Containering. Flames went Higher… Mediterrane Salbei-Nudeln mit überbackenen Auberginen, Kichererbsen und Kürbiskernpesto.

Die launische Herbstzeit ist keine Fruchtgemüse Zeit, insbesondere nicht bei uns auf dem Wochenmarkt. Eigene Tomaten, Gurken, Zucchini, Auberginen. Alles abgeerntet und vorbei. Jetzt gibt es Kohl, Wurzelgemüse, Topinambur, schwarzen Rettich…. und Wintersalate wie Endivie, Postelein, Feldsalat oder Zuckerhut… oder diesen tollen asiatisch angehauchten Wildkräuter – Mix-Salat, ach, ich könnt Ewig so weiter aufzählen. Lecker! Jede Jahreszeit bringt ja so ihre ganz eigenen, kleinen kulinarischen Schmankerl mit sich. Mein aller erstes BlogRezept war der Insalata di Bruno Marso, mit Granatapfel und karamellisierten Brotstückchen, ein Wintersalat, unten links zu sehen.

Wo war ich?… Weil wir allerdings ein Kundenfreundlicher Biohof und letztendlich ja dann doch irgendwie ein Unternehmen sind, dass auf dem hart umkämpften Obst-und Gemüse Markt überleben möchte, gibt es auch jetzt noch Tomaten, Auberginen und Co., nur dann halt nicht mehr aus eigener Ernte sondern aus dem Zukauf. Fruchtgemüse im Winter, ein immer wieder heiß diskutiertes Thema, bei uns. Ich habe schon mehrfach darüber geschrieben, doch ich finde man kann es gar nicht oft genug sagen. Die nun herrschenden herbstlichen Temperaturen sind so rein gar nichts für das empfindliche Fruchtgemüse. Man muss die Ware jetzt gut schützen und sie möglichst warm einpacken, sonst bekommen die Tomaten, durch die Kälte, schnell braune Flecken und das Fruchtgemüse wird wabbelig und weich. Wer will schon eine weiche Gurke essen? Ich persönlich würd nicht mal ne feste Gurke essen wollen aber gut…Wer Mangos, Kaki und Datteln auf dem Küchentisch liegen hat sollte da mal nicht mit Steinen werfen.

Wir Mitarbeiter, und besonders unsere größte Gemüse-Schutzpatronin Sabine, geben jedenfalls unser Bestes, das Fruchtgemüse möglichst unbeschadet durch Herbst und Winter zu tragen, indem wir ihm all unsere Herzens- und Heizungswärme angedeihen lassen aber leider können wir selten alle retten und so landen oft ein paar von ihnen in unsere Sammel- aka Kompost- aka #AbendessenKiste. So auch hier. Auberginen mit unansehnlichen, braunen Stellen. Ich konnte sie einfach nicht zurück lassen, genau so wie das halb verkümmerte Bund Salbei…

Letztendlich kam dann vor ein paar dieses Gericht dabei raus, das ich eigentlich gar nicht veröffentliche wollte, denn Handykamera + Herbstlicht = Ich dreh gleich durch! Die Bilder werden einfach nicht so schön. Ernsthaft!?

 Halten wir es doch einfach wie damals, bei sanft rot-leuchtenden Klausuren im Deutsch LK, begleitet von einem: Liebe (Dsch)jennifer, du könntest ja… Eine ganze, halbe Note, Kind! – Ach, echt? Eine ganze, halbe? Wow… Is mir egal. Der Inhalt zählt.

Der Inhalt war hier wirklich sehr lecker. Seit Tagen denke in an dieses Abendessen, wie an einen verwirrend guten Kuss.^^ Denn, es war lecker und es kam unverhofft. Es hat mir mal wieder gezeigt, dass die tollsten Rezepte oft dann entstehen, wenn man eigentlich überhaupt keinen Plan und so gut wie keine Erwartungshaltung an das Ergebnis hat. Einfach mal mit dem arbeiten, was da ist… Salbei, Aubergine, Kürbismus. Ein absoluter Hochgenuss, wenn es anschließend schmeckt und ein schönes Gefühl noch dazu. Ganz wie der Kuss…

Zum Rezept:


Überbackene Auberginen & Salbei-Nudeln mediterran,

mit Kichererbsen. Kürbiskern.Art 

Für 2 Personen

Überbackene Auberginen mit Kürbiskernpesto:

Backofen auf 200°C Umluft (oder Grillfunktion) vorheizen.

