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Dieses aufgepeppte junge Gemüse! Gedämpfte Möhrchen und Rote Bete mit Balsamico und Bohnenkraut und – in Sojasauce karamellisierten Nüssen.

Vor ein paar Wochen hat mich eine Kundin vom Wochenmarkt, Petra, ganz lieb gefragt ob ich nicht Lust hätte ihr bei der Zubereitung eines veganen Buffets für ca. 40 Personen zu helfen. Noch bevor sie die Frage überhaupt ganz ausgesprochen hatte, hörte ich mich bereits JA! sagen. Breit grinsend. Einfach aus dem Bauch heraus geantwortet. Aus dem Bauch heraus, Ha! Ha! Da hab ich mich selber ordentlich gewundert denn, ihr wisst das ja nicht aber fremde Menschen machen mir Angst. Ehrlich! Selbst nach fünf Jahren Bursch habe ich immer noch ordentlich Herzflattern vor Hoffesten und Frühlingstreffen. Ich kann das nicht. – Ich will das nicht. – Die denken doch nur, dass ich das kann – Bla bla… Ich weiß natürlich, dass das alles unbegründeter Kokolores ist, doch der Kopf ist in solchen Momenten ein prachtvolles Rumpelstilzchen (aber bitte nicht weitersagen). Im Buffet-Fall jedoch kam die Antwort noch ehe das Hirn sich überhaupt zuschalten konnte. Gut so, denn bei dem Buffet mitzuwirken war eine so schöne Erfahrung! Und das es so wurde lag eindeutig an Petra. Ich weiß nicht ob ihr das kennt aber manchmal trifft man Menschen, bei denen man sich direkt zu Hause fühlt. Mit ihnen zusammen zu sein, fühlt sich irgendwie ganz natürlich an. Mühelos. Mit Petra ist es so. Ihre heitere und warme Art, ihre Liebe zu nachhaltigen Lebensmitteln und die Art und Weise wie sie über das, was sie da tagtäglich in der Küche fabriziert, redet, begeistert mich einfach. Stundenlang könnte ich mit ihr über Gott und die Welt sprechen und Rezepte hin und her tauschen.

Insgesamt vier Tage lang haben Petra und ihr Liebster Frank in der Küche gestanden, haben Pestoblumen gebacken, Gemüse geschnippelt, Dips angerührt, Chutneys eingekocht, bis am Ende vierzig Personen begeistert und zufrieden vor sich hin mümmeln konnten. Dieses aufgepeppte junge Gemüse! Gedämpfte Möhrchen und Rote Bete mit Balsamico und Bohnenkraut und – in Sojasauce karamellisierten Nüssen. weiterlesen

Vom Einfachen und vom Guten.Bärlauch.

Zweimal herrlich cremiger Bärlauch Aufstrich. Einmal mild, würzig und zart cremig. Einmal herzhaft und pikant, mit einem Hauch La Dolce Vita.

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Die Frischkäse Grundmasse besteht hier tatsächlich aus nur einer Zutat, nämlich Sojamilch. Die wird einfach in etwas Zitronensaft kurz aufgekocht. Dabei gerinnt die Masse und wird ganz Soja krümelig. Man lässt das ganze etwas abkühlen und lässt sich der Sojakäse in einem Küchentuch ganz leicht auspressen. Man erhält eine feste und bereits jetzt recht cremige Frischkäse Basis. Anschließend kann man die Masse nach belieben herzhaft oder süß weiter verarbeiten.

Die Zubereitung ist Kinderleicht. Bei einem 1 Liter verwendeter Soja Milch hält man hinterher ca. 250g Käse Grundmasse in Händen. Ein unschlagbar günstiger Preis, wie ich finde. Den hier verwendeten Bärlauch gibt es kostenlos im Wald und der kleine Spaziergang und das kribbelige Gefühl, das sich beim sammeln von Wildkräutern einstellt ist eh unbezahlbar.

