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Ravioli. Kürbis und Amarettini à la Daniela Terenzi – Nachgekocht und veganisiert.

…Als Glutenfreie Ravioli,

gefüllt mit Kürbis & Keks auf Jalapeño-Tahin Spiegel.

Zunächst aber: Danke. Daniela.

Danke, für dein wundervolles und irgendwie auch verrücktes Rezept, das so ganz anders- kreativ und originell ist und wahrscheinlich meine Weihnachtsvorspeise werden wird. Danielas Rezept ist besonders, ja und doch ist es auch alltagstauglich und nach-kochbar. Und ich denke, das ist ja beim Bloggen die Kunst – andere dazu zu animieren, sich an das Rezept zu wagen.

Ich hab mich getraut. An das Original:

Selbstgemachte Ravioli mit einer Füllung aus Kürbis, Amarettini und Parmesan… Geschwenkt in Salbeibutter. Getoppt mit Parmesanspänen und gehackten Kürbiskernen. Süß und doch Herzhaft.

Eine etwas ungewöhnliche Füllung für eine Ravioli.

Und so interessant. So etwas hab ich ja noch nie gegessen… Und dann war ich auch schon mitten drin in den Ravioli und hier kommt nun meine vegane Sicht von „Kürbis & Amarettini“ – a la Daniela Terenzi.

(Ein Klick führt zum wunderbaren Original-Rezept. Ciao Bella…)

Und Daniela, ich hoffe wirklich, dass der Grund-Vibe deines Rezepts im Folgenden ein bisschen zu dir zurück schwingt.

img_20171004_170234555-2012447924.jpgDinner für Zwei:
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Rotkohl wie Sauerkraut, Grünkohl mal gar nicht so wie bei Omma, dazu Hummus mit getrockneten Tomaten und Harissa. Und ein neuer Mixer zieht ein.

Fokus zurück auf’s Essen.

Zur Zeit tickt die Blog-Uhr, in einem dem Winterschlaf angepassten Tempo. Die Zeit vergeht nicht langsamer, im Gegenteil. Doch jede kleinste Bewegung kostete plötzlich ein ungleiches mehr an Energie, was einen Zeitlupeneffekt auf den gesamten, sich zunehmend zu einer schnurrenden Rolle krümmen wollenden Habitus nach sich zog. Die Menschin überzogen von einer feinen, kristallinen Eisschicht, unter der die Haut schmerzhaft zu brennen beginnt und die Glieder vor lauter Kälte ganz steif werden. Das ist nicht schön. Zumal alles plötzlich unheimlich schwer fällt. Das Aufstehen. Das Gehen. Das Sprechen. Alles wirkte plötzlich unnatürlich gedehnt und unendlich verlangsamt, selbst das Denken, sogar das Essen. Im Winter kaut es sich langsamer. Die Kälte spinnt also ihr zartes Netz, einen Kokon und genau da passiert es plötzlich: Die Blog-Uhr setzt aus, Stillstand. Stille – War es das jetzt? Die Seele hadert, schimpft sich tot und unproduktiv, doch da taucht die Sonne auf, eine Sonne namens Renate. Ihr warmes Licht wirkt elektrisierend, wärmend. Kreative Prozesse brauchen Zeit sagt sie, während eines Gesprächs, das sich eigentlich um etwas, wirklich, ganz anderes dreht. Es ist ein kleiner Nebensatz, doch er wirkt sofort. Der Himmel taut. Der Kokon schmilzt. Während ich über den gefrorenen Acker Richtung Bahn davon stapfe und noch einen Blick zurück zum Hof werfe, ihn betrachte wie er da so selig, mitten zwischen den ganz kahl gewordenen Birnen-Bäumen schlummert, da packt mich eine Vorfreude, denn ich sehe die Birnen-Bäume von neuem erblühen. Ich höre aufgeregtes Kinderlachen, Fußgetrappel. Ich höre quietschende Schaukeln und einen röhrenden Mixer, der das leise rotierende Glücksrad mühelos übertönt. Vögel flattern auf. Menschen in roten Schürzen schlängeln sich wie Ameisen durch die bunte Schar, in der Menschen warm duftenden Kuchen und bunte Gläschen in ihren Händen halten. Ich sehe einen großen Mann, der auf einem Strohballen steht und eine ausladende Bewegung, einmal um sich herum macht… Ich sehe, rieche und schmecke den Frühling. Der kommt bestimmt und ich begreife nun um so mehr, warum wir ihm zu ehren, jedes Jahr ein Fest feiern. Es ist ein Erwachen nach der Stille. – Danke, Renate.  Rotkohl wie Sauerkraut, Grünkohl mal gar nicht so wie bei Omma, dazu Hummus mit getrockneten Tomaten und Harissa. Und ein neuer Mixer zieht ein. weiterlesen

