Archiv der Kategorie: Herdküche

Aus der veganen Blätter-Küche… Kohlrabi- Power Päckchen gefüllt mit ReisVleisch, an scharfem Paprika Dip.

Ja, ich bin eine Blättermutti.

Mein Herz schlägt höher,

jedesmal,

wenn ich momentan in unsere Sammelkiste schaue.

Rote Bete Grün, Kohlrabiblätter, Mairübchen- und Möhrchengrün.

 Radieschenblätter.

Ich knie vor dieser Kiste und denke:

Uiii.

Anschließend überlege ich, wie ich das alles nur in meinem Kühlschrank unterbringen soll. Doch es klappt ja immer irgendwie. Die Sammel/Grün/Kanninchenkiste, ist momentan wie ein überdimensionierter, loser Smoothiewürfel. Ein Über-Salat. Lebendige Nahrung. Vitalstoff-Power pur…Und ich sehe ja nicht ein, warum nur Kaninchen und der gute, alte Kompost etwas davon haben sollten.

Vor allem der Kunde sollte auch etwas davon haben. Was ich an meinem Job mit am meisten mag ist ja das Reden, sowie das voneinander lernen, ist es, mich über die Mindestanforderung einer Obst- und Gemüse- Bedienung hinaus, mit dem Kunden (auch über die neusten „Blätter-„Rezepte) auszutauschen, die Liebe zum Lebensmittel zu spüren und, ja ich denke man könnte auch sagen, den Kunden und mich selbst in Grünkunde zu schulen, denn nur was man weiß, macht einen bekanntlich heiß-, hungrig – auch auf Grün. Aus der veganen Blätter-Küche… Kohlrabi- Power Päckchen gefüllt mit ReisVleisch, an scharfem Paprika Dip. weiterlesen

Dieses aufgepeppte junge Gemüse! Gedämpfte Möhrchen und Rote Bete mit Balsamico und Bohnenkraut und – in Sojasauce karamellisierten Nüssen.

Vor ein paar Wochen hat mich eine Kundin vom Wochenmarkt, Petra, ganz lieb gefragt ob ich nicht Lust hätte ihr bei der Zubereitung eines veganen Buffets für ca. 40 Personen zu helfen. Noch bevor sie die Frage überhaupt ganz ausgesprochen hatte, hörte ich mich bereits JA! sagen. Breit grinsend. Einfach aus dem Bauch heraus geantwortet. Aus dem Bauch heraus, Ha! Ha! Da hab ich mich selber ordentlich gewundert denn, ihr wisst das ja nicht aber fremde Menschen machen mir Angst. Ehrlich! Selbst nach fünf Jahren Bursch habe ich immer noch ordentlich Herzflattern vor Hoffesten und Frühlingstreffen. Ich kann das nicht. – Ich will das nicht. – Die denken doch nur, dass ich das kann – Bla bla… Ich weiß natürlich, dass das alles unbegründeter Kokolores ist, doch der Kopf ist in solchen Momenten ein prachtvolles Rumpelstilzchen (aber bitte nicht weitersagen). Im Buffet-Fall jedoch kam die Antwort noch ehe das Hirn sich überhaupt zuschalten konnte. Gut so, denn bei dem Buffet mitzuwirken war eine so schöne Erfahrung! Und das es so wurde lag eindeutig an Petra. Ich weiß nicht ob ihr das kennt aber manchmal trifft man Menschen, bei denen man sich direkt zu Hause fühlt. Mit ihnen zusammen zu sein, fühlt sich irgendwie ganz natürlich an. Mühelos. Mit Petra ist es so. Ihre heitere und warme Art, ihre Liebe zu nachhaltigen Lebensmitteln und die Art und Weise wie sie über das, was sie da tagtäglich in der Küche fabriziert, redet, begeistert mich einfach. Stundenlang könnte ich mit ihr über Gott und die Welt sprechen und Rezepte hin und her tauschen.

Insgesamt vier Tage lang haben Petra und ihr Liebster Frank in der Küche gestanden, haben Pestoblumen gebacken, Gemüse geschnippelt, Dips angerührt, Chutneys eingekocht, bis am Ende vierzig Personen begeistert und zufrieden vor sich hin mümmeln konnten. Dieses aufgepeppte junge Gemüse! Gedämpfte Möhrchen und Rote Bete mit Balsamico und Bohnenkraut und – in Sojasauce karamellisierten Nüssen. weiterlesen

– Shades of pancake – Linsenpfannkuchen. Vegan, Low Fat, ohne Altersbeschränkung.

