Schlagwort-Archive: Hefeflocken

Wenn die Nudel dreimal klingelt! Dreierlei Nudeln mit Mohn, Avocado und Zitrone an mediterraner Tomaten Beilage.

Ach, ja… Manchmal bin ich nach der Arbeit recht müde, sitze gähnend im Bus. Mit verschränkten Armen rutsche ich ein wenig tiefer in den Sitz hinein, schließe die Augen und versuche mich ein wenig zu entspannen. In den guten Bussen kann man am Vordersitz die Beine ein wenig höher legen. Herrlich.

Im Treppenhaus treffe ich anschließend auf eine der Trainerinnen vom Family Fitness-Studio, die mich fälschlicherweise für eine Kundin hält und mir bei meinem…Ja, würde mich auch mal interessieren, was für einen Anblick ich ihr da eigentlich geboten habe? Jedenfalls fühlt sie sich dazu animiert mir ein fröhliches: Ach, komm. Wir schaffen das gemeinsam! entgegen zu piepsen, während ich mich an ihr vorbei die Treppen ins Dachgeschoss hoch quäle. Ach, ja? Trägste mich? Kochen wäre auch nicht schlecht und die Wäsche ist auch noch im Keller… Ich hätt da jetzt eher nicht so Lust. Die Turn Uschi war ja eh gerade auf dem Weg nach unten.  Wenn die Nudel dreimal klingelt! Dreierlei Nudeln mit Mohn, Avocado und Zitrone an mediterraner Tomaten Beilage. weiterlesen

Grüner Spargel mit karamellisierten Aprikosenstückchen, dazu kleine Kartoffelplätzchen aus italienischen Frühkartoffeln und eine fruchtig, pikante Variante der veganen „mac ’n’cheese“ Sauce. Eine Dekonstruktion.

Grüner Spargel mit karamellisierten Aprikosenstückchen, dazu kleine Kartoffelplätzchen aus italienischen Frühkartoffeln und eine fruchtig, pikante Variante der veganen „mac ’n’cheese“ Sauce. Eine Dekonstruktion. weiterlesen

Vom Einfachen und vom Guten.Bärlauch.

Zweimal herrlich cremiger Bärlauch Aufstrich. Einmal mild, würzig und zart cremig. Einmal herzhaft und pikant, mit einem Hauch La Dolce Vita.

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Die Frischkäse Grundmasse besteht hier tatsächlich aus nur einer Zutat, nämlich Sojamilch. Die wird einfach in etwas Zitronensaft kurz aufgekocht. Dabei gerinnt die Masse und wird ganz Soja krümelig. Man lässt das ganze etwas abkühlen und lässt sich der Sojakäse in einem Küchentuch ganz leicht auspressen. Man erhält eine feste und bereits jetzt recht cremige Frischkäse Basis. Anschließend kann man die Masse nach belieben herzhaft oder süß weiter verarbeiten.

Die Zubereitung ist Kinderleicht. Bei einem 1 Liter verwendeter Soja Milch hält man hinterher ca. 250g Käse Grundmasse in Händen. Ein unschlagbar günstiger Preis, wie ich finde. Den hier verwendeten Bärlauch gibt es kostenlos im Wald und der kleine Spaziergang und das kribbelige Gefühl, das sich beim sammeln von Wildkräutern einstellt ist eh unbezahlbar.

Anschließend habe ich dann noch eine gute Handvoll gemahlener Cashews und 1 EL Hefeflocken unter die Masse gemischt und ganz ehrlich, ich fand es unfassbar wie cremig und geschmeidig der Frischkäse geworden ist und dabei war er ja auch noch so schön fest. Konsistenz und Geschmack sind hier wirklich perfekt. Während ich die Aufstriche  verfeinert habe, habe ich nebenbei immer wieder die Reste aus dem Mixbehälter gedippt. Es war so verboten lecker. Eine echte Entdeckung.

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Grundmasse: Sojafrischkäse, ein paar Cashews, Hefeflocken, etwas Salz, Pfeffer und Zitrone

Den Bärlauch zu sammeln war ein riesen Spaß. Ich war zwar schon oft Wildkräuter sammeln, doch selten hatte ich dabei so nette Gesellschaft wie dieses Mal, denn: Vom Einfachen und vom Guten.Bärlauch. weiterlesen

Ich schau dir auf den Teller Kleines. – Aber nur gucken. Nicht anfassen!