Farbausklang 2016 . Wir tanzen und ich wünsch dir noch ’n richtig Geiles Leben.

Bock auf ein kleines Silvester Amuse-Gueule? Ich schon. Die Kanzlerin hält ihre Neujahrsansprache, Ich zeig euch lieber was es gestern Abend bei uns so zu essen gab und behaupte mal, das hier ist spannender, leckerer sowie, fröhlicher und bunt. Farbausklang 2016 . Wir tanzen und ich wünsch dir noch ’n richtig Geiles Leben. weiterlesen

Hoffnungslos verklärt mit einer Seele aus Glas. Liebster Award Vier nach Olet Lucernam!

Der Regen rinnt unentwegt die Fensterläden entlang. Heute Morgen verbirgt sich die Welt hinter einem Film aus Glas. Gedanken schlagen auf, doch sie zerschellen splitternd im Raum, werden zurück geworfen, fließen matt und stumm zurück in meinen Kopf, sammeln sich dort, nur um kurz darauf und mit Karacho erneut gegen die Wand zu prallen. Und wieder zurück. Und wieder vor. Immer wieder. Stundenlang. Tagelang… Manchmal ist das so. Manchmal prallen die Gedanken unentwegt gegen eine Wand, die ja eigentlich gar nicht da ist und da kommt einem der Regen gerade recht, denn irgendwer muss ja schuld sein, wenn die Gedanken gerade mal kötzeln und man sich eigentlich nur die Decke über den Kopf ziehen und einkuscheln möchte. Um so besser, wenn’s einer ist der sich seiner Schuld gar nicht erst erwehren kann. Und auch ich wehre mich heute nicht. Eine Weile lang liege ich einfach nur so da, gähnend, begraben und eingekuschelt. Die Gedanken kreisen. Es ist stickig und dunkel…wirklich sehr dunkel. Man sieht ja gar nichts mehr… Also taste ich nach dem Schalter und schlage die Decke zurück. Siehe da. Sonnenschein. Schön durchlässig und warm. Wer hätt’s gedacht.

Elektrisierend, Olet Lucernam! hat mich für den Liebster Award nominiert. Ein gewisser Schwierigkeitsgrad  bei den Fragen müsse schon sein, fügte sie auf mein Nachfragen lakonisch hinzu. Hm. Na, gut. Heute bin ich also die Königin der Welt. Kein all zu gutes Vorzeichen wie ich finde, doch hoffen wir das Beste… Hoffnungslos verklärt mit einer Seele aus Glas. Liebster Award Vier nach Olet Lucernam! weiterlesen

John.

Der Tag ging hart gegen mich
und Du. John.
Du erinnerst mich an Ole.

Der Kopf fällt schwer gegen das Kissen.

Das Klavier erklingt und der Regen bricht los.
Der verdammte Regen.
Seine Hände rinnen meinen Körper entlang, tasten sich über meine Wangen, mein Kinn.
Ein bitter süßer Geschmack perlt auf meinen Lippen.
Seine Hände spielen eine längst vergangene Melodie in meinem Herzen. Wieso tust du das John?
Wieso drehst du an meiner Welt oder drehe ich mich? Nein, du bist es. John.
Du drehst mich zurück an den Ort, an dem er meine Tränen wegwischte und mir still zuflüsterte, ich sei perfekt. Sogar wenn ich weine. Solange ich atme, sei ich perfekt.
Ich atme.
Der Regen weicht die Erde auf. In ihrem Schlamm drohen die Blumen allmählich zu ersticken.
Nichts ist perfekt.

