Archiv der Kategorie: Ich bin eine Marktfrau.

Easy Peasy. Veganer Apfelstreuselkuchen mit Haferlocken-Mürbeteig und Vanille Joghurt Eis.

Ein super einfacher zart mürber Apfelkuchen mit extra viel Apfel-Apfelmus Füllung und noch mehr Streuseln obendrauf denn, wenn schon Kuchen dann aber richtig streuselig und dann bitte auch mit Eis, mit Vanille Joghurt Eis. 

Beide Rezepte sind total simpel und das Eis könnt ihr auch ohne Eismaschine zubereiten. Außerdem ist ist es Bananen-frei. Ich mag zwar Nicecream aber man will ja vielleicht auch mal ne andere Geschmacksrichtung, auf dem Teller haben außer Banane. Mal so, mal so, ist doch schön, wenn man die Wahl hat.

Ich hatte diesmal quasi keine Wahl.

Ich musste diesen Apfelkuchen machen, denn letzte Woche haben wir tatsächlich nochmal deutschen Demeter Elstar bekommen, was wirklich etwas besonderes ist, denn mit den regionalen bzw. deutschen Äpfel war/ist eigentlich jetzt vorbei. Die letzte Apfelernte ist schlecht gewesen wegen der Spät-Fröste im Frühjahr. Da sind viele Blüten erfroren und das muss man sich dann erst mal vorstellen – wie das für einen Bauern ist, wenn plötzlich die halbe Ernte wegbricht, ohne das man etwas dagegen tun kann. Und da soll sich dann bitte nochmal jemand über zu hohe (Apfel)Preise beschweren. Also, ich greife da trotzdem gerne zu, denn mein Geld und ich wir entscheiden ja, wen wir mit unserer Konsumentenpower unterstützen, man denkt ja immer – och, ich als einzlener, was kann ich schon bewegen? – Aber ja, jeder einzelne kann etwas bewegen, indem er kluge Entscheidungen trifft und manche Dinge lieber im Regal stehen lässt.

Jedenfalls, da lagen sie nun. Wunderschön. Rotbackig leuchtend. Viele kleine Elstar Äpfel die Nadine und mich morgens ganz frech anlächeln. Und wir beide hängen schwärmend über der Kiste.

„Hach, da muss man doch eigentlich noch mal Apfelkuchen backen. Oder?“ – „Ja, ich find schon…“ und so kam es dann auch.

Ich hab Nadine nach einem Rezept gefragt, „Ach, ich mach einfach einen Mürbeboden. Die Äpfel hobel ich ganz fein und mische sie mit Apfelmus und dann kommen noch Streusel oben drauf.“ Das klang gut und tatsächlich habe ich ihren Streuselkuchen sogar schon gegessen, ohne das ich es wusste! Auf unserem Frühlingsfest. Da wird er nämlich jedes Jahr verkauft – veganer Apfelstreuselkuchen a la Nadine, denn Madame hat früher in unserer Backstube gearbeitet, bevor sie (zu meiner großen Freude) auf den Markt gewechselt hat. Witzig, ich hab damals sogar ein Foto von dem Kuchen gepostet. und ihn als besten veganen Apfelkuchen „den ich jemals gegessen habe“ bezeichnet.

Das war nämlich das Jahr in dem ich die Smoothies auf dem Hoffest zubereitet habe und heute schließt sich der Kreis indem ich euch nun meine Version dieses super leckeren Kuchens zeige. Und ich kann euch sagen, der Kuchen ist, ganz wie Nadine gesagt hat – einfach mega 😉 .

Zum Rezept: Easy Peasy. Veganer Apfelstreuselkuchen mit Haferlocken-Mürbeteig und Vanille Joghurt Eis. weiterlesen

Wärmende Buchweizen-Dattelmilch… Und mein peinlicher Mini-TV Auftritt.

Frühstücksköstlichkeiten.

Eine warme und wärmende Buchweizen-Milch, mit Datteln und Ahornsirup gesüßt. – Für etwas mehr Wärme an einem kühlen Frühlings-Morgen –

Denn ich weiß nicht wie es euch geht, doch eigentlich denke ich, dass es vielen wohl genau so geht: Normalerweise trinke ich morgens einen Smoothie, den ich am Abend zuvor zubereitet habe aber bei den winzigen Temperaturen die zur Zeit herrschen, kann ich das einfach nicht. Viel zu kalt. Viele Obstsorten wirken zusätzlich kühlend auf den Körper und wer kann das im Moment schon gebrauchen? Ich jedenfalls brauche da eher etwas warmes, trotzdem Nahrhaftes, eine Alternative zum Müsli oder Brötchen – denn ich fang ja sicherlich nicht an mir morgens um vier, zwischen Wecker klingeln, Zähneputzen und ab zur Bahn, noch schnell ein Brot rein zu zwängen.