Marinierter Grün- und Spitzkohl, dazu ein Petersilienwurzel Nuss Käse und eine Art Brot Gebäck, hergestellt aus dem Trester des Frühstücks-Safts!

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Eine Kundin hatte mir ja vergangenen Freitag den Mund wässrig geredet, als sie mir von ihrem Grünkohlsalat vorschwärmte. Also nahm ich auch ein paar Blättchen mit, die ich später ebenfalls zu Salat verarbeiten wollte. Samstag morgen erwartete uns dann eine kleine Überraschung. Während wir frierend und noch halb verschlafen unseren Marktstand aufbauten erfüllte plötzlich ein unangenehm, spitzer Laut den Marktplatz. Das war ich. In Form eines: Uui! Guck mal wie hübsch… Denn, da lag er vor mir. Während ich die Gemüsekisten vom Rolli abpackte war ich unverhofft auf ihn gestoßen und nun leuchtete er mir entgegen. Saftig. Purpurfarben und sagenhaft schön. Roter Spitzkohl. Ich sah ihn und ich wusste direkt: Der muss mit in den Salat, zusammen mit dem Grünkohl. Den männlichen Anteil unseres Teams bewegte meine Entdeckung zwar irgendwie so gar nicht. Der fummelte lieber weiter an seinen Obstkisten rum. Doch, ein Blick in die leuchtenden Augen meiner Kollegin genügte. Der Spitzkohl würde an diesem Tag nicht nur in mein Einkaufstütchen wandern…

 

Ich wusste also, es soll Kohlsalat geben. Der süße Spitzkohl und der würzige Grünkohl bringen so einen tollen Eigengeschmack mit, deshalb habe ich mich bei der Verarbeitung hinterher für eine dezente Marinade entschieden, die mit wenig Zutaten auskommt.

Nachdem von dem Petersilienwurzel Dip so begeistert gewesen bin, wollte ich nun unbedingt eine Nuss Variante des Dips ausprobieren. Dazu habe ich den Sojajoghurt durch Mandeln und ein paar Cashews ersetzt. Na, das war ja vielleicht ein Erlebnis. Am Ende hatte ich einen streichfähigen mild nussigen Käse vor mir liegen. Der passte wunderbar zu Salat und Brot.

Den restlichen Käse ließ ich, faul wie ich bin, mitten in der Küche stehen. Über Nacht hat sich dann eine kleine Kruste auf dem Käse gebildet und als ich ihn abends wieder probierte, war ich begeistert, weil er noch intensiver und nussiger schmeckte als den Abend zuvor. Außen ist er richtig schön krümelig geworden. Ich werde da auf jeden Fall mal mal weiter experimentieren.

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Nusskäse, einen Tag durchgezogen, Marinierter Wirsing und Spitzkohl.

 

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Petersilienwurzel Dip.

Ein frisch-würziger, nussfreier Dip, bestehend aus Petersilienwurzel, Qvark und Hefeflocken. Die Idee dazu Petersilienwurzel zu verDippen habe ich auf dem tollen Blog von Neuland – we go vegan gefunden. Danke dafür. 🙂 Kleiner Tipp: Der Dip eignet sich hervorragend zum überbacken, wo er eine Feta-artige Konsistenz bekommt.  

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Ich bin ja immer wieder erstaunt und begeistert, wenn ich in meinen Reader schaue und dort auf Rezepte  und Lebensmittel Kombinationen stoße, die ich so, in der Form, noch nicht kannte und, die ich demnach, wahrscheinlich auch so, nie ausprobiert hätte. Der Petersilienwurzel Dip ist, nach Arnos Gemüseschnitzel, ja bereits das zweite Gericht, innerhalb kurzer Zeit, auf das ich durch einen anderen Blog nicht bloß aufmerksam gemacht worden bin sondern, das mich direkt so fasziniert hat, dass ich direkt zur tat schreiten wollte. Bei Arno war es die Panade. Hier war es die Idee Petersilienwurzel zu verdippen, die ich super spannend fand. Ich liebe Petersilienwurzel. Ich liebe es, allein schon, wenn meine Hände nach ihr duften. Das ist besser als jedes Parfum. Ich mag ihren süß würziger Geschmack. Manchmal knabbere ich sie einfach so. Ja, die gemeine Petersilienwurzel. Manchmal macht sie mich ganz kirre. Und, weil ich von dem Dip mindestens genau so begeistert bin, wie von Arnos Gemüseschnitzel, wird dieser Post nun etwas länger, weil ich gerne einfach mal Danke sagen möchte.