Ich konnte es nicht sagen.
Bereits damals, als ich dich zum ersten Mal sah.  Damals, als du dich ungefragt neben mich gesetzt hast und mich frech,
über dein Buch hinweg angegrinst hast…
Die Luft geriet knapp. Keiner von uns sagte etwas.
Ich konnte dich bloß immerzu ansehen, während die Übelkeit sich unaufhaltsam ihren Weg, durch mich hindurch, bahnte.
Es hat mir Angst gemacht. Verstehst du das? Es zerriss mich. Niemand, der noch ganz bei Verstand ist, kann so etwas freiwillig fühlen wollen.
Ich wollte, dass du gehst.
Ich wusste, ich würde nie wieder ohne dich sein wollen.
Ich habe nichts gesagt.

Jeder, geht allein.

Ich wollte es dich nicht sagen hören. Ich kannte die Antwort, doch ich wollte sie nicht hören, denn das hätte alles verändert. Nein, es hat alles verändert.
Wir hatten unsere Karten nie ganz auf den Tisch gelegt. Wir waren wie Nichts. Nichts war ernst. Doch du, du hast es einfach zerstört.
Ich musste dich dafür hassen. Verstehst du das nicht?
Du hättest es nicht sagen dürfen. Ich hatte dich nicht darum gebeten. Nicht DARUM…
Warum nur liebst du mich? Mich, die ich nicht perfekt bin, solange ich atme…
Da hast du mich an dich gezogen, mich fest gehalten und keiner von uns musste noch etwas sagen…

Ich liebe dich.
Du hast mich nicht einmal angesehen.
Ich hielt dich doch so fest in meinen Armen.
Ich schrie es dir entgegen. Doch dir war es egal.
Du hast bloß hinaus gestarrt und zugelassen, dass sie mich von dir wegzogen.
Ich habe meinen Verstand verloren, so wie du deinen.

Und du. John. Du spielst die alte Melodie.
Ich höre sie.
Fremden Stimmen. Unwirklich und fern,
kaum mehr als ein Wispern.
Sie drängen in mein Herz.
Sie greifen nach meiner Hand. – Ich mag es nicht, dass sie mich ungefragt berühren.
Der Regen weicht die Erde auf.
Das Klavier verklingt.
Bitte, mach dir keine Sorgen. Ich bleibe.
Selbst wenn der Regen fällt.

Morgen werde ich dir frische Blumen bringen.


geschrieben zu: John Legend „All of me“

Liebe Omi, Tschüss, bis Bald…

Der Tag beginnt mit wirren Haaren und einem verschlafenen Lächeln. Heute wäre die Frau oben auf meinem Titelbild 81 Jahre alt geworden. Noch während ich mich ausgiebig im Bett räkle und alle Viere von mir strecke, blitzen Erinnerungen auf, die mein verschlafenes Lächeln zu einem Dauergrinsen anschwellen lassen.

Da tanzt ausgelassen der Rücken-Schubberer aus Holz auf und ab, während das Kind verschwindend klein, hinter der Oma hockt und angefeuert von inbrünstigen „Oh. Ja. Weiter Links, Kind. Links.“ Rufen, alles gibt. Zewa Tücher verschwinden wie selbstverständlich unter viel zu großen, schweren Brüste, Nur zur Sicherheit, als Reserve, falls das Kind sich später mal wieder schmutzig machen sollte. Allzeit bereit. Als Oma ist man vorbereitet. Da stemmt die Oma, auf dem Balkon stehend, die Hände in die Hüften und kreischt: „Ja, lasst ihr euch denn etwa von einem kleinen Mädchen verplästern?“, ruft sie den beiden Nachbarsjungen Tino und Nino zu, die ich kampflusitg im Schwitzkasten halte. Ich höre wie sie mich anfeuert, während die Nachbarsfrau einen spitzen Entsetzensschrei ausstößt. „Sofort aufhören!“… Ich höre das hervorbrechende, immer etwas erschrocken klingende Lachen. Ich zucke zusammen, dann lache ich mit. Ich weiß ja manchmal gar nicht worüber wir eigentlich lachen. Wir lachen halt. Das hält jung.