Essen ist ja schließlich nicht nur ein Muss sondern auch ein Genuss und der erfordert Zeit und Ruhe und Wärme.

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Das Problem mit den kühlen Smoothies hat jedenfalls dazu geführt, dass ich vor ein paar Jahren damit angefangen habe, mit warmen Smoothies herum zu experimentieren und das war/ist ein wirklich super spannender Prozess. Die Möglichkeiten sind riesig und lecker und genau so unbegrenzt, wie bei den kalten Sommerschwestern.

Pastinaken, Bananen, Süßkartoffeln,  Datteln, Zimt, Ingwer, Kurkuma, Buchweizen, Sesam, Nussmus, Erdmandeln, Kakao, Orange…

All diese diese Zutaten – Plus, lassen sich wunderbar in absolut leckere, wärmende Smoothies verwandeln. Man mixt die Zutaten zusammen – Früher, als ich noch keinen Hochleistungsmixer hatte, hab ich den Smoothie anschließend auf dem Herd noch einmal kurz erwärmt. Heute lasse ich den Mixer einfach etwas länger laufen und dann fülle ich das Ganze in meine Thermoskanne oder in eine leere Pflanzenmilchpackung. Zu hause hab ich’s natürlich ein bisschen netter hergerichtet.

Auf der Arbeit haben wir einen kleinen Heizpilz mit Abdeckung. Kollegen grillen da angeblich gerne mal den ein oder anderen … Na, das wäre ja jetzt reines hören-sagen. Ich stelle da jedenfalls gerne meinen Smoothie drauf und nach ein paar Minuten ist der dann wieder wunderbar warm und dampft verträumt vor sich hin – Ach ne, das war ja ich… Ganz Smoothie-verträumt.

Jedenfalls, das Rezept, das ich euch heute zeige, ist eher ein Milch als ein Smoothie geworden – besteht aus geröstetem Sesam, Buchweizen, Datteln, Gewürzen und Ahornsirup. Man kann noch eins, zwei Bananen mit mixen, hab ich auch schon gemacht aber Gott, die süße Milch war, so wie sie ist, einfach der Gipfel aller Wintermilch Experimente. Peinlich aber wahr – Ich musste beim trinken die ganze Zeit dümmlich vor mich hin grinsen. Wenn das mal jede Mahlzeit schaffen würde. Peinlich ist ein gutes Stichwort: Mein peinlicher, ca. 5 sekunden anhaltender Mini- TV Auftritt.

Gut, so peinlich war es eigentlich gar nicht aber komisch. Komisch war es auf jeden Fall. Sich selbst, so ungeschminkt – denn ich hatte an diesem Tag verschlafen, im Fernsehen zu sehen und vor allem zu hören ist sehr gewöhnungsbedürftig und irgendwie seltsam. Peinlich wird es dann, wenn man direkt am Anfang des Beitrages im Hintergrund eingeblendet wird, wie man sich gerade vor lachen kringelt, mitten, während der Arbeitszeit. Großartig. Ja, ich bin eine wirklich fröhliche Marktfrau. Ab sofort auch wiederholbar, auf Knopfdruck.

Aber was war passiert? Der WDR war angerückt. Vor knapp einem Monat, bei uns, auf dem Bio-Markt in Refrath. Gedreht wurde für die Sendung Hier und Heute, für das neue Format Ullas Marktküche. Die liebe, wirklich super liebe Ulla ist Profi- Köchin und eine Kundin von uns. Sie kocht schon seit Jahren regelmäßig für den WDR bzw. den WDR Hörfunk. Für die Sendung hat sie, zunächst bei uns Händlern auf dem Markt eingekauft, ich wurde zum erstem Mal in meinem Leben professionell ausgeleuchtet, man hat ihr eine kleine Küche mitten auf dem Marktplatz aufgebaut und anschließend wurde dann live gekocht und natürlich auch verkostet. Die Kunden fanden’s klasse und wir Händler hatten ebenfalls unseren Spaß. – Offensichtlich. hm, hm.

