Schlagwort-Archive: Smoothies

– Hoffest 2016 – Welcome to Nutbush City Limits

Wo Mixer explodieren, Glücksräder florieren, derweil die Luft, erfüllt vom leisen Surren der Bienen sich allmählich mischt mit dem süßen Duft von dampfenden Waffeln. Wo Kuchen und Torten in ganzen Scharen vorbeiziehen, während der Regen sich sanft durch die Dämmerung bricht, um die Gräser zum großen Ereignis wach zu kitzeln… Ja, wo die Ziegen widerwillig und gähnend ein Auge auf tun. Ungläubig. Na, wer hat denn da so früh schon die Hühner raus gelassen! So ein Krach. Am frühen Morgen. Tzzz… Rot-wangig, schleppen, ziehen und karren sie Gegenstände umher. Und jetzt krähen sie auch noch! -Irene! -Renate!.. -Frau Wioletta? … Haci …Hast du Haci gesehen!?? Wo ist denn schon wieder die Tischrolle??? -Und natürlich: Heinz! Wo ist denn eigentlich Hei-inz!!!? Nein, so eine Ziege hat es manchmal wirklich nicht leicht, denn 

Wo all dies auf einmal geschieht und das in der Dämmerung eines herkömmlich durchwachsenen Sonntag morgens, da kann es sich nur um einen Tag im Jahr handeln. Den Hoffest Tag.

Jep. Der Biohof Bursch (und Freunde) hatten, wie jedes zweite Jahr nach Norden, Süden, Westen und Osten ausgeschickt. Groß und Klein, verlasst die Städte und tretet ein, Verweilt, nur einen Moment oder zwei und lasst euch verzaubern von unserem kleinen Biobü. Und Sie kamen! Dem Wetter zum trotz kamen sie und sie füllten unseren Hof mit Leben, mit Lachen. Sie warfen neugierige Blicke in die Folientunnel. Sie genossen. Sie staunten, wie man wohl nur in Biobü staunen kann. Sie kamen und sie gingen, doch wenn sie gingen dann nahmen sie ein Stück Biobu mit sich und trugen es in die hektischen Städte hinein. – Hoffest 2016 – Welcome to Nutbush City Limits weiterlesen

Red Shot. Dornröschen Schlaf

Wie Seelenruhig einschlafen, wenn im Hintergrund die halbe Menschheit ausgerottet wird? Darauf wusste ich keine Antwort. Ich wälzte mich unruhig im Bett hin und her, während hinter mir die Welt zu Grunde ging. Einer um dem Anderen verschwanden sie. Unbarmherzig wurden sie zurück gelassen, fanden letztendlich den ewigen Schlaf, denn es gab kein entkommen. Ein bisschen Schlaf hätte ich auch gern gefunden, doch ich stand ja nicht mal im Drehbuch. Die Marktfrau steht nie im Drehbuch und falls doch, dann taucht sie höchstens im Hintergrund auf, um hoch konzentriert und so natürlich wie möglich am Blumen Arrangement herum zu nesteln oder so. Hätte ich in jener Nacht im Drehbuch gestanden wäre ich wahrscheinlich eine der Ersten gewesen, die zum Zombie mutiert wären und wahrscheinlich hätte ich davor nicht mal ein läppsches Lauf! oder Oh, mein Gott! Wir werden alle sterben! von mir geben dürfen. Ich hätte einfach stumm abtreten müssen. Vielleicht hätte ich ja wenigstens ein bisschen röcheln und/ oder sabbern dürfen… Ich finde das nicht gerecht. Ein schlichtes Frau Stöcker, ist ihnen heute nicht gut?, bevor die alte Frau Stöcker tollwütig, zitternd ihre Gehhilfe zur Seite schmeißt und mit einem Satz erst auf der Theke und kurz darauf an meinem Gehirn hängt, das wäre schon schön. Wenn man denn unbedingt infiziert werden und in Folge dessen mutieren muss, dann doch bitte mit einem Minimum an Stil und hörbarer Artikulation. Ich finde ich hätte da ein Recht auf ein paar letzte Worte . Red Shot. Dornröschen Schlaf weiterlesen

Frühlingserwachen 2016/Teil 3: Von kleinen Hexen und großen Zauberern

 

Der Mann erwies sich als äußerst geduldig.

Er fragte ob er in fünf Minuten noch Mal wieder kommen solle ob ich dann soweit sei? Ich nickte dankbar und flizte los, denn mir fehlten noch Agavendicksaft und Eis für die Smoothies. Unterwegs traf ich auf Frau Wioletta. Ich berichtete von dem Rübstiel Problem. Rucola? antwortete sie prompt, worauf hin ich ihr glücklich und dankbar in die Arme fiel. Ja, Rucola war eine tolle Idee.