Werter Leser,

Solltest du ein Kunde, vielleicht sogar Stammkunde des durchweg Familien-freundlichen Biohof Bursch sein und mir regelmäßig auf unseren Wochenmärkten begegnen, würde ich dich freundlichst darum bitten, die nun folgenden Textzeilen einfach zu überspringen und direkt zum Rezept weiter zu scrollen. Der folgende Text kann unabhängig vom Rezept gelesen werden, garantiert. Es ist nicht nötig, dass du deine sicherlich kostbare Zeit, an eine Marktfrau mit… Dieser Text ist einfach nicht für deinen zarten Augen, deine äußerst feinsinnigen Synapsenverästelungen, bestimmt. Normalerweise duze ich Kunden auch nicht ungefragt aber, ein distanziertes Sie scheint mir hier in Anbetracht der geplanten Zusammenführung von Erotik und Linsen unangemessen. Gegen die eigenen Gedanken ist man häufig eben doch machtlos.

Zeitüberschuss, angeborene Neugierde und ein bestimmter Grad an Wahn, in Folge fiebriger Erkältungstrunkenheit, plus Freundin Uschi bewaffnet mit einem du kannst hier nicht weg Grinsen und facettenreicher DVD, plus ein harmlos aussehender ebook-Reader, führten an jenen unbestimmten point of no return, den Punkt, an dem es kein zurück mehr gab, an dem die Worte  ein paar Wochen später ungefiltert durch das Hirn hindurch direkt in Hand strömten, nur um kurz darauf hart. kratzend auf das blanke Papier aufzuschlagen. Es war so:

Lieber Kunde, Dies ist deine letzte Chance einfach bis zum Rezept weiter zu scrollen. Ich sags ja nur.


– Shades of pancake – Linsenpfannkuchen. Vegan, Low Fat, ohne Altersbeschränkung. weiterlesen

Hey. Let’s Paint a Picture. Kohlrabi-Ingwer Cremesüppchen im eigenen Häuschen mit grünem Milchschaum und Quinoa-Walnuss Talern.

Hey. Let’s Paint a Picture. Kohlrabi-Ingwer Cremesüppchen im eigenen Häuschen mit grünem Milchschaum und Quinoa-Walnuss Talern. weiterlesen

Veganes Türmchen a la Bolognese mit Sauerkraut und Jalapeno – Cheese Cream.

Feurio – da lief nicht viel in den letzten Tagen, außer der Nase. Die Gedanken reichen auch nur langsam wieder weiter, als bis zum nächsten Taschentuch. Warum auch sollte ich verschont bleiben, wo doch um mich herum jeder! einer nach dem anderen infiziert, sagrotanifiziert, trotzdem eliminiert wurde, und wo sogar mein Bruder sich extra die Mühe gemacht hat, von seiner neu-heimatlichen Mosel weg, den ganzen Weg hin zu mir zu reisen, um eine Woche lang fein säuberlich seine Bazillen, in Form sorgfältig zerknüllter Taschentücher um mich herum zu verteilen. Danke. Tolle Leistung…Ja, der Jens. Der Mittlere. Der, der schon bei der Geburt quer lag… Na, lassen wir das. Ich hab ihn ja trotzdem lieb. Sehr sogar.

Nicht nur mein Bruder – Die Menschen um mich herum verschwanden. Einer nach dem anderen zogen sie ein, ins farblose La La lustlos -Taschentuchland und auch ich hab noch schnell die Pappnos aufgesetzt und mich bereitwillig hinten dran gehangen, an die losgegangene Polonaise der Rotznasen und hängenden Schultern, die röchelnd Paracetamol statt Alkohol einfordern. Doch der Husten verschluckt die Worte. Darauf mal ein dreifach geschnieftes Taschentuch Ha-t-chi, Gesundheit Helaaf! – veganes Hacktörtchen, achje. Veganes Türmchen a la Bolognese mit Sauerkraut und Jalapeno – Cheese Cream. weiterlesen

Eintopf Crossover: Schwarzwurzel, Pastinake und Co. in cremiger Tahin-Senfsoße.

Ungewöhnlich kalte Wetterlagen und Ernteausfälle in Südeuropa führen zu steigenden Obst- und Gemüsepreisen hier zu Lande, im heimischen Gemüseregal, am Biostand. Spitzenreiter sind Paprika, Zucchini und Auberginen mit Preisen von bis zu 10 Euro das Kilo und auch die Tomaten reißen mit ihren 7 Euro pro Kilo ein ganz hübsches, kleines Loch in den mit Knickergeld gefüllten Geldbeutel.

Meine Lippen sind mittlerweile blutig geknabbert, von all dem, was ich nicht sage. Ich schweige und kaue, schweige und kaue. Ich höre – Irgendwie gibts ja im Moment ja nichts…Man, ist das alles teuer…Wer soll das bezahlen?…Wer hat soviel Geld?…Eintopf Crossover: Schwarzwurzel, Pastinake und Co. in cremiger Tahin-Senfsoße. weiterlesen

Containering. Flames went Higher… Mediterrane Salbei-Nudeln mit überbackenen Auberginen, Kichererbsen und Kürbiskernpesto.