6 Stunden Drehzeit, für einen letztendlich 6 minütigen Beitrag. Donnerwetter! Es war ein spannender Tag – spannend so einen Dreh mal live und in Farbe mitverfolgen zu können, spannend zu sehen, dass im Fernsehen hinterher alles irgendwie so ganz anders wirkt, als im Live Moment.

Die meisten Einstellungen wurden so oft mehrfach gedreht. Allein schon wie sie zu uns an den Stand tritt… Ulla und ihre innere Ruhe hatte da echt meine absolute Bewunderung. Normalerweise braucht man beim kochen doch auch eigentlich diese spezielle Art von Flow Zustand oder? Ich stelle mir das jedenfalls echt schwierig vor, wenn man zwischendurch immer wieder abbrechen muss und aus dem Rhythmus gerissen wird. Aber Ulla hat das absolut souverän und entspannt gemeistert und am Ende standen zwei leckere Varianten eines Kartoffel-Lauch Stampfs‘ auf dem Tisch. Aber ganz ehrlich: Mit den Zutaten konnte es ja auch nur lecker werden.

Den Buchweizen-Smoothie hatte ich übrigens auch an dem Tag mit dabei („Hallo – könnten sie bitte diese Verpackung da aus dem Hintergrund entfernen? …Danke.“)

Hm.

Die Sendung samt Rezept könnt ihr euch hier, in der Mediathek angucken ⇒ Ullas Marktküche.

 

Und hier kommt jetzt das Rezept für die leckerste vegane Buchweizenmilch aller Zeiten.


Buchweizen Dattelmilch.

– Geröstet, süß & wärmend.  –

ergibt 1 Liter

Zutaten:

  • 100g Buchweizen
  • 30g Sesam
  • 1 Liter Wasser
  • 6 Datteln (am besten die cremigen Medjools)
  • 1 Espresso Löffel Vanillepaste
  • 2 TL Zimt
  • 1 Prise Salz
  • 0,5 TL Ingwer Pulver
  • etwas Zitronenabrieb

  • 2 TL Ahornsirup oder mehr oder weniger

Zubereitung:

Zuerst den Buchweizen in einer beschichteten Pfanne gut anrösten, den Sesam erst zum Schluss mit dazu geben und leicht mit rösten – Sesam wird sehr, sehr intensiv, wenn man ihn zu kräftig röstet.

Eine Prise Salz, Buchweizen und Sesam zusammen mit 1 Litern Wasser in den Mixer geben, 30 Min. quellen lassen, 90 Sek. auf höchster Stufe fein mixen.

Milch durch einen Nussmilchbeutel oder ein feines Sieb filtern. Den Trester kann man zu Keksen, Kuchen oder Waffeln 😉 weiterverarbeiten.

Milch zurück in den gesäuberten Mixer geben, nochmal 60-90 Sek. auf höchster Stufe mit den übrigen Zutaten mixen.

Probieren und gegebenenfalls mit Ahornsirup nochmal nach-süßen.

 

Liebe Grüße, Jenny

Wenn Zwei Fräulein sich gegenseitig einladen, gibt es was… Gefüllte Zucchini mit Kartoffelkruste und dazu Auberginen-Involtini mit getrockneten Tomaten und einer veganen Ricotta-Walnuss Füllung.

Wo der Winter dem Frühling die Hand reicht.

Die letzten Vorbereitungen sind getroffen. Die Blumen sind arrangiert. Der Tisch ist gedeckt und der Wein steht kalt. Ich sitze ich hier, drehe an einer Haarsträhne, nippe am kalten Kaffee und warte darauf, dass es an der Tür klingelt. Das glutenfreie Fräulein Kristina hat sich angekündigt. Mit im Gepäck hat sie einen köstlich duftenden Wirsingauflauf – mit Kartoffeln, Feta und Linsen, ein paar Partyhütchen und hoffentlich viel gute Laune, denn heute feiern wir. Eine Kartoffelparty. Das war die Vorgabe – Wir kochen, etwas herzhaftes – mit Kartoffeln und anschließend laden wir alle ein. Also euch. Ihr seid die Gäste. Also, hoch vom Sofa und kommt vorbei und weil wir natürlich im Vorfeld wussten, dass es euch super lecker schmecken wird und ihr nach den Rezepten fragen werdet, haben wir die vorsorglich schon einmal notiert.

