Pizza-Raclette vegan

Mehr Silvester Tapas: Das Pizza-Raclette und ein paar Tofu/Ananas Spießer (Vegan) für die Grillplatte.

Bevor ich als Marktfrau auf dem Biohof gelandet bin habe ich jahrelang spanische, äh italienische oder – ach, sagen wir einfach ich habe internationale Tapas verkauft, die aber unter spanischen Logo vermarktet wurden. Vermarktet im wörtlichen Sinne, denn bereits damals habe ich genau dort mit „meinem“ Tapas-Lädchen gearbeitet, auf Wochenmärkten. Zuvor und zwischendurch hatte ich auch  habe ich immer mal wieder andere Jobs ausprobiert und gerade muss ich daran denken, wie viele mehr oder weniger obskure Nebenjobs sich da im Laufe der Jahre angesammelt haben… Ganz hinten auf der Liste steht definitiv das Probearbeiten bei McFit, dem Arsch nach dem ich mich sicherlich nicht umdrehe und das Kellnern in der örtlichen Dorf Diskothek. Arbeiten, wo die beste Freundin ausgelassen tanzt und feiert und der Arsch sein, an den der besoffene Timo aus der Parallelklasse die ganze Zeit fassen will. Nein, dann lieber Tapas verkaufen, drei Städte weiter, zu Uhrzeiten an denen andere Ärsche gerade erst ins Bett fallen.

Der Job verlor sich während des Studiums, die Liebe zu mediterranen Kleinigkeiten blieb. Egal ob Oliven, getrockete Tomaten oder Aioli. Wie ich bereits im letzten Teil erwähnte, ich mag es, wenn der Tisch mit ganz vielen leckeren Kleinigkeiten gedeckt ist. Dazu ein knuspriges Holzofenbrot oder ein Ciabatta, beträufelt mit ein wenig Olivenöl. Vielleicht noch ein Glas Wein – Stundenlang kann man so beisammen sitzen und mal hier, mal dort picken.

Tapas lassen sich ganz wunderbar mit einem Raclette verbinden, denn die kleinen Pfännchen brauchen gefühlt ja immer eine Ewigkeit bis sie fertig sind. Für den akuten Hunger ist das nichts, außer natürlich man hat viele andere Leckere Kleinigkeiten auf dem Tisch stehen, mit denen sich die Wartezeit gut überbrücken lässt. Dieses Silvester gab anlässlich des gefühlten 66 Raclettes mal eine ganz neue Variante, nämlich ein Pizza-Raclette, das meiner Meinung nach nicht nur Silvester- sondern generell absolut Party tauglich ist. Es lässt sich gut vorbereiten, notfalls könnte man ja sogar zu fertigem Pizzateig greifen aber wo bliebe denn da der Spaß? Wenn man erst mal den Dreh raus hat ist Pizzateig kneten mindestens genau so meditativ wie Granatapfel piddeln.

Beim Teig habe ich mich für eine kräftig-nussige Variante aus Dinkel und Buchweizen entschieden, weil mir Weizenteige geschmacklich meist zu laff sind. Ich habe für 9 Pfännchen einen halben Pizza-Teig hergestellt, ihn ca. 1 1/2 Stunden gehen lassen, ihn dann in neun gleich große Kugeln geteilt. Anschließend kam er auf ein Holzbrett und wurde bis zum Pfännchen Großeinsatz mit Folie abgedeckt, unter der er nochmals etwas gehen konnte.

Hier das Rezept für einen 9-12 Pfännchen Teig (je nachdem ob man lieber dicken oder dünnen Knusperboden mag).

  • 300g Mehl (Dinkel u. Buchweizen gemischt)
  • 4 EL Olivenöl
  • 1/2 Würfel frische Hefe
  • 1 TL Rohrohrzucker
  • 1 TL Meersalz
  • 1 TL Apfelessig
  • ca. 150-200 ml lauwarmes Wasser

Mehle in eine Schüssel sieben, eine Mulde in die Mitte drücken, Zucker und zerbröselte Hefe hineingeben, einen Teil des Wasser hinzugeben und die Hefe mit den Fingern in dem Wasser auflösen, kurz warten bis die Hefe Bläschen wirft. Übrige Zutaten um die Mulde herum einstreuen, einen weiteren Schluck Wasser dazu geben, anfangen einen Teig zu jerzstellen, gut durchkneten bis ein geschmeideiger Teig entstanden ist, bei Bedarf zwischendurch immer wieder etwas Wasser dazu geben (Der Teig zieht mehr Wasser als reiner Weizenteig). Teig, in einer geölten Schüssel, abgedeckt an einem warmen Ort 1-2 Stunden gehen lassen. Anschließend noch einmal gut durchkneten, dann portionieren (ich habe die Kugeln zusätzlich mit dem Nudelholz vor-ausgerollt aber eher aus optischen Gründen, um sie zu so hübschen Schnecken rollen zu können^^) und bis zum Verzehr unter Folie aufbewahren, damit der Teig nicht austrocknet.