Die launische Herbstzeit ist keine Fruchtgemüse Zeit, insbesondere nicht bei uns auf dem Wochenmarkt. Eigene Tomaten, Gurken, Zucchini, Auberginen. Alles abgeerntet und vorbei. Jetzt gibt es Kohl, Wurzelgemüse, Topinambur, schwarzen Rettich…. und Wintersalate wie Endivie, Postelein, Feldsalat oder Zuckerhut… oder diesen tollen asiatisch angehauchten Wildkräuter – Mix-Salat, ach, ich könnt Ewig so weiter aufzählen. Lecker! Jede Jahreszeit bringt ja so ihre ganz eigenen, kleinen kulinarischen Schmankerl mit sich. Mein aller erstes BlogRezept war der Insalata di Bruno Marso, mit Granatapfel und karamellisierten Brotstückchen, ein Wintersalat, unten links zu sehen.

Wo war ich?… Weil wir allerdings ein Kundenfreundlicher Biohof und letztendlich ja dann doch irgendwie ein Unternehmen sind, dass auf dem hart umkämpften Obst-und Gemüse Markt überleben möchte, gibt es auch jetzt noch Tomaten, Auberginen und Co., nur dann halt nicht mehr aus eigener Ernte sondern aus dem Zukauf. Fruchtgemüse im Winter, ein immer wieder heiß diskutiertes Thema, bei uns. Ich habe schon mehrfach darüber geschrieben, doch ich finde man kann es gar nicht oft genug sagen. Die nun herrschenden herbstlichen Temperaturen sind so rein gar nichts für das empfindliche Fruchtgemüse. Man muss die Ware jetzt gut schützen und sie möglichst warm einpacken, sonst bekommen die Tomaten, durch die Kälte, schnell braune Flecken und das Fruchtgemüse wird wabbelig und weich. Wer will schon eine weiche Gurke essen? Ich persönlich würd nicht mal ne feste Gurke essen wollen aber gut…Wer Mangos, Kaki und Datteln auf dem Küchentisch liegen hat sollte da mal nicht mit Steinen werfen. Containering. Flames went Higher… Mediterrane Salbei-Nudeln mit überbackenen Auberginen, Kichererbsen und Kürbiskernpesto. weiterlesen

Wenn der Klaus mit die Uschi schick Essen geht, beim Heiner: Bauerfrikadelle auf geröstetem Schwarzbrot – mit Krautsalat aus Spitzkohl, Kürbishumus und Gürkchen.

Also, dieses Rezept war lange mal überfällig. Nein, nicht dieses Rezept aber solch ein Rezept. Ein Ruhrpott Rezept. Denn da komm ich her, aus dem Ruhrgebiet. Geboren wurde ich unterm Mond von Wanne-Eickel, aufgewachsen bin ich später in Wattenscheid. Die meisten kennen lustigerweise eher den Vorort von Wattenscheid. Bochum… Einmal lief im Zug die Durchsage „Nächster Halt Bochum-Wattenscheid-Höntrop“ Ich kann sie sagen! Da hatte der Arsch von den VFL Bahnschaffner aber ordentlich Kirmes bei die Fahrgäste von den RE1. Denn dat heißt Wat-tenscheid! Ohne den VFLer Zusatz…

Heute gibts jedenfalls ne Bauernfrikadelle, nicht ganz klassisch, dafür mit ein bisschen schischi. Dem Rheinländischen Einfluss sei’s geschuldet. Ich hoffe, ihr könnt nach diesem Text ein wenig bisschen verstehen warum ich meinen Blog-Namen gändert habe. Außerdem gibt es heute mal einen konkreten Grund für diese gustatorische Verbindung von Westfalen hin zu Nordrhein.

Denn, erstaunt war ich, als ich vor ein paar Tagen, abermals im RE1 sitzend, das DB Mobil Heftchen aufschlug: „Nordrhein-Westfalen feiert 70 Geburtstag“ hieß es da. Das sogenannte Bindestrich Bundesland sei im August 1946 von den Alliierten errichtet worden. Ich lese weiter und einer meiner ersten Gedanken ist: „Ach, spannend. Köln gehört auch zu NRW.“

Wenn der Klaus mit die Uschi schick Essen geht, beim Heiner: Bauerfrikadelle auf geröstetem Schwarzbrot – mit Krautsalat aus Spitzkohl, Kürbishumus und Gürkchen. weiterlesen

Wenn die Nudel dreimal klingelt! Dreierlei Nudeln mit Mohn, Avocado und Zitrone an mediterraner Tomaten Beilage.

