Bonjour Herbst-Tristesse…Vanille-Zimt Milch aus geröstetem Buchweizen und extrem leckere Kekse aus dem Trester, mit Aquafaba – Glutenfrei.

Oder auch: Das kleine Küchenglück, denn ich habe dieses kleine Küchen-Erfolgserlebnis so gebraucht, ein Rezept, das einfach aus dem Nichts entsteht und das tausend kleine Glücksimpulse durch den Körper schießt. Beim Keksteig-schlecken hat sich ein ganz heimeliges Kindheitsgefühl eingestellt. Mama zog es schnüffelnd in die Küche:

„Mensch, das riecht hier aber nach Weihnachtsmarkt.“

 Was, da so Weihnachtlich roch waren die Kekse.

Herrlich duftende Buchweizenkekse, deren zart-schmelzender Kern an einen Brownie oder eine Schokoganache? erinnert. Ist ja keine Schokolade drin… Hergestellt habe ich die Kekse aus Aquafaba

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und dem Trester einer gerösteten Vanille & Zimt-Milch.

Man trinkt die Milch, denkt im ersten Moment, och ja, aber im Nachgeschmack, haut es einen dann so richtig aus den Schuhen. Der Nachgeschmack ist einfach so nussig! Meine Kollegin hat mich gefragt ob Schokolade drin sei? Nee, nur Buchweizen und ein paar Gewürze… 

Die Idee dazu Milch aus Buchweizen herzustellen habe ich von „Plantifulskies“ dem echt spannenden Blog einer Flugbegleiterin, der hauptsächlich rohköstlich orientiert ist und dem ich auf Facebook folge. Ich kann da wirklich nur ganz groß Danke! sagen. Das war wirklich mal was ganz neues für mich. So eine tolle Idee…Für das Ursprungsrezept wird roh-eingeweichter Buchweizen verwendet. Ich habe den Buchweizen statt dessen angeröstet.

Angeröstet…

Gerösteter Buchweizen schmeckt einfach unglaublich nussig und aromatisch. Vielleicht hat mein schnuckeliges Versuchskaninchen Steffi den Geschmack deshalb mit Schokolade assoziiert.Vor einiger Zeit hatte ich ein süßes Knusper-Segel aus Buchweizen hergestellt, um damit meinen Vla aufzupeppen und genau so mag ich ihn eigentlich auch am liebsten; In der geröstet-karamellisierten Variante, gerne zum Beispiel zusammen mit ein paar Mandeln oder etwas Studentenfutter in der Pfanne karamellisiert. Noch etwas Zimt und Vanille drüber. Der Duft ist der Wahnsinn und es schmeckt nach Weihnachtsmarkt und gebrannten Nüssen. Da kann es draußen rumpeln und toben, ich sitze eingemummelt in meinem Bett und mümmel zufrieden an meiner Knusper-Mischung. Die kleinen Krümelchen, zwischen denen man am nächsten Tag erwacht, transportieren einen richtig heimeligen Weihnachtsduft. Duftkerzen werden da überflüssig. Das hier ist allerdings kein Knusper sondern

Milch und Kekse,

ein Klassiker und gleichzeitig auch wieder nicht. Geröstete Buchweizenmilch und Tresterkekse, deren Teig mit veganem Eischnee aufgeschlagen wird, klassisch? Naja… Durch die Zugabe der Gewürze und ihrer leichten Süße geht die Milch eher schon als Smoothie durch, eine Art Herbst Smoothie vielleicht. Man könnte zum Beispiel noch eine Banane und/oder etwas Kokos- oder Nussmus, für eine cremigere und gehaltvollere Konsistenz hinzufügen, dann hätte man wirklich einen Smoothie. Das ganze leicht erwärmt und in eine Thermoskanne verpackt;

Wer sagt eigentlich, dass man im Herbst kalte Obst-Smoothies trinken muss?