Aber jetzt kommt doch erst mal rein, ja, lasst die Schuhe ruhig an, ganz wie ihr mögt, und macht es euch gemütlich. Herzlich willkommen zu unserer kleinen Familien-Party. Schön, dass ihr da seid, Gastgebergeschenke bitte dahinten auf den Tisch und jetzt lasst es euch erst mal schmecken, bevor das alles kalt wird. 

Zur Tageskarte:


Wirsingauflauf , Gefüllte Zucchini im Kapern/Senf-Sud, Auberginen-Involtini

und vielleicht gibt es auch noch Waffeln

 

Kristina’s leckeres Rezept für den Wirsingauflauf findet ihr ⇒ hier. Wenn Zwei Fräulein sich gegenseitig einladen, gibt es was… Gefüllte Zucchini mit Kartoffelkruste und dazu Auberginen-Involtini mit getrockneten Tomaten und einer veganen Ricotta-Walnuss Füllung. weiterlesen

Am Rande des Wahnsinns – gibt es Waffeln und ein Pflaster… Hafer- Amaranth Waffeln, vegan, total durchgeknallt, wie Belgische Waffeln.

Das Rezept ist Zucker- und Ölfrei und wenn ihr glutenfreie Haferflocken verwendet sind die Waffeln – glutenfrei.

Ihr seht hier mein gestriges Frühstück, das quasi ein Motto Backen war, denn nach dem ereignisreichen Dienstag hatte ich gestern definitiv irgendwie einen an der Waffeln und deshalb brauchte ich zum Frühstück auch ein wenig … Soulfood

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und außerdem einen ausgiebigen, langen Spaziergang (und der tat so. gut.), denn mir tut ehrlich gesagt noch immer der Hintern weh, vom vielen rum sitzen, vorgestern. Das ist doch echt nichts für eine Marktfrau. Rumsitzen. Ich muss Waffelteig anrühren oder Obst anfassen können, mit Kunden reden oder notfalls auch mal mit den Kartoffeln. Egal, hauptsache ich kann was tun. Aber sitzen, zuhören, Pflästerchen aufkleben. Repeat. Sitzen, zuhören …

Das ist nichts für eine Marktfrau. Retten und gerettet werden – anfassen und wieder-angefasst werden. Immer wieder und wieder und gleichzeitig doch irgendwie sterben – so war das vorgestern, bei der Ersten Hilfe – Fortbildung, irgendwo, in einer öffentlichen Einrichtung, im Verkehrs-entruhigten Nirvana von Bonn. Und hätte man mich nicht eingesammelt, ich würde wahrscheinlich noch immer wippend und Nägel kauend beim Bäcker im Knauber sitzen und mit glasigen Augen auf multi lackierte Holzlatten – nur heute 20% günstiger – starren. Ich sag es nie …

Doch, ich sag es jetzt. Ich sage voraus, dass ich in zwei Jahren entweder krank, Hochschwanger oder auf Expedition oder alles gleichzeitig sein werde, sofern der nächste Kurs nicht von Batman selbst oder von Rettungs-Assistent Daniel 36, kerniger Holzhacker Single mit Niveau und Entertainerqualitäten aus Köln, geleitet wird.

Ernsthaft. So ein Erste Hilfe Kurs ist wichtig und richtig und gut. Vielleicht kann man sich auf den Ernstfall eh nicht vorbereiten aber es ist ja gut, wenn man dann, wenn Situation E eintritt, wenigstens schon mal theoretisch weiß, was zu tun ist. Ich hab da Dienstag sicherlich viel gelernt und wieder aufgefrischt aber zurück bleibt trotzdem auch das Gefühl in einer neun stündigen, unnötig in die Länge gezogenen Pflichtvorlesung gesessen zu haben. Auf dem Platz wird man für so was ausgebuht.

Egal, wenn nach jedem enervierenden Tag so ein ⇓ Rezept ⇓ entstehen würde, würde ich glatt noch einmal in den Kurs zurück gehen…

Vielleicht.

 

Zum Rezept: Am Rande des Wahnsinns – gibt es Waffeln und ein Pflaster… Hafer- Amaranth Waffeln, vegan, total durchgeknallt, wie Belgische Waffeln. weiterlesen

Hey There. Let’s Vote For Veggies! – Aubergine gegen Aubergine.

Ich habe drei Arbeitskollegen und zwei Kunden gefragt – …Nennen sie ein Gemüse-Produkt aus eigener Ernte, in das sie jetzt spontan reinbeißen könnten…

Alle haben Tomate geantwortet. Manche waren ein wenig irritiert.

Einstimmig. Tomate.

Hm.