 

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Einfache Mini Thai Pizzen mit Dinkel Buchweizenboden & Cashew Hefeschmelz

 

 

Kaum zu glauben. Nach all den Jahren…Mein erster Hefeschmelz und überhaupt erst das zweite Mal, das ich Pizza selber mache. So lecker! Und so hübsch. Ich glaube, ich könnte ein ganzes Album aus den Fotos zusammen basteln. 😀 So viele Fotos habe ich noch nie gemacht. Den Boden habe ich aus Dinkel- und Buchweizenmehl hergestellt. Ich liebe den herzhaften und würzigen Geschmack von Buchweizen. Statt Tomatensauce habe ich Thai Currypaste auf die Böden gestrichen. Einfache Mini Thai Pizzen mit Dinkel Buchweizenboden & Cashew Hefeschmelz weiterlesen

Salat ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird. Herbstlicher Asia – Mix Salat mit Birne, Räuchertofu und Topinambur

Es grünt so grün, wenn des Herbstes Düfte blühn. Rot golden blüht es von den Bäumen, saftig und grün, grünt es aus dem Acker.

Von überall her lacht er uns zur Zeit entgegen. Der Feldsalat. Lecker, nussig süß und fein mild. Den mag fast jeder gern. Rezepte schießen wie Pilze aus dem Boden. Mal klassisch, mit Apfel und Walnuss, mal ver-pesto-t, mal als Zutat für den Smoothie.

Auch wir bauen ihn an. Der Feldsalat ist eines unserer meist gekauften Produkte. Doch, was soll ich sagen: Mein Biohof wär nicht mein Biohof, wenn er neben dem Herbstklassiker nicht noch eine innovative Alternative böte, den Kunden aber auch uns, die wir ja selber treue Kunden sind. Asia Salat nennen wir ihn. Ein Wildkräutersalat Salat ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird. Herbstlicher Asia – Mix Salat mit Birne, Räuchertofu und Topinambur weiterlesen

Fingerfood. Kaltes Zucchini – Pilz Curry auf rote Bete Blatt

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Und sie wollen das wirklich nicht essen???“

„Nein.“

„Sind sie sicher?“

„Ja.“

„Ich mach das jetzt ab…?!“

„Ja, bitte!!!“

„Na, gut.“ … „Es tut mir zwar in der Seele weh…aber wenn sie es wirklich nicht wollen…dann nehm ich das jetzt und sage Daahnke.“ Jenseits aller vielleicht ein klitzeklein bisschen übertriebener Fassungslosigkeit und Entrüstung war die Maske zu Boden gekracht und zerbröselt. Ein ehrlich gemeintes, strahlendes Lächeln umspielte nun mein Gesicht. Ein heiliger Moment war’s. Ich verstand. Es war nicht irgendwas, dass ich da in meinen zittrigen Händen hielt. Nein, es war die visuelle Vitaminspritze des Morgens. Es war DER Moment des Tages. Es war das erste Bund Rote Bete Grün Pur, in der neuen Saison, das ich da so fest umklammert hielt. Der Kunde wollte es nicht, trotz mehrfachen nachfragens. Nun gehörte es mir. Mir, ganz allein. Man. Ich war berührt. Heroisch, wenngleich etwas ungläubig hielt ich es in die Höhe, das rot grüne Gold. Mein Ssschaatz 😉

Ein paar Sekunden lang stand ich bloß so da, betrachtete andächtig mein grünes Glück, ließ es, ganz versunken, ein wenig in der Morgensonne glitzern. So schön. Dann erinnerte ich mich plötzlich: Die Arbeit rief und mein Kunde starrte mich bereits eindringlich- irritiert und mit schrägem Kopf an. Oh! Also flux eine Tüte geschnappt, das grün rote Glück sanft darin eingebettet und weiter ging’s im lustigen Bedien Verein. Ja, bitteschön.