Anschließend habe ich dann noch eine gute Handvoll gemahlener Cashews und 1 EL Hefeflocken unter die Masse gemischt und ganz ehrlich, ich fand es unfassbar wie cremig und geschmeidig der Frischkäse geworden ist und dabei war er ja auch noch so schön fest. Konsistenz und Geschmack sind hier wirklich perfekt. Während ich die Aufstriche  verfeinert habe, habe ich nebenbei immer wieder die Reste aus dem Mixbehälter gedippt. Es war so verboten lecker. Eine echte Entdeckung.

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Grundmasse: Sojafrischkäse, ein paar Cashews, Hefeflocken, etwas Salz, Pfeffer und Zitrone

Den Bärlauch zu sammeln war ein riesen Spaß. Ich war zwar schon oft Wildkräuter sammeln, doch selten hatte ich dabei so nette Gesellschaft wie dieses Mal, denn: Vom Einfachen und vom Guten.Bärlauch. weiterlesen

Ich schau dir auf den Teller Kleines. – Aber nur gucken. Nicht anfassen!

Marinierter Grün- und Spitzkohl, dazu ein Petersilienwurzel Nuss Käse und eine Art Brot Gebäck, hergestellt aus dem Trester des Frühstücks-Safts!

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Eine Kundin hatte mir ja vergangenen Freitag den Mund wässrig geredet, als sie mir von ihrem Grünkohlsalat vorschwärmte. Also nahm ich auch ein paar Blättchen mit, die ich später ebenfalls zu Salat verarbeiten wollte. Samstag morgen erwartete uns dann eine kleine Überraschung. Während wir frierend und noch halb verschlafen unseren Marktstand aufbauten erfüllte plötzlich ein unangenehm, spitzer Laut den Marktplatz. Das war ich. In Form eines: Uui! Guck mal wie hübsch… Denn, da lag er vor mir. Während ich die Gemüsekisten vom Rolli abpackte war ich unverhofft auf ihn gestoßen und nun leuchtete er mir entgegen. Saftig. Purpurfarben und sagenhaft schön. Roter Spitzkohl. Ich sah ihn und ich wusste direkt: Der muss mit in den Salat, zusammen mit dem Grünkohl. Den männlichen Anteil unseres Teams bewegte meine Entdeckung zwar irgendwie so gar nicht. Der fummelte lieber weiter an seinen Obstkisten rum. Doch, ein Blick in die leuchtenden Augen meiner Kollegin genügte. Der Spitzkohl würde an diesem Tag nicht nur in mein Einkaufstütchen wandern…

 

Ich wusste also, es soll Kohlsalat geben. Der süße Spitzkohl und der würzige Grünkohl bringen so einen tollen Eigengeschmack mit, deshalb habe ich mich bei der Verarbeitung hinterher für eine dezente Marinade entschieden, die mit wenig Zutaten auskommt.

Nachdem von dem Petersilienwurzel Dip so begeistert gewesen bin, wollte ich nun unbedingt eine Nuss Variante des Dips ausprobieren. Dazu habe ich den Sojajoghurt durch Mandeln und ein paar Cashews ersetzt. Na, das war ja vielleicht ein Erlebnis. Am Ende hatte ich einen streichfähigen mild nussigen Käse vor mir liegen. Der passte wunderbar zu Salat und Brot.

Den restlichen Käse ließ ich, faul wie ich bin, mitten in der Küche stehen. Über Nacht hat sich dann eine kleine Kruste auf dem Käse gebildet und als ich ihn abends wieder probierte, war ich begeistert, weil er noch intensiver und nussiger schmeckte als den Abend zuvor. Außen ist er richtig schön krümelig geworden. Ich werde da auf jeden Fall mal mal weiter experimentieren.

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Nusskäse, einen Tag durchgezogen, Marinierter Wirsing und Spitzkohl.

 

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