  • 2 große Auberginen, in Scheiben schneiden (je dünner die Scheiben, desto knuspriger das Ergebnis, Je dicker, desto cremiger. Ich hab beides gemacht und zusätzlich ein kleines Grillmuster in die Auberginen geritzt. Das muss nicht sein aber bei dickeren Scheiben machen ich es eigentlich immer so. Normalerweise bin ich faul und überbacke die Auberginen mit Hummus)

Für das Auberginen-Pesto,

  • 2 EL Kürbiskernmus mit
  • 1 TL (Oliven)Öl
  • 1 EL Sojasauce
  • 1 Knoblauchzehe, gepresst
  • 1 EL Zitronensaft + 1/2 TL Zitronen-Abrieb
  • 1 EL Hefeflocken
  • etwas Agavendicksaft
  • Pfeffer, Bul Biber (oder z.B. Chiliflocken oder Cayenne), sowie einer Mini Messerspitze Kreuzkümmel verrühren und abschmecken

Die Auberginenscheiben von einer Seite mit dem Pesto bestreichen, auf ein oder zwei, mit Backpapier ausgelegte Backbleche geben. Ca. 25-30 Minuten knusprig backen. Zwischendurch ein paar Mal die Ofentür öffnen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.


Salbei-Nudeln ❤ :

Ein kleines Herz muss hier sein. Nudeln in Kombination mit Salbei sind so sagenhaft lecker, unglaublich.

Pasta: Ich hab ca. 200g genommen und zwar gemischt Dinkel- und Maisnudeln.

Nudeln nach Packungsanweisung kochen, leicht abtropfen lassen, zurück in den Topf geben.

  • 1/2 Dose abgespülte Kichererbsen (kurz in der Pfanne geröstet oder Pur)
  • 4  in Öl eingelegte, getrockneten Tomaten
  • 6-8 Oliven, (zitronige, grüne oder z.B. mit Mandelfüllung)
  • eine Handvoll Salbeiblättchen oder auch ein ganzes Bund 😉

Alle Zutaten, bis auf die Kichererbsen, in (feine) Streifen schneiden und unter die Nudeln heben. Eventuell ein paar Salbeiblätter für die Deko aufheben.

Nudel-Pesto, Sauce…Ach, ich weiß auch nicht:

Ähnlich dem Auberginen Pesto und der Grünkohlchips Marinade

  • 2EL Kürbiskernmus
  • 1 EL Geburtstags-Olivenöl (Das ist wichtig für die feine extra-Note!)
  • 2 EL Hefeflocken
  • 1 Zitrone, Saft + Abrieb
  • 1 EL Senf – mittelscharf
  • etwas Agavendicksaft
  • Sojasauce, Pfeffer

Alle Zutaten miteinander verrühren, abschmecken.

Pesto-Sauce entweder unter die Nudeln heben, oder/und  elegant um die Nudeln drum herum drapieren.

Guten Appetit,

wünscht die kleine Winter-Nougat Praline.^^

 

 

 

 

 

 

10 Kommentare zu „Containering. Flames went Higher… Mediterrane Salbei-Nudeln mit überbackenen Auberginen, Kichererbsen und Kürbiskernpesto.“

    1. Guten Morgen liebe Erika,
      Jaa! Die Kunden trauen sich an die Wurzeln. Mal abgesehen von den Wintertomaten-Fans ist unsere Kundschaft mehrheitlich sehr, sehr Saisonal ausgerichtet… Ich glaube das Menschen, die auf einem Wochenmarkt einkaufen gehen und besonders wenn sie dann noch zu uns an den Bio.Stand kommen so sind. Sie haben ein Verständnis für die Ware, für Saisonalität, Ethik und Qualität. Egal ob Veganer, Ethiker, Muttis oder durch Krankheit gezeichnete… Es gibt die unterschiedlichsten Gründen warum die Leute unsere ungespritzen 1,45 Euro DEMETER Radieschen kaufen und nicht zu den 40 Cent Dingern aus dem ALDI greifen.Der Wille zur „Guten Ernährung“ und zur Nachhaltigkeit ist da. Und ich finde, da ist es auch die Aufgabe eines guten Verkäufers, den Kunden auf diesem Weg zu unterstützen, z.B. indem man auf Dinge aufmerksam macht und dem Kunden Tipps mit an die Hand gibt, was sich aus Schwarzwurzeln, Quitte, Topinambur und Co. so alles zaubern lässt…Erfahrungsgemäß sind die Leute nämlich sehr dankbar für (neue) Rezept-Vorschläge und Anregungen.
      Und insbesondere diese Verkäuferin freut sich diebisch, wenn ein. „Oh, das probier ich mal. Dann geben sie mir mal ein paar Schwarzwurzeln.“ kommt 😉 Mal ganz abgesehen davon, dass ich so manches, feine Rezept überhaupt erst durch Kunden entdeckt habe, wie neulich z.B. den „Wasserkefir“.
      Das ist wohl der größte Unterschied zwischen Super- und Wochenmarkt. Man hat einfach eine engere Bindung zu den Kunden, man kann sich austauschen und manchmal lernt man sogar voneinander…Ach, jetzt hab ich mich richtig in romantische Stimmung geredet! 😉
      Auf die Vielfalt!
      Lieben Gruß, Jenny 🙂

