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Kleine Koffein-Spritze.

Morgen soll das Thermometer wieder auf lauschige 30°C klettern. Da sage ich Juhu – Obstwetter und freue mich, und sehe mich jetzt schon Wassermelonen wie goldene Pokale hin und her jonglieren, während ich kichernd denke, dass ich da ja gerade eine Wassermelone getragen habe. Manche Dinge ändern sich einfach nie und wer das jetzt nicht versteht, der möge sich an seine Freundin, Mutter oder Schwester wenden. 😉

Wassermelonen sind diese Woche jedenfalls bei uns im Angebot und bei den heißen Temperaturen gehen die natürlich weg wie nichts aber um Melonen geht es ja eigentlich gar nicht sondern um Tee, beziehungsweise Limonade. Die auf 1,2 Liter kompensierte Limo-Power. Eine eiskalte Limo für heiße Tage und hitzige…Naja…

Während der letzten Hitzewelle eine Woche lang jeden morgen genossen, wirkte die Limo wirklich super erfrischend und angenehmer Nebeneffekt war, dass sich mein Kaffeekonsum in der Zeit um die Hälfte reduziert hat. Nun halte ich Kaffee zwar für alles andere als Teufelszeug aber ab einer gewissen Liter-Zahl kommt man dann doch ins grübeln…

Doch hier habe ich eine Woche lang die große Kaffee-Kanne gegen eine kleine getauscht und dafür eine große Kanne Schwarz-Tee Limo mit Ingwer, Limette, Zitrone und Minze getrunken. Eiskalt genossen, super erfrischend, fruchtig, ein bisschen herb, ein bisschen scharf. Ein echter Kreislauf Starter.

Wer es lieber ein bisschen milder mag verwendet einfach etwas weniger Ingwer, gibt mehr Tee oder noch einen Schuss Apfelsaft mit dazu. Schmeckt eiskalt serviert am besten…

Zubereitung im Mixer:

1,2 Liter lauwarmen schwarzen Tee (2 Beutel)

mit

2 geschälten, gewürfelten Limetten

Saft und Abrieb einer Bio-Zitrone

20-40g Ingwer (nach eigener Schmerzgrenze)

mixen

Eine Handvoll leicht zerstoßene Minzblätter dazugeben.

2 Stunden

ziehen lassen.

Durch ein feinmaschiges Sieb passieren,

gefilterten Tee

großzügig

mit Agavendicksaft süßen

(Ich verwende hier ca. 1/4 von einer 250ml Flasche)

in eine Flasche oder Karaffe abfüllen.

Über Nacht

im Kühlschrank ziehen und erkalten lassen/ oder sofort mit Crushed Ice auffüllen.

Probieren,

gegebenenfalls noch einmal nach-süßen,

servieren.

 

 

 

 

Die Geschichte vom alten Dachungeheuer und wie ich eine Ananas trug.

 

IMG_20160502_142448Vor meinem Balkon lebt ein scheußliches, altes Ungeheuer. Es ist dreckig und es ist grau. Es ist riesig. Es ist so riesig, dass man nicht an ihm vorbei sehen kann.

Sein Kopf lässt sich kaum von seinem Körper unterscheiden. Dieses schreckliche Ungeheuer. Irgendwie wirkt es formlos. Hat man den Kopf erst einmal ausgemacht, sieht man, dass von dort aus hässliche und krumme Fühler abstehen, die wild in alle Richtungen zeigen. Seine Panzerung ist unregelmäßig. Sie ist ebenfalls grau, wirkt glanzlos und hart. Kleine, kurze Stacheln sprießen unförmig aus dem Rücken hervor. Graues Chitin wechselt sich mit kleinen schwarzen, Quadrat förmigen Parzellen ab. Beulenartig wölben sie sich aus dem Panzer hervor. Die Geschichte vom alten Dachungeheuer und wie ich eine Ananas trug. weiterlesen

Insalata Di Bruno Marso Granat.salat mit karamellisierten Brotstückchen

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 Jedes Mal ist’s dasselbe

Ich kann nichts dagegen tun. Es geschieht, wie von selbst. Ich kann es einfach nicht kontrollieren. Zu Anfang amüsiert es mich noch aber schon bald darauf gerät es zu einer Art Zwang. Ich fühle, es artet aus. Mal wieder! Ich verliere die Kontrolle. Och, nö! Schleichend beginnt es mich ganz wahnsinnig zu machen. Ein seufzendes „äh“ entfährt mir. Ich halte tapfer durch. Ich versuche mich zusammenzureißen. Ich tue so als wäre nichts. Letztendlich aber bin ich erleichtert, wenn sie schnellst möglich alle weg und verkauft sind, so dass ich mich wieder auf andere Dinge konzentrieren kann. Der Kopf fühlt sich plötzlich so angenehm leer an. Die Gedanken, endlich sind sie wieder frei

Wovon rede ich hier eigentlich?