Ihr Lachen ist einnehmend. Es ist groß, genau wie ihre Mimik und Gestik, genau wie die Geschichten die sie erzählt. Niemand lässt den kleinen Peter schelmischer fliegen. Niemand scheucht das arme Rotkäppchen argloser durch den dunklen Wald…Nein, man will den Blick nicht von ihr abwenden, selbst, wenn man zusammen gekauert, nur mit einem Augen unter der Bettdecke hervorlugt. Zuerst war da eine Schönheit, eine die an eine junge Elizabeth Taylor erinnerte, die sie stets sehr verehrt hat. Ja, sie ähnelten sich. Auch äußerlich. Später zeichnet sich dann, eine andere Schönheit ab, eine reifere, eine vom Leben gezeichnete. Den Patriarchen, den kannte sie sehr wohl. Abhängigkeiten. Vergangene Zeiten…

Ich stelle die Kaffeemaschine an, fahre den Laptop hoch, rauche eine Zigarette auf dem Balkon. Der lieblich herbe Duft steigt mir in die Nase und dann finde ich sie. Ich sitze im Schneidersitz vor dem Laptop und da erscheint sie plötzlich, eine gereifte, füllige Frau von Format. Eine Frau, die sich das Lächeln nicht nehmen lässt. Eine Frau, die für ihr Publikum glänzt.

Der Frust und die Traurigkeit verschwanden in ihrem Magen, wurden dort sicher verschlossen, so wie sie sich zunehmend in ihrer Wohnung verschloss. Die Wohung gab ihr eine Sicherheit, die sie draußen nicht finden konnte. In ihren Vier Wänden war sie den Dingen gewachsen. Die Außenwelt überforderte sie zunehmens. Draußen. Panikattacken, Schwindelgefühle und Überforderung, lauerten dort. Dem setzte sie sich nicht gerne aus. Lieber schickte sie die Kinder, später die Enkelkinder zum einkaufen… Flüchtige Erinnerungen, die von einer andere Seite, doch von derselben Oma künden. Um sich nach draußen zu begeben, da brauchte es schon wenigstens einen Kinderwagen, an den sie sich klammern konnte. Mit Enkelchen und Kinderwagen bewaffnet spazierte sie runter zum Friedhof. Da gab es eine Bank, auf die sie sich setzen konnte. Sie sah den Kindern beim spielen zu, hing ihren Gedanken nach. Winkte ab und zu. Auf dem Friedhof gab es nichts um das sie sich hätte sorgen müssen. Es herrschte Ruhe. Die Kinder konnten dort frei umhertollen. Da gab es keine Autos, keinen Verkehr, auf den sie hätte achten müssen. Sie mochte die Ruhe dort wirklich sehr gern.

Die Familie gab ihr Halt. Die Familie bildete das Zentrum, bot ihr einen Fixpunkt, den sie in sich selbst nur schwer fand. Da war der Opa. Den musste man respektieren, auch ohne das er halb drohend den Pantoffel hob. Da waren die sechs Kinder, die sie großzogen hatte. Dann kamen die Enkelkinder, die plötzlich wie Pilze, unaufhörlich, aus dem Boden schossen. Um die Enkelchen kümmerte sie sich mit Hingabe und Leidenschaft. Von Zeit zu Zeit wurde es ihr zu viel. Was man als Oma einer ganzen Heerschar an Enkelkindern alles leisten müsse und das, nachdem man ja bereits sechs Kinder großgezogen hätte. So viele Enkel! und es würden ja immer mehr! Wann höre das denn mal auf? Man müsse doch irgendwann einmal zur Ruhe kommen… Sie verkündete es. Mehrfach, vehement, lautstark, mit großer Mimik und Gestik. Doch wehe die Ruhe währte länger als Drei Tage, dann wurde das Drama um so größer. „ Was habe ich euch getan? Ich sehe meine Enkel ja kaum noch? Die erkennen ja bald ihre eigene Oma nicht mehr! Warum kommt ihr denn gar nicht mehr vorbei?“ Die Familie. Auf dieser Bühne konnte sie glänzen, strahlend schön und hell, mit ihrem lachenden Herzen aus „zwanzig Karat“, das wohl so manches Mal das ein oder andere Kopfschütteln bei uns hervorrief. Die andere Seite verschwand in ihr, wurde sorgsam unter Tabletten und Frankfurter Kränzen begraben,  bis das ganze Sammelsurium letztendlich doch noch hervor- und ihr den schwermütig gewordenen Kopf zerbrach…

