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Damals, als wir noch Pizza Freunde waren.

Sagen wir, ich wollte den Unterschied testen zwischen Pan-Pizza und Freihand gebackener. Oder sagen wir, ich wollte Pizza aber nicht zwei Tage hintereinander das Gleiche essen.

Also gab es Pizza Nummer eins als Pan- Pizza.

Neuland für mich.

Die Form wird gut geölt und leicht bemehlt,

als Belag gibt es Spinat und Austernpilze, veganen Käse und Knoblauch.

Als Basis hab ich statt Tomatensauce den hellen Gartenkräuter-Aufstrich von Alnatura verwendet.

Passt gut zum Spinat.

Und nach 30 Minuten Backzeit sitze ich da, esse meine Pan Pizza mit extra dickem Boden

 und muss lächeln.

Darüber, wie ein einfaches Essen oder wie ein einfacher Duft bestimmte Erinnerungen wie aus dem Nichts wieder hervorkramen kann.

Damals in Bochum war’s. Natürlich. Denn, da komm ich ja her.

Wenn man ins Kino wollte, fuhr man in die Stadt, ging ins Union oder Bofimax und schmuggelte seine eigenen Chipstüten mit rein. Und bekam vom Film nicht allzu viel mit, weil man mit wichtigeren Dingen wie Knutschen beschäftigt war. Das war schon ok so. Titanic hatte wir eh alle dreimal nicht- gesehen. Warum? Dem Jetzt-Ich erschließt sich das nicht und doch würde es heute wohl wieder das Knutschen vorziehen. Wie oft kann ein einzelnes Schiff schon untergehen?

Ein bisschen später war Knutschen im Kino eher uncool. Schließlich hatte man das hart verdiente Taschengeld für Karten, Popcorn und Cola an der Kasse gelassen und man hatte dort quälende fünf Minuten durchlebt, in denen man mit schwitzigen Händen, immer wieder den Satz „Oh! Den hab ich wohl vergessen…“ im Geiste, vor der Kassierin, wiederholt hatte. Tarantino im Doppelpack war ein bisschen Schweiß  doch alle Mal wert. Vom Hauptfilm bekam man dann trotzdem wieder nicht allzu viel mit. Weil man abgelenkt wurde. Von zwei stark ineinander verhakten Köpfen. Schmatzend, aufdringlich, genau eine Reihe vor… Natürlich. Eine Reihe vor. Wo, auch sonst!?

Aber wenigstens saß man nun im netten Ambiente nämlich im Casablanca, einem kleinen, im 50er Jahre Stil gehaltenen unabhängigen Kino, mit viel Beinfreiheit und vielen schummerigen, kleinen Tischlampen und das machte dann mindestens genau so viel her wie der Film. Und das Jetzt-Ich denkt – Klar, ein echter Gentleman hätte dort geknutscht…

Mit den ersten Führerscheinen kam die mobile Freiheit, kam das UCI. Kam die UCI- Kinowelt. Im Ruhrpark.

Vorher ging man zu Pizza Hut, plauderte über LK-Fächer, mündliche Prüfungen Nebenjobs und Silvesterpartys. Man diskutierte wichtige Fragen wie Playa oder Deltapark. Oder doch Bermuda3eck? Und wer fährt?

Geknutscht wurde weniger. Dafür wurde umso mehr gekuschelt – Im Auto,

wenn sechs Leute versuchten, sich in einen Baby blauen Corsa mit eher fragwürdiger Diddle Maus auf der Ablage zu quetschen… Der rote, kleine Fiesta von Michael versprühte da definitiv mehr Rock n Roll, doch der war nach Holland nie wieder derselbe gewesen, also ließen wir den kleinen Fiesta lieber in Ruhe… was allerdings nichts an seinem abrupten und rostigen Ende während einer kalten März Nacht, mitten auf der Wattenscheider Straße, änderte.

Immerhin ritt er dabei beinahe zwar nicht in den Sonnenunter- aber immerhin Aufgang.

Beinahe. Ein beinahe romantisches Ende.