Ach, ja… Manchmal bin ich nach der Arbeit recht müde, sitze gähnend im Bus. Mit verschränkten Armen rutsche ich ein wenig tiefer in den Sitz hinein, schließe die Augen und versuche mich ein wenig zu entspannen. In den guten Bussen kann man am Vordersitz die Beine ein wenig höher legen. Herrlich.

Im Treppenhaus treffe ich anschließend auf eine der Trainerinnen vom Family Fitness-Studio, die mich fälschlicherweise für eine Kundin hält und mir bei meinem…Ja, würde mich auch mal interessieren, was für einen Anblick ich ihr da eigentlich geboten habe? Jedenfalls fühlt sie sich dazu animiert mir ein fröhliches: Ach, komm. Wir schaffen das gemeinsam! entgegen zu piepsen, während ich mich an ihr vorbei die Treppen ins Dachgeschoss hoch quäle. Ach, ja? Trägste mich? Kochen wäre auch nicht schlecht und die Wäsche ist auch noch im Keller… Ich hätt da jetzt eher nicht so Lust. Die Turn Uschi war ja eh gerade auf dem Weg nach unten.  Wenn die Nudel dreimal klingelt! Dreierlei Nudeln mit Mohn, Avocado und Zitrone an mediterraner Tomaten Beilage. weiterlesen

Bauarbeiter GO! Zucchinischiffchen mit Couscous-Limetten Füllung und Tofu, pikant, im Sesam/Senf-Mantel.

Ein sommerlich leichtes Essen, das lauwarm serviert wird. Wohlverdient nach einem in vielerlei Hinsicht heißen Tag & Außerdem ein kleines Dankeschön…

Das letzte Mal hatte ich erzählt, dass meine Wohnsituation momentan vor allem eins ist, nämlich Sch* laut. Ich berichtete, dass eine ganze Hundertschaft an fröhlich, halbnackt vor sich hin werkelnden Bauarbeitern, vor, auf und unter meinem kleinen Dachgeschoss herum turnt und das den Großteil des Tages, auch Sonntags.
Bisher hatte ich dieses Umbau-Großprojekt bisher mit einigem Staunen und Bewunderung, ob der Kräfte und Fertigkeiten der Arbeiter verfolgt.
Kurzzeitig kam mir sogar der Gedanke, selbst ein wenig Reibach an der Geschichte zu schlagen, indem ich auf meinem Balkon Popcorn, kalte Getränke und kurzweilige Spiele wie „Wer hat den Bierigsten Bauch?!“ und  „Bauarbeiter GO! – Wenn dieser Bauch ein Pokémon wäre…“anböte. Gegen einen kleinen Obolus versteht sich.
Letztendlich überwog dann aber die Sehnsucht nach einem bitte, bitte schepper- und knallfreien Abend, ohne ohne kontinuierlich ab- und aufklingendes Stimmengewirr und nackte Bäuche.
Ich hatte mich mehr als satt gesehen. Also packte ich Dienstag Nachmittag ein paar Sachen zusammen und segelte hinaus in die Welt. Hinaus aus dem Lärmzentrum, hinein ins beschauliche, kleine Stolberg. Zu Mama.
Danke Mama.
Auch dafür, dass sie mich an jenem Dienstag Abend so äußerst quicklebendig an ihrer Tür empfing. Ein Umstand dessen ich mir bis dato gar nicht mal so sicher sein konnte, da „Der Teilnehmer“ bereits seit Samstag durchweg – vorübergehend, nicht zu erreichen war. Ein gemeinsam durchgeführter Handneustart konnte das äußerst verzwickte Problem schließlich lösen. Drei Kinder atmeten auf. Schüttelten vielleicht ein wenig den Kopf…
Naja. Hauptsache Ende gut, alles gut. Ich hatte meine Ruhe, nette Gesellschaft und statt Bier-Bäuche raten, gab es lieber was leckeres zu essen.
 
Die Tofu-Panade fand ich einfach zum niederknien. Ich hab zum ersten Mal etwas „richtig“ paniert. Die Panade hat toll gehalten und der Sesam-Mantel ist richtig schön knusprig geworden. Meine Mama hatten es besonders die Zucchinischiffchen angetan, die durch den knusprig, süß-pikanten Tofu toll ergänzt wurden. Noch ein paar Spritzer Limettensaft drüber geträufelt…

Es war einfach unheimlich lecker, nicht zu mächtig und die Kombi passte. Genau das Richtige an einem lauen Sommerabend. 


Bauarbeiter GO! Zucchinischiffchen mit Couscous-Limetten Füllung und Tofu, pikant, im Sesam/Senf-Mantel. weiterlesen