Manche haben sich während der Befragung ein wenig seltsam benommen.

Das ist Nadine.

Nadine hat jetzt auch einen Blog. Sie weiß ganz viel darüber wie man Sachen anbaut, wann und wo und wie und so. Lecker vegan kochen kann sie auch.

Een lecker, lecker Mädche eben.

Aber, wo war ich?

Ach, ja – seltsam benommen… Deshalb habe ich beschlossen die Umfrage als nicht zulässig zu werten und das Votum für ungültig zu erklären.

Statt dessen, antwortet die Marktfrauen Allmacht nun stellvertretend für Alle – Auberginen!

Ach, schön.

Ich freu mich, dass ihr alle die Aubergine genannt habt. Die Königin der Nachtschattengewächse. Irgendwie hab ich es ja schon geahnt aber, dass ihr jetzt wirklich alle für die Aubergine gestimmt habt… Ich bin ganz sprachlos. Toll. Danke und schön, dass ihr mitgemacht habt. Echt super.

 

 Die Welt will Auberginen. Mehr davon. Natürlich. Na, und wo gerade alle so begeistert sind und uns die eggplants nur so aus den Händen reißen, da lasse ich sie doch heute einfach noch mal in einem hundert prozentig fairen Wettkampf gegen sich selbst antreten und frage. Ganz objektiv.

Wem gibst du deine Stimme? Hey There. Let’s Vote For Veggies! – Aubergine gegen Aubergine. weiterlesen

Die Nicole, der Apfel-Streusel und die Wiesn.

Irgendwann möcht‘ ich auch mal Kundin sein.

Denn als solche erlebt man einen (Fest)Tag auf dem Biohof ja ganz anders! Vielleicht stelle ich beim nächsten Hoffest einfach einen Pappaufsteller dahin, hinter die Theke meine ich. 167 Zentimeter Mitarbeiterschaft mehr oder weniger. In der Masse verläuft sich das doch und fällt gar nicht weiter auf.

 

Ich stehle mich jedenfalls davon, schlendere über den Hof und sichere mir erst mal ein großes Stück veganen Apfel-Streusel und eine Maß Kaffee. Reichlich eingedeckt geht’s dann ab auf die Wiesn, hier eine eher ruhigere Wiesn, die etwas abseits des großen Trubels liegt. Die Band spielt auf und ich wippe mit dem Fuß.

Das Gras duftet angenehm warm, denn heute ist ein besonders sonniger Tag. Kein Regewölkchen in Sicht. Also sowas… Die Sonne kitzelt mir die Nasenspitze, ich sitze so da, wippe, schichte Kaffee auf Kuchen auf Kaffee, bis mir beinahe der Bauch platzt; Derweil die Kinder kreischend auf den Traktoren herum klettern und die Muttis versuchen entspannt zu bleiben. In der Menschenmenge entdecke ich Nicole und ihren Mann. Ich winke ihnen vergnügt zu und sie schlendern heran. Nach dem ganzen Kuchen gerät das Aufstehen etwas schwerfällig, doch es gelingt schließlich. Wir umarmen uns, Nicole und ich. Ihren Mann hingegen bitte ich, aufgrund einer leichten Intoleranz, mir mit den Reibekuchen nicht zu nahe zu kommen. Er lacht.

Und so sitzen wir eine Zeit lang nebeneinander im Gras und beobachten still das rege Treiben um uns herum.

Wie es ihnen denn bisher bei uns gefalle, frage ich schließlich, als mein Blick erneut die Kinder streift. Jenny, es ist wirklich schön hier, antwortet Nicole. An ihrem Blick sehe ich, dass es stimmt. Sie nickt. Und plötzlich sprudeln die Worte nur so aus ihr heraus. Sie holt ihre Kamera hervor und beginnt zu erzählen. Ich sehe und höre einfach nur zu, denn heute habe ich frei. Ich genieße…

Ein Tag auf dem Biohof Bursch, in Wort und Bild. Nicole hat darüber geschrieben. Danke Nicole. Wirklich. Danke von Herzen. Vielleicht mögt ihr Nicoles Bericht mit mir gemeinsam genießen, denn während ich den Tag durch ihre Augen erlebe wird mir klar, dass man hinter der Theke stehend, tatsächlich nur die Hälfte vom magischen Taler sieht. Wir glauben an den Zauber des Biohofs, doch Nicole hat ihn gesehen.

