie die aussehen würden weiß ich. Heute habe ich schon überlegt, ob ich nun meine Tomaten spritzen muss, eh alles hin ist, werde ich es tun, das wäre zu schade. Meine Zucchini sind Monster, die lieben die Feuchtigkeit. Jedem das Seine, da müssen wir wieder viel Zucchini essen.
        Lieben gruß Marlies

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      2. Es wäre wirklich schade um die Tomaten! Eigene Tomaten sind was feines, besonders, wenn vieles andere so spärlich ausfällt. Zucchini finde ich himmlisch aber der Mensch lebt ja nicht von einem Gemüse allein. 😉
        Ich warte auch schon ganz ungeduldug darauf, dass unsere Tomaten auf den Markt kommen. Die kleinen Mengen, die es bisher gibt wandern in den Hofladen aber Dienstag soll es soweit sein! Ich hab ein neues Mozzarella Rezept mit Sojajoghurt gefunden. Das wollte ich dann mal ausprobieren.
        Ich drück dir die Daumen, dass es mit den Tomaten was wird. 🙂
        Schönes Wochenende,
        Jenny

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    1. Die Zwiebeln waren mega Lecker! Muss gar nicht immer so perfekt aussehen. Ein paar Röstaromen dürfen es schon sein. Was machst du denn mit dem Spitzkohl? Hast du da ein Lieblingsrezept? Ich mag ihn am liebsten roh, als Salat. Ich könnte da durchaus ein paar Anregungen gebrauchen…
      Lieben Gruß

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      1. Auf die Idee den roh zu essen bin ich noch gar nicht gekommen, muss ich mal testen. Ich seh grade, das Spitzkohlrezept hab ich hier noch gar nicht geteilt, mach ich nachher gleich mal 🙂 Im Endeffekt total simpel, nur mit etwas Öl, viel Knoblauch und Chili angebraten und dazu etwas Reis. So habe ich ihn bei meinem Lieblings-Chinesen „Nihao“ als „Traditionell gebrochenen Spitzkohl“ kennengelernt – köstlichst!

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