Oma Lehner. Heute wäre sie 81 Jahre alt geworden und irgendwie ist sie es auch. In unseren Herzen ist sie es. Sie lacht uns schallend zu, stämmt dabei ausladend die Hände in die Hüften. Ich sehe hinauf. Da steht eine große Frau von Format, eine mit einem Herzen aus Zwanzig Karat. Eine authentische Frau. Eine Frau mit vielen Seiten. Eine besondere. Eine, wie du und ich.

Happy Birthday.

 

 

 

ZeitWellen…Ein Klang Text

Zuerst ist die Dunkelheit.

Panik.

Darauf folgt die Kälte.

Mit dem Augenaufschlag entlädt sich die Panik, entflieht in den Raum. Etwas bleibt. Bewegungslos klingt Dunkelheit. Herein.

Es folgt der Atem. Er ist warm, flach und er kommt stoßweise. Angestrengt lausche ich über meinen Atem hinweg. Ein Rohr ächzt. Draußen brechen sich Windböen an den Bäumen. Knarzen. Ein zweiter Atem. Ich halte inne, traue mich nicht den Kopf zu wenden. Sekunden verstreichen. Ruckartig wende ich den Kopf. Da ist nichts, doch etwas wiegt nun schwer auf meiner Brust. Der Kater, dieses Vieh. Schwer liegt dieses Vieh auf meiner Brust. Ich schlage nach ihm, will ihn verscheuchen. Doch, da ist kein Kater. Da ist nichts. Da ist nichts außer einem leeren und düsteren Raum, in dem nun die Panik wild umher streunt. Es ist zu dunkel. Panik.Wenn sie zurückkommt, werde ich sie nicht kommen sehen. Ich kann nichts tun. Vielleicht zittere ich deshalb.

Meine Finger sind eisig. Kälte klebt an meinem Körper. Es ist der Schweiß. Kalter Schweiß klebt schwer und nass auf meiner Haut. Der Pullover saugt sich genüsslich an mir fest. Der Schweiß hat ihn zur Last gemacht. Er droht mich hinab zu ziehen. Umständlich setze ich mich auf. Ich ziehe das nasse Ding von meinem Körper ab, versuche etwas Luft zwischen Haut und Schweiß zu treiben. Das Ding schnellt zurück, also wische ich damit über mein Gesicht, meinen Bauch, meinen Rücken. Klebrige Nässe. Die Bettdecke, das Kopfkissen, die Couch. Überall. Ich versinke darin. Ich bin ekelhaft.

Zieh dich um! Ein schwacher Befehl. Er verebbt in irgendwo in der Dunkelheit. Den Pullover ziehe ich mir über die Nase, hoch über mein Gesicht. Ich vergrabe meine Hände tief in ihm. Angestrengt rieche ich durch den Schweiß hindurch. Dort. Dahinter…Der Geruch ist noch da. Hinter dem Schweiß kann ich ihn riechen. Ja. Er ist da.  Er hat sich fest mit dem Stoff verwoben. Er ist da. Genauso wie all die Nächte zuvor. Genau wie all die Nächte zuvor brauche ich ein paar Minuten. Regungslos verharre ich in der Dunkelheit, versuche möglichst tief und gleichmäßig ein und auszuatmen. Ich warte auf das Gefühl. Ich weiß, dass es kommt. Dann kommt es. Nichts hat sich geändert. Wohlige Zufriedenheit strömt durch meine Nase, direkt in meinen Körper hinein. Wärme breitet sich aus. Ich genieße. Wenigstens einen Moment lang vergesse ich und lasse mich von der Wärme widerstandslos einlullen.