Also noch einmal:

Die Gerüchte stimmen!

Rote Bete Blätter kann man essen. Nein, die sind nicht giftig. Echt jetzt. Ja, auch die Stiele. Ja, das schmeckt wirklich. Ja, da steckt ganz viel gesundes drin. Gerüchtweise befinden sich in den Blättern sogar mehr Nährstoffe als in den Knollen. Ja, ich weiß. Das muss man erst einmal verarbeiten, wo man das bisher ja immer so achtlos weg geschmissen hat oder an die Kaninchen verfüttert hat. Man kann Rote Bete Blätter zubereiten und verwenden wie Mangold oder Spinat. Man nimmt sie zum Beispiel für Lasagne oder man verwendet sie alternativ als Pizza oder Burger Beigabe oder man nimmt sie anstelle von Wraps oder Weinblättern, um lustige Sachen in den Blättern verschwinden zu lassen.

Grob kleingehackt hackt, in etwas Wasser oder Öl gedünstet, kann man die Schätzges gut in Nudel, Reis oder Kartoffelgerichten…. unterbringen.

Wem das alles zu aufwendig ist, der gibt sie schlicht roh mit den Salat. Man sieht.

Man sieht, man könnte sie quasi die ganze saisaon lang, jeden Tag mit Rote Bete Grün vollstopfen, ohne zweimal das gleiche Essen zu müssen… Herrlich, was.

So. Jetzt aber. Das Rezept.

 

Kaltes Pilzcurry auf Rote Bete Blatt

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                                                                              Zutaten:

                                                          =>  Eine Dose Champignons

Eine geraspelte Zucchini

Eine (große) Knobizehe

Rote Bete Blätter nach Belieben

Für das Sößchen:

Eine Handvoll Cashew Kerne

eine Handvoll Hefeflocken,

ein guter TL Currypulver, etvl. etwas Kurkuma

ein paar Spritzer Zitronensaft +Abrieb

Ein Schuss Sojasauce + 1-2EL Agavensirup

Zubereitung:

Dose öffnen, Pilze abtropfen lassen und gemeinsam mit der geraspelten Zucchini in eine Schüssel geben. Knobizehe pressen. Dazu geben. Die Sojasauce dazu geben. Alles kurz miteinander vermischen. Kurz warten. Cashew Kerne, gemeinsam mit dem Curry, dem Kurkuma, sowie der Zitronenschale im Mixer oder Universal-Zerkleinerer fein vermahlen währenddessen: Durch die Sojasauce tritt nun das Wasser aus Zucchini und Pilzen aus. Das ist die Basis für die Sauce. Cashwew-Curry Gemisch und Zitronensaft dazu geben. Mit Hefeflocken abbinden und mit Agavesirup abschmecken. Wenn zu flüssig, mehr Hefeflocken dazu. Wenn zu fest, etw. Wasser oder Zitronensaft dazu.

Rote Bete Blätter auf einem Teller verteilen und das Pilzcurry Portionsweise obendrauf geben. In die Hand nehmen und genießen.

 

 

Neulich im Wald…Pfingstsalat mit Maiwirsing und Goldnessel

Andere grillen nen Ochsen. Hier gibt es ein Salätchen. Die Ärmste, mag so manch einer denken. Wir glücklichen, fiepst der Vogel und knufft mich liebevoll mit dem Schnabel ins Ohr. Ja, wir glücklichen, sinniere ich, während ich ihm gedankenverloren das Köpfchen streichle.

