28 Augüste später… Eine Marktfrau hing im Wetterseil. Schön Blöd.

Oder auch Tellersommermix 2016 

Pizza Mimimi, mit Dinkel-Möhrchenboden, überbackenen Auberginen, Rucola und Walnüssen, dazu eine gefüllte Tomate und ein kleiner Fenchel Melonensalat

Och, nö! Schon wieder Wetter?

Man! Was ist das nur für ein Wetter?

Wetter 2016 – Ich war dabei!

Ach, so langsam reicht’s ja dann auch mit dem Wetter.

Also normal ist das nicht..!

„Wann wird’s mal wieder gar kein Wetter?“ (leise gesummt vom Käse-Andreas)

Und es war Wetter…

***

Liebes Tagebuch,

Heute hatten wir mal wieder Wetter. Ja, ich weiß. Schon wieder!?…Dabei hatten wir doch erst gestern Wetter und vorgestern und den Tag davor ebenfalls. Ich kann es ja selbst kaum glauben! Doch es ist so. Es will einfach nicht aufhören Wetter zu sein und so langsam verzweifle ich daran, denn es wird von Tag zu Tag schlimmer. Ich habe das Gefühl es breitet sich aus. Hatten wir zu Beginn der Woche lediglich ein bisschen Wetter, traf es uns heute mit voller Breitseite. Wir hatten so richtig Wetter. Es ist beängstigend. Selbst die Kunden…Ich höre es an dem Zittern in ihrer Stimme. Sie versuchen das Wetter mit einer flapsigen Bemerkung abzutun, doch in ihren Stimme klingt die Angst. Sie bricht sich durch jede einzelne Gott verdammte Silbe. Die Kunden fürchten das Wetter. Genau wie ich. So, wie wir alle.

Es begann heute morgen ganz früh, viel zu früh und es zog sich durch den gesamten Tag. und selbst jetzt, tief in der Nacht, während ich dir stumm diese Zeilen schreibe, lauert das Wetter vor meinem Fenster. Ich kann es spüren. Es ist da draußen… Es wartet. Aber worauf denn nur? Was will das Wetter von uns? Nadine sagt, dass Wetter sei gekommen um uns zu zermürben. Warum? Na, das sei doch klar. Weil wir es ständig verhöhnt hätten. Niemand von uns habe das Wetter je respektiert. Seine Kunst. Es einfach Wetter sein zu lassen, so wie es wollte. So, wie es sich fühlte… Keine gutes Haar hätten wir je am Wetter gelassen. Nie durfte es so sein wie es wirklich war. Immer hatten wir etwas an ihm auszusetzen… Früher oder später rächt sich so etwas. Da dürfe man sich nicht wundern. Wie dieser Typ, dem sie als Kind immer verboten hatte Comic Bücher zu lesen, der der sich dann später selbst den Namen Dagobert gegeben hatte, um Geld zu erpressen, wirklich viel Geld, wahrscheinlich um sich sämtliche Comicbücher seiner verpassten Kindheit zu kaufen… So richtig geklappt hatte das damals nicht, doch in den kommenden Jahren hatte er ja viel Zeit, um zu lesen. Da waren bestimmt auch Comicbücher dabei. Auch wenn die dann nur geliehen waren. Solche Dinge passieren. Wenn ständig soviel Druck von außen verübt werde, da könne man schon mal durchdrehen… Das Wetter, ein rachedurstiges Mobbingopfer? So richtig plausibel erscheint es mir noch immer nicht, doch wenn ich so aus dem Fenster blicke…Das Wetter. Es ist da. Nach wie vor. Vielleicht werden wir es nie wieder los. Vielleicht wird von nun an jeden Tag Wetter sein. Die Möglichkeit besteht. Vielleicht wird es Zeit sich damit abzufinden. Irgendwie müssen wir ja versuchen unser Leben unabhängig vom Wetter zu leben. Doch, wie nur? Wir müssen einen Weg finden…

Jenny


Nachtrag, 06.08. 2016

Das Wetter, es ist tatsächlich geblieben. Der alte Herr T. vom Büdchen hatte es gewusst. Er hatte es bereits vergangene Woche gewusst und er sagte es mir und dabei hat er dann so komisch gelächelt. Er sagte, ob Sonne oder Regenwetter. Eines ist gewiss. Auch morgen wird wieder Wetter…