Was mich bei den Keksen mit am meisten begeistert hat ist, dass alle Komponenten für sich allein genommen schon ziemlich lecker schmecken, sowohl der Teig, als auch der süße Eischnee, dessen Reste ich hinter einfach wie eine Mousse gelöffelt habe und dann natürlich der fertige Keks mit seinem ungewöhnlich soften Kern.

Ja, lecker war’s! Herrlich duftend, experimentell und absolut entspannend, nach dieser…ausnahmsweise mal chaotischen Woche. Die Biohof reihen lichten sich, denn auch Bio schützt anscheinend vor Krankheit nicht! Die Mitarbeiter-reihen lichten sich. Da ruft der Joachim mich Freitag Nachmittag vom Hof aus an und sagt, verlegen lächelnd: „Jenny, der Plan hat sich schon wieder geändert. Es ist noch jemand krank geworden. Ihr seid morgen nur zu viert und es wird jemand dabei sein, der noch nie verkauft hat. Tut mir leid. Ich dachte, ich sag dir schon mal bescheid, damit du dich mental darauf vorbereiten kannst…“ Danke, Joachim! Wirklich, danke!.. Nee, ernsthaft und so lautete auch meine Antwort. Mich kann so etwas nicht aus der Ruhe bringen. Ob zu dritt, viert oder zu fünft am Marktstand: Man macht halt seine Arbeit, setzt auf die Geduld der Kunden und irgendwie kriegt man es immer hin, dass hinterher alle Beteiligten glücklich und zufrieden nach hause gehen… Gestern hatte ich zwar dementsprechend, nach der Arbeit, einen richtigen kleinen Drehwurm im Kopf, vom vielen hin und her eilen… Doch, ich war ja vorbereitet! 😉 Ja, Wir haben es hinbekommen und wir haben es sogar sehr gut hinbekommen. Es durfte quasi, sogar gelacht und getratscht werden. Also lieber Joachim, falls du das hier liest und ich sag ja immer, das solltest du mal: Team Schlebusch stand wie ne eins. Was sonst …Sehr gern geschehen. 😉

Manchmal habe ich ja ein bisschen Angst, dass es irgendwann einfach vorbei ist mit den Rezepten und dem Spaß am Kochen und Bloggen. Könnte ja passieren… Doch, eigentlich mache ich mir da vorerst keine Sorgen.

Zu den Rezepten:


– Buchweizenmilch –

schmeckt sowohl warm, als auch eiskalt…

Man braucht:

  • 120g Buchweizen
  • 700ml lauwarmes Wasser
  • 2-3 EL Ahornsirup oder Süße nach Wahl
  • Zimt und Vanille

Den Buchweizen in der Pfanne kräftig anrösten, anschließend im Blender oder Zerkleinerer zu Mehl vermahlen. Gemeinsam mit dem Wasser im Mixer aufpürieren. Durch einen Nussmilchbeutel passieren (Ich hab mir stattdessen im dm ein feinmaschiges Wäschenetz gekauft für ca. 2Euro), gut ausdrücken. Die gewonnen Buchweizenmilch mit den restlichen Zutaten noch einmal aufmixen. Das im Nussbeutel aufgefangenen Buchweizenmehl wird nun für die Kekse verwendet.


Softe OrangenLebkuchen Kekse

– mit Aquafaba –

Für ca. 10 Kekse

Zuerst wird der vegane Eischnee hergestellt.

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Dazu nimmt man das Einweichwasser einer Dose Kichererbsen und schlägt es, gemeinsam mit 1 getr. TL Weinsteinbackpulver und einem Spritzer Zitrone, ca. 3 Minuten mit dem Handrührgerat auf. Nach drei Minuten ist aus dem Wasser schon einen deutlich cremiger Schaum geworden. Nun gibt man 2 EL Rohrohrzucker und 1EL Agavendicksaft hinzu und mit die Masse solange weiter bis, bis die Creme seidig glänzend und Steif geworden ist. Für die Kekse benötigt man knapp die Hälfte des Eischnees. Den Rest kann man einfach so löffeln oder anderweitig verarbeiten.