Fleisch essen wir zwar keines. Wie das kam, das ist jedoch eine andere Geschichte. Dafür waren wir aber heute morgen Mittag im Wald auf Wildkräuter Jagd. Das treibt das Adrenalin genau so in die Höhe, vor Anspannung, weil man ja nie so genau weiß, was man da so neues entdeckt und vor allem vor Freude, weil es wirklich ein einzigartiges Gefühl ist raus zu gehen und sich sein Essen selber aus der Natur zu pflücken. Ja, das hat was, definitiv. weil wir uns mittlerweile ein Mittlerweile sind der Vogel und ich bereits ein paar Mal gemeinsam los gezogen. Zu Anfang haben wir alles geplückt, was uns irgendwie essbar vorkam. Bärlauch kannten wir schon vom Marktstand her. Den mussten wir nicht erkennen, nur finden. Da haben uns ganz lieben Kunden einen Tipp gegeben, wo wir ihn ganz bei uns in der Nähe pflücken können und das haben wir dann auch gemacht. Ab da hat es uns so richtig gepackt. Das große Sammelfieber brach aus. Bald schon war es mit dem Bärlauch vorbei. Er fing an zu blühen. Damit einhergehend wurden seine Blätter immer härter und ungenießbar, irgendwie metallisch schmeckten sie nun. Wir mochten ihn nicht mehr essen. Besser war das wohl. Also war kein Bärlauch mehr. Hm. „Dann gehen wir halt was anderes sammeln. Da draußen wächst schließlich mehr als genug.“ bemerkte der Vogel lakonisch. Ich nickte zustimmend und hörte sofort auf zu schmollen. Bald darauf durchstreiften wir erneut den Wald und ernteten verstohlene Seiteneblicke von Gassi Herrschaften und Spaziergängern. Muss ja auch komisch aussehen, wenn eine Frau mit nem Vogel in den Büschen hockt, Blätter zwischen ihren Fingern zerreibt und an ihnen riecht, bevor sie sich die Blätter in den Mund steckt und plötzlich „Ui.“ oder „Ääh.“ oder „Vogel! Das musst du probieren!“ ausruft. Ja, ich sehe; Das kann einem schon mal komisch vorkommen. Uns war es egal. Immerhin lernten wir auf die Art Gundermann, Storchenschnabel, und Giersch kennen. Später kamen noch erbsig schmeckende Zaunwicke, Ehrenpreis, Waldsauerklee und Vogelmiere hinzu. Das erste allerdings, dass wir zu jener Zeit pflückten und das uns allein vom Geruch her bereits in Verzückung geraten ließ, war: Knoblauchsrauke! So was feines. Riecht wie sie heißt und schmeckt auch so. Allerdings auf eine zart liebliche und besonders milde Art und Weise. Wir waren begeistert. „Ach, Vogel“ sagte ich „Es wächst alles da draußen. Kostenlos von der Natur zur Verfügung gestellt und keiner will es. Dabei ist doch von allem mehr als genug da.“ Ich wurde ganz traurig. „Weißt du“ antwortete der Vogel. „Sei nicht traurig. Sie wissen es doch nicht. Sie wissen nicht, wie viel von allem da ist. Sie wissen ja nicht einmal, dass es da ist. Wir könnten es ihnen zeigen oder? Wir könnten darüber schreiben. Dann wüssten sie es und vielleicht bekommen sie ja dann auch Lust raus zu gehen und zu sammeln. Vielleicht werden wir ganz bald schon noch viel mehr Menschen da draußen treffen. Menschen, mit einem Vogel. Menschen, die wie wir in Büschen hocken und Blätter zwischen ihren Fingern zerreiben und daran riechen und „Ui.“ und „Ääh.“ rufen, während sie sich die Blätter in den Mund stecken. Keiner würde uns dann mehr komisch angucken.“ Der Vogel hatte recht.  So machen wir es.