Für mich ist dieser Perspektivwechsel jedenfalls total spannend. Er ist, wie der Kaffee zum Kuchen, eine feine Abrundung und außerdem ist er wie ein Geschenk an alle Beteiligten, die ihre ganze Energie in das Gelingen der Nutbush City Limits 2016. gesteckt haben.


Ach, und PS:

Falls euch beim nächsten Hoffest plötzlich der seltsame Duft von Zeitungspapier in die Nase ziehen sollte oder ihr den Eindruck gewinnt, ich sei irgendwie einsilbig…

Könntet ihr dann schweigen?

Ihr wisst ja wo ihr mich findet. Setzt euch doch zu mir… Und bringt gern noch ein Stück von dem veganen Apfel-Streusel mit.

Danke Nicole.

 

 

 

Veganer nerven!

Kann man Menschen belehren?
In einem gefühlten früheren Leben habe ich mal Soziale Arbeit studiert. Und auch, wenn ich danach nie in diesem Berufsfeld gearbeitet habe (wobei ich das als Marktfrau des Vertrauens mal stark in Frage stelle) etwas entscheidendes hat mich dieses Studium schon gelehrt, nämlich was Toleranz. Wertschätzung. Und Annahme bedeuten.
Der Titel meiner Bachelorarbeit lautete „Das Enneagramm im Dialog mit Martin Buber„. Esoterischer Humbug haben da manche gedacht.
Doch, das ist das Enneagramm nicht. Nicht für mich jedenfalls.
Denn, dieses schnöde etwas hat mich erkennen lassen, dass wir, in unserem Mensch-sein, zwar alle miteinander verbunden aber eben nicht alle gleich sind. Die Art und Weise, wie wir die Welt sehen, wie wir in ihr fühlen, denken und handeln unterscheidet uns, mal mehr, mal weniger, voneinander. Mittlerweile bin ich lockerer. Im Umgang mit anderen aber auch mit mir selbst. Und ich kann nicht sehen, was DARAN humbug sein soll?
Als Bio-Marktfrau habe ich das Glück mich in einem mehrheitlich toleranten Umfeld bewegen zu dürfen. Doch auch ich kenne natürlich die Blicke und die Sprüche, die kommen, sobald man erzählt, dass man auf tierische Produkte lieber verzichtet. Annodazumal niedergeschrieben in „Spieglein, Spieglein an der Wand – Die vegane Pest zog einst durch unser Land„.
Militante Veganer? Kenn‘ ich auch. Ich durfte mir tatsächlich schon mal einen mehrminütigen Vortrag anhören, einfach nur, weil ich einen Cappuccino mit Milch! getrunken habe. „Ich denk du bist vegan?“ – Nein, ich bin ein Mensch. Veganer nerven! weiterlesen

– Hoffest 2016 – Welcome to Nutbush City Limits

Wo Mixer explodieren, Glücksräder florieren, derweil die Luft, erfüllt vom leisen Surren der Bienen sich allmählich mischt mit dem süßen Duft von dampfenden Waffeln. Wo Kuchen und Torten in ganzen Scharen vorbeiziehen, während der Regen sich sanft durch die Dämmerung bricht, um die Gräser zum großen Ereignis wach zu kitzeln… Ja, wo die Ziegen widerwillig und gähnend ein Auge auf tun. Ungläubig. Na, wer hat denn da so früh schon die Hühner raus gelassen! So ein Krach. Am frühen Morgen. Tzzz… Rot-wangig, schleppen, ziehen und karren sie Gegenstände umher. Und jetzt krähen sie auch noch! -Irene! -Renate!.. -Frau Wioletta? … Haci …Hast du Haci gesehen!?? Wo ist denn schon wieder die Tischrolle??? -Und natürlich: Heinz! Wo ist denn eigentlich Hei-inz!!!? Nein, so eine Ziege hat es manchmal wirklich nicht leicht, denn 

Wo all dies auf einmal geschieht und das in der Dämmerung eines herkömmlich durchwachsenen Sonntag morgens, da kann es sich nur um einen Tag im Jahr handeln. Den Hoffest Tag.