Und nun sitze ich hier vor meiner extra dicken Pizza

und denke an Nadine, Maren, Michael, Bianca und Sabine…

Und Gina.

Das ist eine ganz besondere Erinnerung. Doch darum geht es hier ja nicht. Es geht um Pizza.

Einmal Pan- und einmal Freestyle.

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Waldo will Weihnachten! Auf der Suche nach dem Geist der Weihnacht…

Waldo zieht ein.

Es war ein fieser Schachzug, dass sie Waldo mit ins Spiel brachte. In mir regte sich bis dato ja praktisch nichts… außer einem leichten Hungergefühl, vielleicht. Seit ich Urlaub habe, sind die Übergänge von Frühstück, zu Mittag-, zu Abendessen quasi fließend – harmonisch, ineinander-greifend… Jedenfalls,

Alles Bitten ob man denn nicht wenigstens ein paar Figürchen, einen Tannenzweig oder eine klitze kleine Kerze aufstellen könne, sämtliche vorweihnachtliche Stimmungsfünkchen, wurden bis dato mit einem unbestimmten Schulterzucken, einem gedehnten Gähnen, einem gemurmelten mir-egal, mühelos weg nihiliert. Nebenbei noch schnell am Radioknopf gedreht, Last… Aus. Wenn man ein leicht unterschwelliges Seufzen in das Mir-Egal mit einbaut und beim ausatmen so was gereizt – genervtes mitschwingen lässt, dann klingt der Satz tatsächlich wie, Jetzt-Lass-mich-doch-endlich-mit-diesem-Mist-in-Ruhe! Oder, Ich- hab- jetzt- echt- keine- Lust- darüber- zu- diskutieren. Punkt… Ja, man muss das ein bisschen üben. Ich selbst war diesmal wohl nicht ganz so in Form, denn während ich mit der Tasse in der Hand Richtung Balkon davon schlurfe, ertönt es hinter mir: „Ach, Kind. Kannst du nicht wenigstens ein bisschen Weihnachtlich und besinnlich sein!? Du verdirbst einem ja den ganzen Spaß. Das ist doch scheiße!“ – „Hast du gerade scheiße gesagt?“ Erstaunlich. Da schwappt beinahe der Irish-Coffee über, der sich wohl genau so erschrocken hat. „Ja! Herrgott nochmal.“ Oh, je. Jetzt bringt sie auch noch Gott mit ins Spiel. „Ach, Mama.“ sage ich seufzend. „Gott liebt ja alle Menschen. Bedingungslos. Weihnachtslos. Einfach so. Auch mich…“ Da beugt sie sich schnüffelnd vor und fragt leise ob ich betrunken sei, was ich, nach einer kurzen Bedenkzeit, wahrheitsgemäß bejahe. Stimmt. “ Aber warum denn nur? Und das um die Uhrzeit!?“ Sie schnappt merklich nach Luft. „Na, weil ich Urlaub habe und… weil ich Weihnachtlich sein wollte.“ antworte ich kichernd. Ihre Augen werden beinahe genau so schmal wie ihre Lippen, doch sie zieht wortlos von dannen und die Diskussion scheint beendet. Mama 0, Tochter 1. Prost…