Teig in den Pfännchen grillen,

in drei Etappen damit die Pizza gleichmäßig knusprig wird:

Dauer ca. 15 Min.

  • Teig in die Pfännchen drücken, 5 Min. auf der Grillplatte vorbacken
  • Anschließend nochmal 5-8 Min. im unteren Grill backen
  • Dann die Pizzen belegen und im Raclette Grill zu Ende backen, z.b. bis der vegane Käse knusprig ist.

    Tofu/Ananas Spießer für die Grillplatte*

Einfach mal den Spießer grillen. Ursprünglich waren die Spieße nur eine kleine zusätzliche Blödelei, weil ich Räuchertofu und Ananas nicht einfach langweilig gewürfelt auf den Tisch stellen wollte, was man auch daran sieht, dass ich hier kein Stück mariniert habe. Zumindest aber mit ein wenig Öl würde ich den Tofu bepinseln, sonst klebt er auf der Grillplatte fest… Eine Marinade aus Öl, Agavendicksaft und Chipotle oder Paprikapulver würde sicherlich auch gut passen. In der Marinade kann man den Tofu dann einfach ein paar Stunden vor sich hinziehen lassen, bevor er zum Spießer wird und gemeinsam mit der Ananas auf den Grill kommt. Gegrillte Ananas schmeckt einfach unglaublich lecker und auch die Kombination mit dem Räuchertofu fand ich hier überraschend gut. Ich hatte einen eher milderen und weicheren Räuchertofu von Alnatura. Den Geschmack der Spießer kann ich gar nicht so recht beschreiben. Fruchtig süß aber auch ein bisschen herzhaft und salzig. Geschmack und Konsistenz waren überraschend angenehm. 😉

Eine Spießer Anleitung schenke ich mir jetzt aber lieber mal. Ich denke die Fotos sind selbsterklärend.


*(Während der Zubereitung wurden nur Spießer aus artgerechter Spießerhaltung verwendet)

 

9 Kommentare zu „Mehr Silvester Tapas: Das Pizza-Raclette und ein paar Tofu/Ananas Spießer (Vegan) für die Grillplatte.“

  1. Ha – eine Idee, die ich vor 22 Jahren schon hatte – ideal für Kindergeburtstage. Da muss man allerdings besser genügend Böden vorab backen, da sonst die Geduld zu stark strapaziert wird. Aber das ist perfekt – jeder belegt sich seine Pizza mit dem, was er am liebsten mag. Und seitdem werden/wurden die eingeladenen Kinder auch jeweils von BEIDEN Eltern abgeholt, die sich zu Recht darauf freuten, hinterher bei einem Gläschen Sekt auch noch die eine oder andere Pizza nach ihrem Geschmack verputzen zu dürfen…

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    1. Hui, da hatte die Edith früher ja einiges vorzubereiten! 😉
      Das ist so eine schöne und passende Anekdote. Toll.^^ Danke, lieber Bram.
      Die Böden vorzubereiten ist eine gute Idee, auch für die großen Kinder. 😉 Wobei ich finde, das Boden modellieren und backen gehört ja irgendwie zu dem ganzen Spaß mit dazu aber wenn sich eine Meute hungrig scharrender Kinder um mich versammelt hätte, würde ich das ganze wohl anders beurteilen. – Wie auch immer, hauptsache am Ende sind alle satt und zufrieden und unversehrt.
      Interessant, dass es das Raclette vor 20 Jahren schon gab… Aber so ist das halt mir den (guten) Dingen. – Kommt alles wieder, früher oder später!
      Bis Freitag du Gutester…

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  2. Hach, danke, dass du mich immer wieder inspirierst, über meine eigenen Stationen nachzudenken. Nach dem Unterschlüpfen unter Schwiegermutters Fittiche im Erwachsenenalter nun obskure Jobs … heissa, DAS waren Zeiten!
    So, und nun habe ich mitten in der Nacht Heißhunger auf gegrillte Ananas …

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    1. Ja! Das waren Zeiten … die Gott sei dank ihre Zeit längst hatten und passe sind. Früher war eben doch nicht ALLES besser. 😉 – Die gegrillte Ananas kann ich dir sehr empfehlen, doch für nächtlichen Heißhunger würde ich dir ja eigentlich eher die doppelt schokoladigen Brownies empfehlen. 😉
      Liebe Grüße…

      Gefällt 1 Person

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