Die Nicole, der Apfel-Streusel und die Wiesn.

Irgendwann möcht‘ ich auch mal Kundin sein.

Denn als solche erlebt man einen (Fest)Tag auf dem Biohof ja ganz anders! Vielleicht stelle ich beim nächsten Hoffest einfach einen Pappaufsteller dahin, hinter die Theke meine ich. 167 Zentimeter Mitarbeiterschaft mehr oder weniger. In der Masse verläuft sich das doch und fällt gar nicht weiter auf.

 

Ich stehle mich jedenfalls davon, schlendere über den Hof und sichere mir erst mal ein großes Stück veganen Apfel-Streusel und eine Maß Kaffee. Reichlich eingedeckt geht’s dann ab auf die Wiesn, hier eine eher ruhigere Wiesn, die etwas abseits des großen Trubels liegt. Die Band spielt auf und ich wippe mit dem Fuß.

Das Gras duftet angenehm warm, denn heute ist ein besonders sonniger Tag. Kein Regewölkchen in Sicht. Also sowas… Die Sonne kitzelt mir die Nasenspitze, ich sitze so da, wippe, schichte Kaffee auf Kuchen auf Kaffee, bis mir beinahe der Bauch platzt; Derweil die Kinder kreischend auf den Traktoren herum klettern und die Muttis versuchen entspannt zu bleiben. In der Menschenmenge entdecke ich Nicole und ihren Mann. Ich winke ihnen vergnügt zu und sie schlendern heran. Nach dem ganzen Kuchen gerät das Aufstehen etwas schwerfällig, doch es gelingt schließlich. Wir umarmen uns, Nicole und ich. Ihren Mann hingegen bitte ich, aufgrund einer leichten Intoleranz, mir mit den Reibekuchen nicht zu nahe zu kommen. Er lacht.

Und so sitzen wir eine Zeit lang nebeneinander im Gras und beobachten still das rege Treiben um uns herum.

Wie es ihnen denn bisher bei uns gefalle, frage ich schließlich, als mein Blick erneut die Kinder streift. Jenny, es ist wirklich schön hier, antwortet Nicole. An ihrem Blick sehe ich, dass es stimmt. Sie nickt. Und plötzlich sprudeln die Worte nur so aus ihr heraus. Sie holt ihre Kamera hervor und beginnt zu erzählen. Ich sehe und höre einfach nur zu, denn heute habe ich frei. Ich genieße…

Ein Tag auf dem Biohof Bursch, in Wort und Bild. Nicole hat darüber geschrieben. Danke Nicole. Wirklich. Danke von Herzen. Vielleicht mögt ihr Nicoles Bericht mit mir gemeinsam genießen, denn während ich den Tag durch ihre Augen erlebe wird mir klar, dass man hinter der Theke stehend, tatsächlich nur die Hälfte vom magischen Taler sieht. Wir glauben an den Zauber des Biohofs, doch Nicole hat ihn gesehen.

Für mich ist dieser Perspektivwechsel jedenfalls total spannend. Er ist, wie der Kaffee zum Kuchen, eine feine Abrundung und außerdem ist er wie ein Geschenk an alle Beteiligten, die ihre ganze Energie in das Gelingen der Nutbush City Limits 2016. gesteckt haben.


Ach, und PS:

Falls euch beim nächsten Hoffest plötzlich der seltsame Duft von Zeitungspapier in die Nase ziehen sollte oder ihr den Eindruck gewinnt, ich sei irgendwie einsilbig…

Könntet ihr dann schweigen?

Ihr wisst ja wo ihr mich findet. Setzt euch doch zu mir… Und bringt gern noch ein Stück von dem veganen Apfel-Streusel mit.

Danke Nicole.

 

 

 

5 Kommentare zu „Die Nicole, der Apfel-Streusel und die Wiesn.“

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