Heute war es schließlich soweit. Wir gingen in den Wald und wir hatten ein Ziel. Goldnessel. Sieht in etwa aus wie Brennessel hat allerdings ganz hübsche gelbe Blüten. Vor ein paar Wochen entdeckten wir sie zum ersten Mal. Das kann doch keine Brennessel sein, dachten wir. „Fass mal an.“ fiepste der Vogel. „Fass doch selber an.“ fiepste ich zurück. „Na, jetzt mach schon!“ drängte der Vogel. „Hach.“ stöhnte ich, die Augen verdrehend.“ Ja, ja. Der allseits bekannte HasenVogel. Eine besonders selten vorkommender kleine Spatzen Art.“ „Spatz?“ Jetzt guckte er ganz böse und wandte sich beleidigt ab. Vergnügt schürzte ich die Lippen, konzentrierte mich wieder auf die Goldnessel. Ich überlegte, wog den Kopf dabei abschätzend hin und her und dann griff ich einfach zu. Ich schnappte nach einem Blatt, bis die Lippen zusammen. Aus dem Augenwinkel sah ich, dass der Vogel heimlich guckte. Da brannte nix. Erleichtert atmete ich aus. ich zerrieb das Blatt und roch daran. Roch gut. Der Vogel war mir mittlerweile wieder auf die Schulter gehüpft. „Probieren, probieren.“ „Jaha.“ Ich probierte. Lecker. “ Schmeckt irgendwie süß aber auch ein bisschen herb. Ui. Die Blüte. Schmeckt ganz süß. Tooll.“ “ Ich will bitte auch mal.“ Der Vogel war genauso begeistert. Echt lecker diese Nessel. Der Streit war vergessen und nun war Pfingsten und wir waren gemeinsam unterwegs zu der bekannten Stelle im Wald, an der sie blühte. Wir plückten ganz viel. Danach schlenderten wir noch ein wenig durch die Stille des Waldes und als wir wieder zu hause ankamen, da hatten wir dann auch richtig Hunger auf unsere große Beute. Der Vogel machte es sich auf dem Balkon bequem, während ich mich in die Küche zurück zog um einen einfachen

Pfingstsalat mit Maiwirsing und Goldnessel zuzubereiten:

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Ich nahm, was der Kühlschrank bzw. der Vorratsschrank noch so her gab. Das war:

  • ein kleiner Maiwirsing
  • ein Fenchel
  • ein Fingerrettich
  • eine Zwiebel
  • ein paar grüne Oliven
  • Goldnessel Blätter und Blüten

Maiwirsing ist ganz zart. Den kann man wunderbar als Salat essen. Das schmeckt herrlich frisch und mild Würzig. Der Fenchel wurde ganz fein geschnitten, die Zwiebel wurde noch feiner gewürfelt. Den Rettich habe ich geraspelt. Der ist ansonsten schon ganz schön scharf, wenn man den so kompakt,im Ganzen, isst. Zumindest, wenn er frisch ist. Leider hatte ich kein Rettich Grün mehr. Das kann man nämlich ebenfalls mit den Salat geben. Eignet sich ganz toll zum drunter mischen. So, für sich allein genommen schmeckt es uns allerdings zu intensiv. Geschmackssache. Dafürg ab es jetzt ganz viel von der Goldnessel mit dazu. Die Oliven habe ich hinterher mit drunter gemischt. Das Dressing war unsere universal Salat Sauce. Die wird nicht extra angerührt. Da gibt man die einzelnen Zutaten Pi mal Daumen über den Salat. Die Kräuter variieren meist von Salat zu Salat und hinterher wird dann einfach alles gut durchgemengt. Fertig. So gerät jede Sauce zum Unikat.

Dressing:

  • Hefeflocken, eine Zitrone plus Abrieb, ein Schuss Apfelessig, Agavendicksaft

Das sind die Grundzutaten. Die werden schlicht nach Gefühl über den Salat gegeben. Wir nehmen gerne einen großzügigen Schuss vom Agavendicksaft und von den Hefeflocken kann man eigentlich auch nicht zuviel nehmen…

Dann kam noch dazu:

  • getr. Thymian, getr. Oregano und etwas gemahlener Anis, sehr lecker

das Ganze ebenfalls nach Gefühl verwenden. Anis verwenden wir eher sparsam, weil es so intensiv ist. Wohldosiert ist das Geschmackserlebnis jedoch einzigartig. Nun alles gut vermengen, mit dem Löffel, dem feinen Salatbesteck oder ganz ordinär Handwerklich mit den Händen.

Das war es schon. Kreative Resteverwertung zum Feiertag, plus selbst erlegtem Wildkraut = Leckere Pfingsten.

 

Beim nächsten Mal würde ich die Blüten allerdings zum Schluss drüber streuen und nicht einfach wild mit dem Rest vermengen. Das Augen ist schließlich auch mit.

Dem Vogel und mir hat es trotzdem geschmeckt, sehr gut sogar.

zum Ausklang gibt es nun noch eine kleine Wildkräuter Galerie. Leider vorerst ohne Goldnessel, denn die ist ja nun bereits im Magen.