Für die Kekse benötigt man:

  • 240g Buchweizen-Trester, die doppelte Menge der Milchherstellung also
  • 3 EL Erdnussmus + 1 EL Sesammus
  • 3 EL Ahornsirup + 1 EL Kokosblütenzucker
  • Abrieb 1/2 Orange + 1 EL Saft + zwei Spritzer Zitronensaft
  • viel Vanille, etwas weniger Zimt, eine gute Messerspitze Muskatblüte
  • 4 EL Aquafabaschnee

Alle Zutaten bis zum Eischnee miteinander verrühren. Das klappt einfach mit Hilfe einer Gabel. Den Teig unbedingt probieren. Er schmeckt so lecker! Beachten sollte man, dass der Teig hinterher, durch den Aquafabaschnee noch süßer wird.

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Keksteig, wie Nussmus

Den Backofen auf 160°C Umluft vorheizen.

Zum Schluss vorsichtig und mit Geduld den Eischnee unter die Masse heben. Der Teig wird nun richtig schön fluffig. Den relativ flüssigen Teig auf ein gefettetes, mit Backpapier ausgelegtes Blech geben. Dazu einfach mit einem EL Teig-Kreise auf das Blech klecksen. Im vorgeheizten in ca. 15-20 Minuten fertig backen.


Wo wir gerade so gemütlich beisammen sitzen warme Milch trinken und Kekse futtern möchte ich euch gerne noch auf den diesjährigen Spendenkalender von Arno von Rosen hinweisen. Arno verkauft jedes Jahr zu Weihnachten einen selbst-gestalteten Kalender, dieses Jahr sogar in drei! leckeren Varianten, 😉 um Spenden für Krebskranke Kinder zu sammeln. Der gewonnene Erlös wird komplett gespendet. Vielleicht sucht ja der ein oder andere von euch noch nach einer Möglichkeit zu Weihnachten etwas gutes zu tun und der Kalender ist definitv ne feine Sache.

Und ich warte auch schon ganz ungeduldig auf Arnos großes Keks-Special! Kekse…^^

16 Kommentare zu „Bonjour Herbst-Tristesse…Vanille-Zimt Milch aus geröstetem Buchweizen und extrem leckere Kekse aus dem Trester, mit Aquafaba – Glutenfrei.“

    1. Mein herzallerliebstes Blumenmädchen, Mein Versuchskaninchen sagte, die Kekse seien lecker, auch weil sie nicht so süß wären…aber mit dem Zucker kann man ja auch immer ein wenig spielen. In der Industrie werden Salz, Zucker und Fett ja oft in rauhen Mengen zugegeben, schlicht weil es billiger ist und weil die Sachen sonst nach nichts schmecken würden. Das nächste Mal gibt es eine deftige Lasagne oder Grünkohlpizza für dich! 😉 Und du hast recht: Es war ein riesen Spaß. Ich glaub ich bin schon lange nicht mehr so versunken, in einem Rezept. Da köchelte so einiges! 😉
      Hab einen schönen Tag 🙂 ❤

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  1. Liebste Rohnifer, vielen Dank für deine Unterstützung ❤ Tatsächlich sind es zwar nur zwei Kalender, aber immerhin ist einer ohne Fleisch und mit ganz wenigen tierischen Produkten, die eine Könnerin wie du leicht abwandeln kann. Jetzt, wo ich deine neue Weihnachtsmilch und die Tannenbaumkekse gesehen habe, möchte ich deine Erwartungen an meine Kekse doch etwas dämpfen, denn es sind einfach nur Kekse, aber bisher hat es wenigsten allen geschmeckt 😉 Dir eine gesunde und leckere Woche! 🙂