Schließlich habe ich mich soweit beruhigt, dass ich ins den dunklen Raum zurückkehren kann. Ich schaffe es diese Nacht sogar direkt aufzustehen. Den Weg zum Esstisch kenne ich blind. Widerwillig ziehe ich mir den Pullover über den Kopf und hänge ihn tastend über die Stuhllehne. Ich streiche mit der Hand noch einmal darüber. Bis zur nächsten Nacht wird er getrocknet sein. Daneben liegt bereits ein frisches Shirt. Es muss dort liegen. Hier im Wohnzimmer muss es liegen. Das Schlafzimmer. Als es Anfing, in der ersten Nacht…Es muss wirklich hier liegen. Hier. Ich nehme es. Ziehe es an. Es riecht nach frischer Wäsche, sonst riecht es nach nichts. Zeitlose Frische. Ein Schmerz. Unwillkürlich fasse ich mir an den Hals. Ich kann nicht atmen. Ich ersticke. Ich weiß, ich werde ersticken. Ich kralle mich an die Stuhllehne, vergrabe meine Hand in dem nassen Fetzen. Die Dunkelheit schreit mich an. Nein. Ich schreie. ZeitWellen…Ein Klang Text weiterlesen

The sound of music…Eine Liebeserklärung mit Playlist.

 

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Sonntag. 03.14Uhr. Es könnte genauso gut 23.12Uhr sein. Es könnte Regnen oder auch nicht. Die Waschmaschine könnte im temporären Stakkato immer wieder, an das Fenster trommeln. Erst laut, wieder still. Nichts könnte geschehen. Dem Fenster wäre es schnurz. Ob 05.18Uhr oder 18.10Uhr. Sonntags. Zeit misst sich hier nicht. Hier misst sich nur der träge Geruch von Kaffee, an der gähnenden Leere der Straßen. Vögel singen in das Blau der Stunde hinein. Wohlige Geräusche erklingen. Kein Geplärre. Kein Gehupe. Stattdessen. Der Klang von Farbe. Blau. Eine ruhige Farbe. Kühl und doch einladend. Weit und Raum gebend. Die Gedanken, hier haben sie Platz. Sie können sich beliebig strecken und ausdehnen oder sie können still da sitzen und lauschen. Nun ist es Herbst. Das leise Singen der Vögel erhebt sich. Es mischt sich mit den letzten Klängen der herabschwingenden Blätter. Vertrocknetes Laub, der Wind und ein paar verirrte Vögel. Ein Tageskonzert im Herbst, denn ansonsten bleibt es ruhig. Ob 03.14Uhr oder 14.03Uhr. An einem Sonntag im Herbt bleibt’s einerlei.

Die ruhigen Klänge locken mich an diesem Sonntagmorgen. Ich gehe laufen. Tatsächlich. Ich tue es zum ersten Mal, seit langer Zeit und ich tue es ohne Player. Ich mag die Stille dieses Morgens nicht durchbrechen. Der Lauf fällt natürlich unsagbar schwer, nach so langer Drückebergerei . Mein keuchender und fluchender Atem stört alsbald das Stimmungs- Konzert. Sei’s drum. Ich laufe einfach immer weiter. Der Gesang der Vögel, das plätschern des Baches, meine raschelnden Schritte auf dem trockenen Laubboden. Das Konzert wird lauter. Es fängt mich ein. Volltönend überdeckt es das Ächzen und Keuchen. Ein Paukenschlag. Dann das große Finale. Schwer asthmatisch breche ich schließlich vor meiner Haustür zusammen doch ich bin glücklich und auch ein bisschen stolz. Nun gut. Jeden Sonntag brauche ich diese Erfahrung jetzt nicht. Aber an diesem Morgen hab ich mich halt packen lassen, von den Herbst Klängen.