Natürlich von Granatäpfeln. Ich liebe diese Dinger ja sehr. Leuchtend Rote verführerische kleine Perlen. Der Apfel der Sünde. Die verbotene Frucht. Evas Verhängnis und Adam konnte wohl auch nur Kopfschüttelnd, wenngleich sabbernd daneben stehen. Ob das jetzt an dem Apfel oder an Evas Art ihn zu essen lag…Wer weiß.

Knackig, saftig, süß, gepaart mit einer Säure, die mir zärtlich, „Vitamin C“, zuhaucht. Das sind Granatäpfel. Göttlich.

Als Fast Food sind sie, im Vergleich zu anderen Obstsorten, eher ungeeignet, denn wer schon ein bis einhundert Mal einen Granatapfel gepiddelt hat, der weiß: Da kann die Technik noch so Erfolgversprechend bis ausgefeilt sein, eine Sauerei bleibt’s so oder so. Und schnell geht dann auch irgendwie anders. Aber es lohnt sich und wenn man sich klar macht worauf man sich da gleich einlässt, dann wird man nicht nur mit einer guten Portion Vitamin C belohnt, nein, man bekommt eine wahre Meditations Bombe gratis mit dazu. Denn Granatapfel piddeln: Das entspannt. Da denkst du an nichts mehr, außer an: Granatapfel. Piddeln. Granatapfel. Piddeln. „Äh“. Granatapfel. Ja, das ist einer dieser wenigen Momente, da ist man ganz bei sich…und dem Apfel.

Trotz aller Kulinarischen, visuellen und gesundheitlichen Vorteile die diese Frucht so mit sich bringt habe ich meine Lieben Probleme mit ihr. Der Teufel steckt hier im Detail, genau genommen: Der Teufel steckt hier im Namen. Wobei ich die Schuld eigentlich nicht der Frucht gebe, nicht direkt jedenfalls.Immerhin war die Frucht zuerst da und erst dann kamen Bruno Mars und sein olles Lied da her und haben alles versaut. Seit dem ist bei mir nichts mehr wie es einmal war. So ein sch*** Lied. Keinen Granatapfel kann ich seitdem mehr unschuldig betrachten. Eigentlich finde ich das Lied ja sogar ganz okay, bzw. ich finde es okay, dass es das Lied gibt. Typischer Pop Schnulz halt. Eingängig, aber irgendwie halt auch Fahrstuhl Musik. Sorry Bruno. Du bist bestimmt ein ganz wundervoller Mensch.