Von wegen! Eine Stunde und ein vorgetäuschtes  Ich- geh-mal- eben- unten- die- Wäsche- holen später, steht er plötzlich da. Breit und dämlich grinsend, thront er mitten im Raum. Der Weihnachts Waldo, dieses dämliche Vieh! Sie hat ihn tatsächlich hoch geholt. Von wegen Wäsche! Grimmig und mit geballten Fäusten sehe ich abwechselnd vom WeihnachtsWaldo zur sadistischen Mutter, die jedoch betont konzentriert auf den Bildschirm starrt, wo Andy Borg gerade säuselnd intoniert, dass Zärtlichkeit Zeit brauche und Träume Platz zum fliegen, woraufhin Mama ein leises „hach“ entfährt und sie tatsächlich unkontrolliert nach rechts und links zu wippen beginnt. Donnerwetter. Die Hölle, das sind die anderen. In der Tat… Mama 3, Andy 2, WeihnachtsWaldo 1, Ich… K.O., in der zweiten Runde. Ich muss mich hinlegen, unbedingt. Als ich eine Stunde später zerknirscht erwache blicke ich plötzlich mitten in Waldos treue Augen und schreie auf. Sie hat ihn mir tatsächlich mitten vor das Bett gestellt, Frechheit! Ich will ihn treten, doch irgendwie fehlt mir die Kraft, außerdem tut mir der Kopf weh. Also liege ich eine Zeit lang einfach so da. Matt und zerknirscht sehe ich Waldo an. Waldo sieht mich an. Keiner sagt was, doch seine treu-doofen Augen sprechen Bände. „Bin ich nicht süß. Ich bin Waldo. Bin ich nicht Weihnachtlich. Du musst mich lieb haben. Ja? Hab mich lieb- ja. Weih-nach-ten. Lieb-ja…LIEB.“ –  Ach, halts Maul du, Vieh. Ist ja schon gut. Ja, Ich hab dich lieb…  Alle Jahre wieder. Immer ist es dasselbe. Jedes Jahr verliebe ich mich aufs Neue in den blöden WeihnachtsWaldo, mit seinen treu-doofen Augen. Einen Moment zu lange hineingeblickt, keimt sie plötzlich ganz zart auf, die Weihnachtsstimmung…Man kann ihm einfach nicht entkommen, dem WeihnachtsWaldo. Mama weiß das. Verdammt.

Also schleppe ich mich aus dem Bett und schleife Waldo zurück ins Wohnzimmer, wo er hingehört. „Frieden?“  setze ich an. „Frieden.“ Sie nickt und hält mir lächelnd ein Plätzchen hin. Oh, man… Mama 1, Tochter 1, Waldo 2, Andy…Aus.  Waldo will Weihnachten! Auf der Suche nach dem Geist der Weihnacht… weiterlesen

28 Augüste später… Eine Marktfrau hing im Wetterseil. Schön Blöd.

Oder auch Tellersommermix 2016 

Pizza Mimimi, mit Dinkel-Möhrchenboden, überbackenen Auberginen, Rucola und Walnüssen, dazu eine gefüllte Tomate und ein kleiner Fenchel Melonensalat

Och, nö! Schon wieder Wetter?

Man! Was ist das nur für ein Wetter?

Wetter 2016 – Ich war dabei!

Ach, so langsam reicht’s ja dann auch mit dem Wetter.

Also normal ist das nicht..!

„Wann wird’s mal wieder gar kein Wetter?“ (leise gesummt vom Käse-Andreas)

Und es war Wetter…

***

Liebes Tagebuch,

Heute hatten wir mal wieder Wetter. Ja, ich weiß. Schon wieder!?…Dabei hatten wir doch erst gestern Wetter und vorgestern und den Tag davor ebenfalls. Ich kann es ja selbst kaum glauben! Doch es ist so. Es will einfach nicht aufhören Wetter zu sein und so langsam verzweifle ich daran, denn es wird von Tag zu Tag schlimmer. Ich habe das Gefühl es breitet sich aus. Hatten wir zu Beginn der Woche lediglich ein bisschen Wetter, traf es uns heute mit voller Breitseite. Wir hatten so richtig Wetter. Es ist beängstigend. Selbst die Kunden…Ich höre es an dem Zittern in ihrer Stimme. Sie versuchen das Wetter mit einer flapsigen Bemerkung abzutun, doch in ihren Stimme klingt die Angst. Sie bricht sich durch jede einzelne Gott verdammte Silbe. Die Kunden fürchten das Wetter. Genau wie ich. So, wie wir alle.