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      1. Liebe Jenny herzlichen Dank für deine Antwort, die mich rundherum erfreut und zuversichtlich macht. Als ehemaliges Kind der Gastronomie kenne ich das Thema der saisonalen Küche sehr gut und ich finde es absolut Klasse, dass ihr auch mit Rat und Rezepten da seid für eure Kunden. Denn nur so, kehren wir wieder zurück zu einer ausgewogenen und gesunden Küche. Denn jedes Pflanzerl hat seinen Sinn für uns Menschen, und das Wissen geht sonst leider verloren. Ich war gestern in München auf dem Viktualienmarkt und geniesse diesen Ausflug in die Lebensmittelwelt immer sehr, wobei man dort ja alles bekommt. Es ist spannend, lehrreich und voller wunderbaren Begegnungen. Ich wünsch euch weiterhin viel ERfolg und ich bin sicher, ihr bleibt eurer Philosophie treu. Auf bald und liebe Grüsse Erika

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      2. Liebe Erika, Ich danke dir für diese wundervolle und Einblick – gewährende Antwort. ❤ Meine Eltern waren ja auch mal Gastronomen, doch das liegt schon Jahre zurück…
        Jedes Pflanzerl hat seinen Sinn für uns Menschen… und niemand braucht Tomaten im Winter. Aber es ist wie du sagst, es steht uns einfach immer alles und meist zu viel von allem zur Verfügung. Der Natürliche Instinkt dafür, was uns wann gut tut, geht da leider manchmal verloren. Bevor ich auf dem Biohof angefangen habe wusste ich mit Worten wie Saisonal, Bio oder Wildkräutern leider selber nicht viel anzufangen…Achtsame Ernährung und ein Bewusstsein für die Umwelt entwickeln. Neben Mathe, Physik etc. hielte ich das für ein notwendiges Unterrichtsfach. Doch damit schafft man wohl keinen Mehrwert für die späteren Eliten. Da kann man als Kind mal wieder nur auf ein "gutes" Elternhaus hoffen oder darauf, dass einem zufällig mal ein Biohof über den Weg läuft. 😉
        Schön, dass du deinen "Markttag" genießen konntest. habe das lebendige Gewusel quasi deutlich vor Augen. 🙂
        Liebe Grüße zurück
        Bis bald, Jenny

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  1. … Wurzelgemüse, die Süsse, die dem Winter fehlt, ergänzend in farbiger Weichheit…. Salbei, ein Komplettpaketbote der nur feinsinniges anliefert, sparsam und intensiv zurückhaltend… so wie das Petersilienwurzelmännchen balzend vor Frau Mangold 😉

    Gefällt 2 Personen

  2. Was soll ich sagen liebe Rohnifer? Du bist eine Verführerin ❤ Wir haben wohl einen ähnlichen Kochansatz, weil wir es beide nicht übers Herz bringen einfach etwas wegzuwerfen, nur weil es nicht mehr ganz so schön ist. Zuerst dachte ich auch, "Wow, die Jenny hat Honig-Senf Vinaigrette auf die Auberginen gestrichen, wie lecker ist das denn?" 😀 Kann aber noch kommen, denn da liegen noch zwei lila Dinger in meiner Küche, die um Wärme geradezu betteln. Morgen werde ich ihnen den Wunsch erfüllen und etwas damit anstellen, von dem ich jetzt noch nix weiß 😉 Allerliebste Grüße aus Marburg 🙂

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    1. Na als „Verführerin“ wurde ich bisher ja noch nicht bezeichnet. Das ist ja mal ein schönes Kompliment, an das ich mich gut gewöhnen könnte! 😉 Vielen Dank.
      Ich habe auch schon gedacht, dass wir einen ähnlichen Geschmack haben, denn ich glaube wir beide mögen eine Küche die „einfach, lecker“ und doch mit einer gewissen Raffinesse versehen ist. Da kommt das Essen dann mal etwas chic’er und mal etwas unaufgeregter daher aber immer mit dem Fokus auf das Produkt, was, wie ich neulich gehört habe wohl absolut dem Foodtrend 2016 entspricht. Wir sind quasi Trendsetter, wow. 😉 Wenn ich sehe wie liebevoll du dein Essen immer anrichtest und was für hübsche, kleine Kerlchen du aus der Ware bastelt…So etwas macht nur jemand der voller Fantasie und Kreativität steckt und der Respekt für das Lebensmittel empfindet, mit dem er arbeitet. Wie könnte ich das nicht großartig und inspirierend finden? ❤ Ich hoffe du hast etwas feines aus deinen Auberginen zaubern können…
      Ich hab gestern übrigens gelesen, dass in Berlin nun das erste Dessert-Restaurant eröffnet hat, mit passender Cocktail-Begleitung. Ein mehr-gängiges Menü, das nur aus Desserts besteht…Wenn es jetzt noch vegan wäre, würde ich sofort den ICE buchen. ❤ 😀
      Ein schönes Wochenende wünsche ich dir noch in deinem verträumten Marburg, du lieber Arno. Gibt es eigentlich schon Neuigkeiten bezüglich deiner Kochbuch-Pläne???
      Herzlichst, Rohnifer ein bisschen Bond(uelle)

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