Jep. Der Biohof Bursch (und Freunde) hatten, wie jedes zweite Jahr nach Norden, Süden, Westen und Osten ausgeschickt. Groß und Klein, verlasst die Städte und tretet ein, Verweilt, nur einen Moment oder zwei und lasst euch verzaubern von unserem kleinen Biobü. Und Sie kamen! Dem Wetter zum trotz kamen sie und sie füllten unseren Hof mit Leben, mit Lachen. Sie warfen neugierige Blicke in die Folientunnel. Sie genossen. Sie staunten, wie man wohl nur in Biobü staunen kann. Sie kamen und sie gingen, doch wenn sie gingen dann nahmen sie ein Stück Biobu mit sich und trugen es in die hektischen Städte hinein. – Hoffest 2016 – Welcome to Nutbush City Limits weiterlesen

28 Augüste später… Eine Marktfrau hing im Wetterseil. Schön Blöd.

Oder auch Tellersommermix 2016 

Pizza Mimimi, mit Dinkel-Möhrchenboden, überbackenen Auberginen, Rucola und Walnüssen, dazu eine gefüllte Tomate und ein kleiner Fenchel Melonensalat

Och, nö! Schon wieder Wetter?

Man! Was ist das nur für ein Wetter?

Wetter 2016 – Ich war dabei!

Ach, so langsam reicht’s ja dann auch mit dem Wetter.

Also normal ist das nicht..!

„Wann wird’s mal wieder gar kein Wetter?“ (leise gesummt vom Käse-Andreas)

Und es war Wetter…

***

Liebes Tagebuch,

Heute hatten wir mal wieder Wetter. Ja, ich weiß. Schon wieder!?…Dabei hatten wir doch erst gestern Wetter und vorgestern und den Tag davor ebenfalls. Ich kann es ja selbst kaum glauben! Doch es ist so. Es will einfach nicht aufhören Wetter zu sein und so langsam verzweifle ich daran, denn es wird von Tag zu Tag schlimmer. Ich habe das Gefühl es breitet sich aus. Hatten wir zu Beginn der Woche lediglich ein bisschen Wetter, traf es uns heute mit voller Breitseite. Wir hatten so richtig Wetter. Es ist beängstigend. Selbst die Kunden…Ich höre es an dem Zittern in ihrer Stimme. Sie versuchen das Wetter mit einer flapsigen Bemerkung abzutun, doch in ihren Stimme klingt die Angst. Sie bricht sich durch jede einzelne Gott verdammte Silbe. Die Kunden fürchten das Wetter. Genau wie ich. So, wie wir alle.

Es begann heute morgen ganz früh, viel zu früh und es zog sich durch den gesamten Tag. und selbst jetzt, tief in der Nacht, während ich dir stumm diese Zeilen schreibe, lauert das Wetter vor meinem Fenster. Ich kann es spüren. Es ist da draußen… Es wartet. Aber worauf denn nur? Was will das Wetter von uns? Nadine sagt, dass Wetter sei gekommen um uns zu zermürben. Warum? Na, das sei doch klar. Weil wir es ständig verhöhnt hätten. Niemand von uns habe das Wetter je respektiert. Seine Kunst. Es einfach Wetter sein zu lassen, so wie es wollte. So, wie es sich fühlte… Keine gutes Haar hätten wir je am Wetter gelassen. Nie durfte es so sein wie es wirklich war. Immer hatten wir etwas an ihm auszusetzen… Früher oder später rächt sich so etwas. Da dürfe man sich nicht wundern. Wie dieser Typ, dem sie als Kind immer verboten hatte Comic Bücher zu lesen, der der sich dann später selbst den Namen Dagobert gegeben hatte, um Geld zu erpressen, wirklich viel Geld, wahrscheinlich um sich sämtliche Comicbücher seiner verpassten Kindheit zu kaufen… So richtig geklappt hatte das damals nicht, doch in den kommenden Jahren hatte er ja viel Zeit, um zu lesen. Da waren bestimmt auch Comicbücher dabei. Auch wenn die dann nur geliehen waren. Solche Dinge passieren. Wenn ständig soviel Druck von außen verübt werde, da könne man schon mal durchdrehen… Das Wetter, ein rachedurstiges Mobbingopfer? So richtig plausibel erscheint es mir noch immer nicht, doch wenn ich so aus dem Fenster blicke…Das Wetter. Es ist da. Nach wie vor. Vielleicht werden wir es nie wieder los. Vielleicht wird von nun an jeden Tag Wetter sein. Die Möglichkeit besteht. Vielleicht wird es Zeit sich damit abzufinden. Irgendwie müssen wir ja versuchen unser Leben unabhängig vom Wetter zu leben. Doch, wie nur? Wir müssen einen Weg finden…