Musik. Dieses seltsam zeitlos, schöne Ding. Sie bewegt, sprichwörtlich, wortwörtlich. Bei einem guten Song, da kann man nicht lange still sitzen. Der Fuß beginnt zu wippen, da, ein leichtes Nicken. Ein kleines Fingerschnippen. Es folgt, nichts weiter. Doch oftmals, hat sie ihre energetischen, kleinen Fingerchen erst einmal nach einem ausgestreckt, packt sie  sogleich kraftvoll zu und wirbelt einen gehörig durcheinander. Entweder packt einen der Rhythmus oder der Text, die Stimme, manchmal elektrisiert alles zusammen und dann folgt die ganz große Tanznummer, ein Staubsauger Duett. Ein, im Supermarkt, unauffällig, nach rechts und links spinksender Blätterteig Tango… oder eine herzzerreißende Bügelbrett Arie. Das Spülbürstenphon, da ist es wieder. „Keep talking, whoa, keep talking“. Die Küchenschaft rastet aus. Tosender Applaus. Grande Finale und dann, ist es so plötzlich vorbei, wie es begonnen hat. Die Musik verebbt und das Bürstenphon verwandelt sich  wieder in einen ollen Putzlappen. Nur das Lächeln, das bleibt noch einige Zeit… Den Thekenhockern mag das gar fremd klingen, den Thekentänzer hingegen wohlbekannt. The sound of music…Eine Liebeserklärung mit Playlist. weiterlesen

Halten.

Früher.

Ich sitze auf der Couch und mümmle an meinem Frühstücksbrötchen. Der Mann liegt neben mir und streckt seine hundert-vierundneunzig Zentimeter Glieder von sich. „Komm her.“ gähnt er und zeigt auf die dreißig Zentimeter Fläche neben sich. Ich muss lachen, weil er es mit dieser schrecklich näselnden Kinderstimme sagt und dabei wild die Augen rollen lässt. „Ich ess‘ doch gerade.“ stoße ich hüstelnd hervor. „Egal.“ Er winkt ab und klopft auf die freie Stelle neben sich.  „ Komm schon Specki. Bevor, du nicht mehr hinpasst.“ Das ist mein Stichwort. Ich lasse ich das Brötchen auf den Teller fallen und stürze mich mit voller Wucht auf diesen Mistkerl. Ich halte mich nicht zurück. Muss ich auch nicht, denn ich weiß, selbst wenn ich mich mit geballter Wut gegen ihn werfe, ist es eher als würde eine Fliege versuchen einen Berg zu verrücken.  Die Fliege verliert. Arme Fliege. Ich kämpfe tapfer. Wenige Sekunden später bin ich bewegungsunfähig und bettle kreischend um Luft. Ja, ich ergebe mich. Der hundert Kilo Brocken klebt auf mir und leckt mir triumphierend über die Nasenspitze. “Ach, bitte! Das ist doch ekelhaft.“ Sein Griff entspannt sich. Meine Arme brennen. Ich schnelle nach oben, presse meine Lippen ganz fest auf seine. Seine Augen lächeln mich dabei so unbekümmert an, dass jeder Schmerz sofort vergessen ist. Ich weiß nicht, wann wir das letzte Mal so albern miteinander waren. Ich weiß es tatsächlich nicht mehr. Er rollt sich von mir runter. Ich rolle mit, weil ich sonst von der Couch plumpse. Ich rolle weiter bis ich oben, auf dem Berg, angekommen bin. Bis wir auf Augenhöhe sind Nun klebe ich an ihm und begucke ihn neugierig. Hallo, Schöner…  Das hält er nicht lange aus. „Was ist?“ zetert er. Ungeduld. Natürlich. Die Unbekümmertheit droht schon wieder zu verschwinden. Nein. Halten. weiterlesen

Salat ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird. Herbstlicher Asia – Mix Salat mit Birne, Räuchertofu und Topinambur

Es grünt so grün, wenn des Herbstes Düfte blühn. Rot golden blüht es von den Bäumen, saftig und grün, grünt es aus dem Acker.

Von überall her lacht er uns zur Zeit entgegen. Der Feldsalat. Lecker, nussig süß und fein mild. Den mag fast jeder gern. Rezepte schießen wie Pilze aus dem Boden. Mal klassisch, mit Apfel und Walnuss, mal ver-pesto-t, mal als Zutat für den Smoothie.

Auch wir bauen ihn an. Der Feldsalat ist eines unserer meist gekauften Produkte. Doch, was soll ich sagen: Mein Biohof wär nicht mein Biohof, wenn er neben dem Herbstklassiker nicht noch eine innovative Alternative böte, den Kunden aber auch uns, die wir ja selber treue Kunden sind. Asia Salat nennen wir ihn. Ein Wildkräutersalat Salat ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird. Herbstlicher Asia – Mix Salat mit Birne, Räuchertofu und Topinambur weiterlesen