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    1. Guten Morgen mein ❤ – allerliebster Arno. 🙂
      Ich möchte dieses Jahr auch einen Kalender bestellen, den vegetarischen natürlich. Ich dachte an 3 Varianten, wegen der mit den heißen Männer-schnitten, den ich bei FB gesehen habe. 😉 Der wäre allerdings zuviel für mich. Ich hatte mit 18 mal einen Chippendales Kalender + Eintrittskarten für eine Show von einer Freundin zum Geburtstag geschenkt bekommen. Das hat für alle Zeiten gereicht. 😉 Wobei diese Show noch um einiges besser war als das Bollywood Musical, in das sie mich geschleift hat!…
      Dein Kalender ist eine feine Sache, die ich gerne unterstütze. ❤
      Ich freue mich trotzdem auf deine Kekse, denn es sind ja nie einfach nur Kekse. Es ist ein Einblick in fremde, vorweihnachtliche Backtraditionen. In mir lösen solche Rezepte etwas ganz heimeliges aus. Da kommen Kindheitserinnerungen hoch. Der Stollen sah übrigens zum anbeißen aus.
      Liebste Grüße und Gesundheit auch für dich 😉 ❤

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      1. Ach sooooooo! 😀 Ich hatte den Männerkalender gar nicht so ernst genommen, aber viele Damen wohl schon 😉 Meine Revolution war schon mit 15 Jahren, als ich eine Dame vom Playboy an meine Wand gehängt habe, deren Haare fast bis zum Boden reichten. Meine Eltern reagierten jedoch überhaupt nicht, sodass ich mir andere Dinge überlegen musste etwas aus dem Leben auszubrechen 😀 Heute bestelle ich die Kalender und freue mich seeeeeehr über deine Unterstützung ❤

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  2. Woah klingt das herrlich *_* das wäre jetzt genau das Richtige um den Abend zur Ruhe zu bringen.

    Mir schwirrt nämlich auch ganz schön der Kopf, nicht weil auf der Arbeit viele Krank sind, sondern weil die Leute grade kaufen WIE BEKLOPPT! Naja, Kerzenshop und Vorweihnachtszeit … da ist nix mit ruhig und besinnlich ^^

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    1. Oh, ja das glaub ich dir. Die Kerzen haben jetzt bestimmt Hochsaison. Bei uns steht der große Ansturm noch an. Arbeitstechnisch gesehen sind die Tage kurz vor Weihnachten wirklich alles andere als besinnlich. Da braucht man eher einen guten Schlachtplan und gute Nerven aber das kennst du ja dann anscheinend. 😉 Irgendwie machen solche Ausnahmesituationen ja auch trotzdem Spaß…Ich glaube, dass dir die Buchweizenmilch richtig gut schmecken würde, weil sie vom Geschmack her sehr an die Haselnussmilch erinnert. Kekse gehen ja sowie so immer. Nervennahrung. 😉
      Schön, dass es mit dem Shop so gut läuft. Weiterhin frohes Schaffen… Mögen die Kekse mit dir sein.^^

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  3. Meine liebste Veganista! Das ist ja der absolute Wahnsinn! Ich kann die Gewürze und den gerösteten Buchweizen förmlich riechen! Das klingt köstlich, zugegeben echt aufwändig, aber – hey – großartig! Deine Kreativität und Dein angstfreies Herangehen, bewundernswert! Ich kann Dich echt nur in den höchsten Tönen loben, Du bist echt eine Veganqueen und so bezaubernd noch dazu!
    😘❤️ ich verbeuge mich vor so viel Kreativität! 🍄

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  4. Hallo Jenny, ein tolles Rezept! Ich bin auch immer total begeistert, wenn aus dem nichts ein Rezept entsteht. 😊 Bislang habe ich noch nicht mit Aqua Faber gearbeitet. Jetzt bin ich aber ganz motiviert, das auch einmal auszuprobieren.
    Liebe Grüße, Ingrid

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    1. Hallo Stephanie! Ich liebe deinen Blog, mit all all seinen Leckereien und den wunderschönen Fotos.
      Danke für das nette Kompliment. Buchweizenmilch kannte ich bis dato noch nicht und es war noch leckerer als ich erwartet hätte. Auch die Kekse! Von daher danke ich besonders dir, noch einmal, für die tolle Inspiration.
      Hab eine schöne Zeit. 🙂
      Gruß, Jenny

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