Seine Worte hatten etwas endgültiges gleichzeitig aber lag in ihnen etwas seltsam beruhigendes, eine unbestimmte Sicherheit, die ich noch nicht greifen konnte. Kurz danach veränderte sich alles. Die Worte des alten Herrn T. hallten durch meinen Kopf, wieder und wieder flossen sie gleichmäßig durch meine Wetter-getrübte Gehirnsuppe und plötzlich klärten sich die Dinge. Herrn T.s Worte hatten wie ein Gehirnfilter gewirkt. Der Nebel hatte sich gelichtet. Ich trat in die Küche. Ich fing an zu hantieren. Ich vergaß sogar, dass Wetter war. Herrn T.’s Worte hatte mich gerettet…

Zum Wetterunabhängigen Rezept:


-Und es war Sommer… Pizza „Mimimi“-

Mit kuriosem Möhrchen Boden, Mit überbackenen Auberginen und Mit kleinen Cocktail-Tomaten, Rucola und Walnüssen

Für eine knusprige ca. 34cm Pizza!

Möhrchen Boden:

  • 250g Mehl (Dinkel und Buchweizen gemischt)
  • ca.100g Möhrchen (1 mittlere)
  • 1/2 Pck. Trockenhefe + 1 1/2 TL Weinstein Backpulver
  • je 1 TL Salz, Zucker
  • 150ml lawarmes Wasser
  • 3 EL Pflanzenjoghurt
  • 2 EL Öl
  • Mehl zum ausarbeiten

Zubereitung:

Mehl in eine Schüssel geben, eine Mulde in die Mitte drücken, dorthinein Hefe und Zucker geben, ca.50ml von dem darüber geben, mit etwas Mehl bedecken. Salz und Weinstein um das Loch streuen, die geraspelte Möhre dazu geben. Das restliche Wasser dazu geben, alle Zutaten kurz miteinander verkneten, das Öl und den Pflanzenjoghurt dazu geben. Den Teig aus der Schüssel nehmen. Hände und Arbeitsplatte gut bemehlen. Den Teig auf der Arbeitsplatte ca. 5 Min. gut kneten, bis ein elastischer Teig entstanden ist, ruhig zwischendurch noch etwas Mehl dazu geben. Ein Backpapier dünn mit Öl bestreichen, ein wenig bemehlen. Den Teig auf dem Backpapier in Pizza Form ziehen oder ausrollen, auf das Backblech geben. Mindestens 25. Min an einem warmen Ort gehen lassen.

Derweil den Belag vorbereiten:

Mimimi-Belag:

  • ca. 250g Aubergine (eine Mittlere)
  • 8 Cocktail Tomaten (oder mehr)
  • 1/4 Töpfchen Hummus Pikant (Aldi)
  • 6-8 gehackte Walnüsse
  • ein paar Spritzer Limettensaft,
  • Rucola und Bohnenkraut (Oder Oregano, Thymian oder Basilikum…)

Zubereitung:

Die Aubergine in Scheiben schneiden und mit dem Hummus bestreichen. Die Cocktail Tomaten halbieren (nicht am Strunk entlang schneiden sondern quer), Tomaten entkernen, damit der Boden hinterher nicht so aufweicht (z.b. mit einem kleinen Kaffeelöffel. Dabei hat der sich Strunk direkt mit gelöst)

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Den Ofen auf 220°C Umluft vorheizen

vorbereiteten Pizzateig bereitstellen, die Ränder zuerst mit ein wenig Wasser, anschließend mit ein wenig Öl bestreichen, Pizzaboden mit den Auberginenscheiben belegen, die Cocktailtomaten in den Zwischenräumen verteilen oder auf die Auberginen legen, Pizza mit ein paar Spritzern Limettensaft beträufeln und mit den Walnüssen belegen. In den vorgeheizten Backofen geben,

5Min. bei 220°C, weitere 10-15Min. bei 180°C backen.

Die fertige Pizza anschließend mit dem Rucola und dem  Bohnenkraut bestreuen. (Ich hab noch etwas gepressten frischen Knoblauch oben drauf gegeben^^)

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Eine Tomate habe ich spaßeshalber mit etwas Hummus gefüllt und vorab vernascht. Früher habe ich so etwas ähnliches eine Zeit lang verkauft.

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Gefüllte Sachen sind ja recht beliebt bei Geburtstagen und anderen Feiern. Sie sehen nett aus und man kann sie mit den Fingern Hand so weghapsen. Gefüllte Tomaten sind ja zudem noch recht unkompliziert zuzubereiten…und lecker, soo lecker. ;-.)

Dazu gab es einen flott gemachten Fenchel Melonen Salat mit Koriander, etwas Agave und Balsamico und ganz vielen Walnüssen. Ich hätte ja nie gedacht, dass Melone und Walnüsse so gut zusammenpassen. Ich hatte diese Woche richtig Heißhunger auf Walnüsse! mit Koriander. Schnell gemacht und wahrscheinlich allein deshalb fast noch besser als die Pizza. 😉

Zur Deko gab’s dann noch eine kleine Chia-Straße.