Es begann heute morgen ganz früh, viel zu früh und es zog sich durch den gesamten Tag. und selbst jetzt, tief in der Nacht, während ich dir stumm diese Zeilen schreibe, lauert das Wetter vor meinem Fenster. Ich kann es spüren. Es ist da draußen… Es wartet. Aber worauf denn nur? Was will das Wetter von uns? Nadine sagt, dass Wetter sei gekommen um uns zu zermürben. Warum? Na, das sei doch klar. Weil wir es ständig verhöhnt hätten. Niemand von uns habe das Wetter je respektiert. Seine Kunst. Es einfach Wetter sein zu lassen, so wie es wollte. So, wie es sich fühlte… Keine gutes Haar hätten wir je am Wetter gelassen. Nie durfte es so sein wie es wirklich war. Immer hatten wir etwas an ihm auszusetzen… Früher oder später rächt sich so etwas. Da dürfe man sich nicht wundern. Wie dieser Typ, dem sie als Kind immer verboten hatte Comic Bücher zu lesen, der der sich dann später selbst den Namen Dagobert gegeben hatte, um Geld zu erpressen, wirklich viel Geld, wahrscheinlich um sich sämtliche Comicbücher seiner verpassten Kindheit zu kaufen… So richtig geklappt hatte das damals nicht, doch in den kommenden Jahren hatte er ja viel Zeit, um zu lesen. Da waren bestimmt auch Comicbücher dabei. Auch wenn die dann nur geliehen waren. Solche Dinge passieren. Wenn ständig soviel Druck von außen verübt werde, da könne man schon mal durchdrehen… Das Wetter, ein rachedurstiges Mobbingopfer? So richtig plausibel erscheint es mir noch immer nicht, doch wenn ich so aus dem Fenster blicke…Das Wetter. Es ist da. Nach wie vor. Vielleicht werden wir es nie wieder los. Vielleicht wird von nun an jeden Tag Wetter sein. Die Möglichkeit besteht. Vielleicht wird es Zeit sich damit abzufinden. Irgendwie müssen wir ja versuchen unser Leben unabhängig vom Wetter zu leben. Doch, wie nur? Wir müssen einen Weg finden…

Jenny


Nachtrag, 06.08. 2016

Das Wetter, es ist tatsächlich geblieben. Der alte Herr T. vom Büdchen hatte es gewusst. Er hatte es bereits vergangene Woche gewusst und er sagte es mir und dabei hat er dann so komisch gelächelt. Er sagte, ob Sonne oder Regenwetter. Eines ist gewiss. Auch morgen wird wieder Wetter…

Seine Worte hatten etwas endgültiges gleichzeitig aber lag in ihnen etwas seltsam beruhigendes, eine unbestimmte Sicherheit, die ich noch nicht greifen konnte. Kurz danach veränderte sich alles. Die Worte des alten Herrn T. hallten durch meinen Kopf, wieder und wieder flossen sie gleichmäßig durch meine Wetter-getrübte Gehirnsuppe und plötzlich klärten sich die Dinge. Herrn T.s Worte hatten wie ein Gehirnfilter gewirkt. Der Nebel hatte sich gelichtet. Ich trat in die Küche. Ich fing an zu hantieren. Ich vergaß sogar, dass Wetter war. Herrn T.’s Worte hatte mich gerettet…

Zum Wetterunabhängigen Rezept: 28 Augüste später… Eine Marktfrau hing im Wetterseil. Schön Blöd. weiterlesen

Pizza „Mimit“ oder auch: Ich kann das loslassen.

Pikant. Cremig & knusprig. Pizza mit Aubergine, Zwiebeln und mit Humus überbacken. Dadurch, dass die Auberginen-Scheiben vor dem backen mit Humus bestrichen werden, können sie einfach roh mit in den Ofen geschoben werden. 

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Einfache Mini Thai Pizzen mit Dinkel Buchweizenboden & Cashew Hefeschmelz

 

 

Kaum zu glauben. Nach all den Jahren…Mein erster Hefeschmelz und überhaupt erst das zweite Mal, das ich Pizza selber mache. So lecker! Und so hübsch. Ich glaube, ich könnte ein ganzes Album aus den Fotos zusammen basteln. 😀 So viele Fotos habe ich noch nie gemacht. Den Boden habe ich aus Dinkel- und Buchweizenmehl hergestellt. Ich liebe den herzhaften und würzigen Geschmack von Buchweizen. Statt Tomatensauce habe ich Thai Currypaste auf die Böden gestrichen. Einfache Mini Thai Pizzen mit Dinkel Buchweizenboden & Cashew Hefeschmelz weiterlesen