Eingängige Musik. Es ist ein Elend. Einmal gehört, für immer zerstört. Es ist dieses GRENADE Lied, von dem ich spreche. Es macht mich wahnsinnig. Jedes- einzelne- verdammte- Mal, wenn ich nun einen Grantapfel verkaufen soll, macht es klick in meinem Kopf. Die Platte springt an und er leihert los. Unaufhaltsam. Sofort. Ich blicke in Richtung Granatäpfel, ach quatsch ich denke lediglich den Anfang des Wortes Grana…  und in meinem Kopf kreischt es sofort los: „I’d catch a grenade for ya. Throw my Hand on a blade for ya. Lala la lala la la laa…Grenade for ya….“ Im schlimmsten, unkontrolliertesten Fall werden meine Gedanken in solchen Momenten bittere Realität. Heißt: Bruno Mars spricht dann direkt durch mich hindurch, unmittelbar hin, frontal auf den Kunden zu. Peng: „…Grenade for ya. La lala la la lala la…“, sprudet es aus mir heraus. Super. Der Kunde wiederum blickt mich darauf hin entweder a) amüsiert oder b)verwirrt an, was ich c) widerum sehr gut verstehen kann, da ich d) wirklich kein Stück weit singen kann und es folglich e) auf gar keinen Fall in der Öffentlichkeit tun möchte. Erschwerend hinzu kommt, dass ich auf der Arbeit, in der Regel, nüchtern bin, weshalb ist es mir im Normalfall ziemlich peinlich ist, wenn ich mal wieder so völlig befreit von allem los gelegt habe. Ein Marktplatz ist immerhin keine wummernde Diskothek. Der Kunde hört das, was ich da so von mir gebe ja ganz ungefiltert und volltönend. Gruselig. Aber was soll ich machen? Gerade am Anfang der Granatapfel Saison kommen solche Ausbrüche häufiger vor. Nach ein paar Wochen geht es dann so langsam. In meinem Kopf ertönt der Bruno jedoch unablässig, die ganze Saison hindurch, sobald ich einen Granatapfel bloß ansehe. Deshalb habe ich zu Hause, in der Regel, höchstens einen bis keinen von den Dingern rum liegen, außerhalb meines Blickfeldes, im Kühlschrank, ganz hinten, schön versteckt. Manchmal hole ich ihn heraus, drapiere ihn irgendwo, gut sichtbar, in der Wohnung und dann trainiere ich an ihm vorbeizugehen und dabei nicht mehr an den Bruno zu denken.

Lieben tue ich ihn natürlich trotzdem, den Granatapfel.

Wohldosiert schmeckt es ja bekanntlich auch doppelt so gut.

Gerade habe ich Urlaub.

Da gönne ich ihn mir mal, wo ich ihn sonst die Woche über nicht sehen werde.

Ach, ja und ratet mal, was diese Woche bei uns im Angebot ist…

Das ist jetzt aber wirklich nur ein Zufall,

dass ich genau in der Woche Urlaub habe…

…wäre ja auch verrückt…


So, hier nun aber endlich das Rezept, das heute Morgen, als ich mich hungrig und suchend in der Küche umsehe, so plötzlich durch den Kopf schwirrt, wie es sonst nur der Granaten Bruno in Verbindung mit den Äpfeln tut…

Und was soll ich sagen: Als ich kurz darauf das Ergebnis vor mir auf dem Teller liegen sehe, da verstummt er ganz plötzlich, der Bruno.

Ich tänzele los.

Ich hole die Kamera.

Ich betrachte den Salat mit seinen leuchtend roten Kerne.

Ich atme tief ein und was ich denke ist:

„Holiday!… Celebrate!…Holiday!…“


Insalata Di Bruno Marso
Granat.salat mit karamellisierten Brotstückchen.

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Zutaten:

1/2 Granatapfel (+ ausreichend Küchenpapier)

1 Banane                          eine Handvoll Feldsalat                   Eine dicke Scheibe Brot

1 Apfel                              ein Händchen Minze                        Agavendicksaft

1 Kiwi                                etwas Zimt                                       etwas Pflanzenmilch


Zubereitung:

Das Brot mit Pflanzenmilch beträufeln und mit Agavendicksaft bestreichen. Gerade soviel nehmen, dass das

Brot durchtränkt aber nicht ertränkt ist., sonst gibt es ne riesen Sauerei und man verschwendet gute Zutaten.

In einer Pfanne, bei mittlerer Hitze, das Brot von beiden Seiten karamellisieren lassen, aufpassen, dass es nicht zu dunkel wird oder verbrennt.

Etwas abkühlen lassen (dabei wird das Brot auch noch was fester)

Feldsalat waschen, auf einen Teller, Platte, woraus auch immer man gerade essen möchte, geben.

Apfel, Banane und Kiwi klein schnibbeln und über dem Feldsalat verteilen.

Granatapfel zur Hälfte piddeln. In die andere Hälfte, gegen den immer stärker werdenden Hunger, während des piddelns, einfach so reinbeißen (das geht tatsächlich).

Restliche Granatapfel Kerne über den Salat streuen.

Das karamellisierte Brot in Würfel schneiden und zärtlich auf dem Salat drapieren.

Ich habe etwas Zimt über den Salat gestreut, Minze und Früchte wirken recht auskühlend auf den Körper (auf meinen zumindest). Zimt hingegen wärmt.

Eine Handvoll frischer Minze zupfen und ebenfalls über den Salat streuen…

Genießen, dass jeder Bissen ein wenig anders schmeckt.