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Während wir nun gemütlich beisammen sitzen, an unseren Pizzen mümmeln und genüsslich im Salat herumstochern, möchte ich gerne mit den Worten eines Mannes enden, der mir, ganz wie der alte Herr T., ein gutes Stück meiner ausgeprägten Fühligkeit nehmen konnte:

„Und, Du stehst im Regen und du wirst nicht nass. Es regnet an dir vorbei.

Über deinen  Lieblingswitz, hat wieder keiner gelacht.

TU dir leid. Tu dir leid.

Tu dir leid.“

Herbert Grönemeyer-Selbstmitleid

Mittlerweile traue ich mich wieder vor die Tür… sogar wenn dort mal wieder Wetter herrscht.


Allen ein schönes Wochenende

 

.

21 Kommentare zu „28 Augüste später… Eine Marktfrau hing im Wetterseil. Schön Blöd.“

    1. Ich sag ja! E s breitet sich aus… Doch irgendwie muss das Leben ja weiter gehen^^
      Na, ich glaube ich wär da nicht Buddha genug, um mich hinzusetzen und ein ganzen Buch zu schreiben. Aber ich überlege eine gebundene Rezept/Textsammlung drucken zu lassen, sobald ich mehr Rezepte habe. Das wär schon schön…Dann schicke ich dir eins. Dankeschön.^^
      PS: Die Pizza lohnt sich! Besonders, wenn draußen mal wieder Wetter herrscht.

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  1. mal wieder sehr schoen geschrieben! Fuer die Pizza war es bei uns zu heiss (ich fuehl mich wirklich schlecht, wenn ich sage, dass es bei uns in Montreal immer noch zwischen 25 und 30 Grad plus sind – dafuer wird es aber schon um 20:15 dunkel. Wir haben den Melonensalat genossen, mit roasted pecan, das war dann super lecker. liebste Gruesse aus dem kanadischen Sommer.

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    1. Hallo Sabine, Ich hoffe euer Umzug ging ohne größere Komplikationen von statten und, dass nichts und niemand unterwegs verloren ging! 😉
      Der Sommer ist hier ein kleiner Reinfall, doch mir ist es recht. Ich mag es nicht, wenn es zu heiß ist und man sich kaum noch bewegen mag und das Gehirn regelrecht dahin schmilzt… So passt es dann auch mit der Pizza und den Salat mag man auch bei lauen Temperaturen genießen. Mit Pecan-Nüssen, klingt verlockend. Die hatte ich schon lange nicht mehr.
      Ich freue mich, dass ihr nach dem Umzug nun sommerliches Wetter genießen könnt. Noch vor ein paar Tagen hat mir jemand erzählt, wie wunderschön der kanadische Sternenhimmel sein soll…
      Liebe Grüße, Jenny

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      1. Danke Jenny, der Umzug war diesmal etwas aufwendiger, da wir mit Buero und allem umgezogen sind. Das Wetter ist noch super und wir fahren viel mit dem Fahrrad. In Montreal sind die Fahrradwege so schlecht, dass mir gestern das Gemuese aus dem Korb gefallen ist. Montreal ist die Stadt der schlechten Strassen und ewigen Baustellen. Da geniesse ich es, wenn wir ab und zu auf dem Land sind – oder im Wald, da ist der Sternenhimmel besonders schoen….lieben Gruss Sabine

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      2. Oh je! Das arme Gemüse und du. Geschüttelt noch bevor es gerührt werden konnte. 😉
        Ja, das klingt nach einem anstrengenden Umzug unter erschwerten Bedingungen und das bei dem Wetter. Ich hoffe, dass sich alles mittlerweile einigermaßen gefunden und vor allem seinen rechten Platz gefunden hat. 😉
        Holprige Grüße, Jenny 🙂

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    1. Hallo du liebe Gabi 🙂
      Ehrlich gestanden haben ich das mit den Tomaten selber noch nie so getan und hinterher dachte ich selber, Mensch, warum haste das denn noch nie so getan? 😉
      Ich hätte die Pizza mit dir geteilt, denn sie war wirklich riesig und danach musste ich mich auf die Couch rollen. Für ein wenig Hilfe deinerseits wäre ich da sehr dankbar gewesen! 😀
      Liebe Grüße und Dir einen beschwingten Start in die neue Woche. ❤

      Gefällt 2 Personen

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