Jenny


Nachtrag, 06.08. 2016

Das Wetter, es ist tatsächlich geblieben. Der alte Herr T. vom Büdchen hatte es gewusst. Er hatte es bereits vergangene Woche gewusst und er sagte es mir und dabei hat er dann so komisch gelächelt. Er sagte, ob Sonne oder Regenwetter. Eines ist gewiss. Auch morgen wird wieder Wetter…

Seine Worte hatten etwas endgültiges gleichzeitig aber lag in ihnen etwas seltsam beruhigendes, eine unbestimmte Sicherheit, die ich noch nicht greifen konnte. Kurz danach veränderte sich alles. Die Worte des alten Herrn T. hallten durch meinen Kopf, wieder und wieder flossen sie gleichmäßig durch meine Wetter-getrübte Gehirnsuppe und plötzlich klärten sich die Dinge. Herrn T.s Worte hatten wie ein Gehirnfilter gewirkt. Der Nebel hatte sich gelichtet. Ich trat in die Küche. Ich fing an zu hantieren. Ich vergaß sogar, dass Wetter war. Herrn T.’s Worte hatte mich gerettet…

Zum Wetterunabhängigen Rezept: 28 Augüste später… Eine Marktfrau hing im Wetterseil. Schön Blöd. weiterlesen

Bauarbeiter GO! Zucchinischiffchen mit Couscous-Limetten Füllung und Tofu, pikant, im Sesam/Senf-Mantel.

Ein sommerlich leichtes Essen, das lauwarm serviert wird. Wohlverdient nach einem in vielerlei Hinsicht heißen Tag & Außerdem ein kleines Dankeschön…

Das letzte Mal hatte ich erzählt, dass meine Wohnsituation momentan vor allem eins ist, nämlich Sch* laut. Ich berichtete, dass eine ganze Hundertschaft an fröhlich, halbnackt vor sich hin werkelnden Bauarbeitern, vor, auf und unter meinem kleinen Dachgeschoss herum turnt und das den Großteil des Tages, auch Sonntags.
Bisher hatte ich dieses Umbau-Großprojekt bisher mit einigem Staunen und Bewunderung, ob der Kräfte und Fertigkeiten der Arbeiter verfolgt.
Kurzzeitig kam mir sogar der Gedanke, selbst ein wenig Reibach an der Geschichte zu schlagen, indem ich auf meinem Balkon Popcorn, kalte Getränke und kurzweilige Spiele wie „Wer hat den Bierigsten Bauch?!“ und  „Bauarbeiter GO! – Wenn dieser Bauch ein Pokémon wäre…“anböte. Gegen einen kleinen Obolus versteht sich.
Letztendlich überwog dann aber die Sehnsucht nach einem bitte, bitte schepper- und knallfreien Abend, ohne ohne kontinuierlich ab- und aufklingendes Stimmengewirr und nackte Bäuche.
Ich hatte mich mehr als satt gesehen. Also packte ich Dienstag Nachmittag ein paar Sachen zusammen und segelte hinaus in die Welt. Hinaus aus dem Lärmzentrum, hinein ins beschauliche, kleine Stolberg. Zu Mama.
Danke Mama.
Auch dafür, dass sie mich an jenem Dienstag Abend so äußerst quicklebendig an ihrer Tür empfing. Ein Umstand dessen ich mir bis dato gar nicht mal so sicher sein konnte, da „Der Teilnehmer“ bereits seit Samstag durchweg – vorübergehend, nicht zu erreichen war. Ein gemeinsam durchgeführter Handneustart konnte das äußerst verzwickte Problem schließlich lösen. Drei Kinder atmeten auf. Schüttelten vielleicht ein wenig den Kopf…
Naja. Hauptsache Ende gut, alles gut. Ich hatte meine Ruhe, nette Gesellschaft und statt Bier-Bäuche raten, gab es lieber was leckeres zu essen.
 
Die Tofu-Panade fand ich einfach zum niederknien. Ich hab zum ersten Mal etwas „richtig“ paniert. Die Panade hat toll gehalten und der Sesam-Mantel ist richtig schön knusprig geworden. Meine Mama hatten es besonders die Zucchinischiffchen angetan, die durch den knusprig, süß-pikanten Tofu toll ergänzt wurden. Noch ein paar Spritzer Limettensaft drüber geträufelt…

Es war einfach unheimlich lecker, nicht zu mächtig und die Kombi passte. Genau das Richtige an einem lauen Sommerabend. 


Bauarbeiter GO! Zucchinischiffchen mit Couscous-Limetten Füllung und Tofu, pikant, im Sesam/Senf-Mantel. weiterlesen