Fünf Minuten später bekam der Mann seine grüne Ladynun mit Rucola statt mit Rübstiel. Wider aller Gewohnheit gab ich den Smoothie raus, ohne ihn vorher probiert zu haben. Es war eine Sekunden Entscheidung. Ich dachte, nein, wenn du das jetzt probierst wirst du eh nicht zufrieden sein, egal wie gut er schmeckt. Tatsächlich probierte ich meinen ersten Smoothie erst nachmittags um fünf. Da waren die Besucher bereits gegangen. Es war natürlich die grüne Lady. Die, mit der alles angefangen hatte. Und, was soll ich sagen!? Sie hat mir geschmeckt. Der geduldige Mann fand seinen Smoothie jedenfalls lecker, was mein ursprüngliches Lächeln zu einem breiten Grinsen anschwellen ließ. Und es hielt an, das Grinsen, nicht bloß bei mir. Frühlingserwachen 2016/Teil 3: Von kleinen Hexen und großen Zauberern weiterlesen

Frühlingserwachen 2016/Teil 2: Magische Momente

Es gibt sie. Diese Tage. Es gibt Tage, da wachst du morgens auf, du spürst ein unangenehmes Ziehen in der Magen Gegend. Es folgt ein Seufzer. Er kommt von Herzen. Ein kurzer Blick auf die Uhr und du rollst dich trotzig wieder zusammen, ziehst die die Bettdecke über den Kopf. Am liebsten möchtest du für immer hier, in der Geborgenheit der Kissen, versinken. Zumindest bis Montag. Der Sonntag macht’s möglich! Frühlingserwachen 2016/Teil 2: Magische Momente weiterlesen

Frühlingserwachen 2016/Teil 1: Zauberhafte Ereignisse

Aus den geheimen M. Akten 

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Vergangenen Sonntag erklärte das Vorgebirge den Frühling offiziell für eröffnet. Dem Wetter zum trotz. Wir sprechen hier immerhin vom Vorgebirge. Das Vorgebirge lässt sich von Dinge wie läpschen schlecht Wettervorhersagen nicht von seinen Plänen abbringen. Schlechtes Wetter? Da wird nur schwach abgewunken. Wenn das Vorgebirge den Frühling eröffnen will, wenn sich die umliegenden Höfe aus gegebenem Anlass sogar extra gemeinschaftlich zusammen geschlossen haben, dann wird der Frühling eröffnet. Komme was da wolle. Dunkle Wolken haben da keinerlei Mitspracherecht. Die Vorgebirgler vertrauen, da ganz auf ihr Glück, auf ihr Glück und auf ihre Regen dichten Scheunen. Frühlingserwachen 2016/Teil 1: Zauberhafte Ereignisse weiterlesen

Wie ich lernte den ordinären Smoothie zu lieben

Smooothies. 

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Eine tolle Erfindung. Als Marktfrau aus Leidenschaft bin ich ja meistens schon ziemlich früh auf den Beinen. Der Wecker klingelt normalerweise zwischen vier und fünf. Ich müsste nicht immer so früh aufstehen aber ich mag es nun mal entspannt in den Tag zu starten und nicht direkt vom Bett zur Arbeit hetzen zu müssen. Da stehe ich gerne etwas früher für auf. Allerdings bekomme ich um diese Uhrzeit keinen Bissen runter. Ich habe das tatsächlich mal versucht aber es gibt wenig ekelhafteres als sich selbst Zwangs zu füttern. Wo bleibt denn da der Genuss? Ausprobiert und schnell wieder abgehakt. Ich brauche erst meine paar Tassen Kaffee und mindestens nen Liter Wasser, um in Schwung zu kommen. Bis ich dann mal annähernd so etwas wie Hunger verspüre, sitze ich entweder bereits im Bus oder bin schon mitten bei der Arbeit. Dort ist es meist von Anfang an ziemlich wuselig. Wir treffen uns auf dem Marktplatz und fangen direkt damit an unseren Stand aufzubauen. Da fehlt mir die Zeit und vor allem die Ruhe um ausgiebig zu Frühstücken. Meine Kollegen fänden das wohl auch nicht so witzig, wenn ich mich da erst mal ins Eckchen setzen würde (aber die Gesichter möchte ich gerne mal sehen)…Ja, Schande über mein Haupt aber tatsächlich, da brauche ich dann halt „Energy to Go“ und kein entspanntes Frühstücksbuffet. Da will ich einfach nen richtig leckeren Smoothie…

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Ananas, Zitrone, Minze

Vor und zu Beginn meiner Marktkarriere habe ich wegen meiner morgentlichen Essens Unlust, oftmals bis zum Abend, wenig bis gar nichts gegessen und mich den ganzen Tag über mit Kippen, Kaffee, Milch und Zucker über Wasser gehalten. Da ist man immer irgendwie gesättigt, zumindest unterdrückt man so sein Hungergefühl. Ich bin da oftmals nicht raus gekommen. Ich konnte mich zwischendurch einfach nicht entspannen und mir fehlte über den Tag die innere Ruhe, um etwas Richtiges zu Essen. Also snackte ich nur. Und natürlich nur vom besten, wie man lesen kann.  Zwischendurch gab es außerdem vielleicht mal ein Stück Apfel oder Birne, eher Schokolade oder Kaffeekekse. Abends habe ich dann natürlich ordentlich rein gehauen, aufzuholen. Danach war ich tot und bin vollgefressen ins Bett gefallen. Kein Wunder das man da morgens keinen Hunger hat. Aus dem Bett kommt man da meistens auch nicht so gut. Bock zur Schule, Uni oder Arbeit zu gehen hat man da auch nicht so richtig Plus unzähliger anderer, unangenehmer kleinerer und größerer Begleiterscheinungen, die solch eine „Ernährungsweise“ mit sich bringt. Wenn ich so darüber nachdenke… ging das wohl zehn Jahre so… Man könnte sagen, meine kompletten Zwanziger hindurch habe ich mich tagsüber echt scheiße ernährt. Dabei war ich immer trotzdem schlank. Wahrscheinlich weil ich mir Abends, anders als tagsüber oft richtig Zeit genommen habe mir oder Phasenweise auch mal uns, was richtig leckeres zu kochen und, das dann sogar mit Salat und Gemüse. Immerhin. Zum Dessert gab es dann trotzdem ein bis zwei Tafeln Schokolade oder kennt ihr diese XXL Tafeln von Milka, mit Keks. Die hab ich auf einmal geschafft. ja, ja. So war das damals.

Dann ging mein damaliger Freund. Mein Held, dachte ich. Alles wurde noch schlimmer. Die Welt wurde zunehmend düsterer. Kurz um, Alles war Kacke. ich war Kacke aber so richtig. Ja, und dann, ja dann kam der BioHof. Zufall? Wer weiß. Meine kleine BioFamilie, von der ich soviel lernte und noch immer lerne. Neue Menschen, neue Ansichten, neue Lebensentwürfe. Das Leben veränderte sich. Nicht von heute auf morgen aber nach und nach…Aber ich merke, ich schweife ab.

Um es auf den Punkt zu bringen. Heute mache ich mir am Abend zuvor oder wenn die Zeit es zulässt auch morgens frisch ( ganz zur Freude meiner Nachbarn) einen bis anderthalb Liter Smoothie und den trinke ich dann auf dem Weg zur und bei der Arbeit. Zwischendurch halt. Das funktioniert wunderbar. Ich bin den ganzen Arbeitstag über fit, auch geistig. Ich trinke weniger Kaffee, rauche viel weniger, Zucker und Kuh-Milch brauche ich eh nicht mehr und ausgeglichener und beschwingt bin ich meist sowie so. Das klingt jetzt nach „Mal eben so. Alles ändert sich“. Das stimmt nicht. Tatsächlich war es langer Lernprozess Prozess, der einige Sommer und Winter lang gedauert hat, bis es vor allem im Kopf klick gemacht hat, bis ich mir gesagt habe: Ich will! auf mich achten. ich will! diesen Job hier fünf Tage die Woche, zu jeder Jahreszeit, nicht nur durchziehen können sondern ich will! hundert Prozent geben können mit Freude und Energie, und das auch über die Arbeit hinaus. Ich will nicht mein halbes Leben Müde und depressiv im Bett liegen nachdem ich mich gerade so durch den Tag geschleppt habe. Von der Erkenntnis bis zur Umsetzung hat es auch nochmal einiges an Geduld und wildem rumprobieren gebraucht…Aber wenn es einmal läuft, dann läuft’s. Dann gibt es Schlenker und Sackgassen aber mit dem Ziel vor Augen geht es stetig voran. Sobald man die ersten Verbesserungen an sich spürt und merkt das die Freundlichkeit auf der Arbeit nicht nur professioneller Natur ist sondern, dass sie echt ist und von Herzen kommt, da gerät es zum Selbstläufer. Ich würde das mal Selbstmotivation nennen.

Das Schöne ist: Niemand ist perfekt. Auch heute gibt es immer wieder mal Tage an denen ich keinen Bock oder keine Zeit habe zu frühstücken, sei es flüssig oder fest und ja, dann esse ich bis Mittag mal nichts oder viel zu wenig. Das wundervolle jedoch ist. Wenn man generell anfängt auf sich zu achten, wenn sich selbst und den eigenen Körper mit Liebe behandelt, dann ist es egal. Der Körper, wie auch der Geist, sind mitfühlende Wesen. Sie sind nachsichtig und sie verzeihen. Sie gehen trotzdem mit, so dass man auch solche Tage voller Freude und Energie erleben darf. Achtsame Ernährung ist nämlich etwas langfristiges. Klingt komisch, ist aber so.

So manch ein Arbeitskollege mag dem gemeinen Smoothie gegenüber eher abgeneigt sein. Man verlerne das kauen. Hm, essen und essen lassen, denke ich da. Für mich funktioniert die Smoothie Spritze ganz wunderbar und kauen finde ich tue ich trotzdem noch mehr als genug…

 

Am Anfang waren meine Smoothies ganz schön „wild“, wie ein Arbeitskollege einmal anmerkte. Ich hab nämlich einfach alles zusammengewürfelt, was ich gerade so da hatte. Je mehr desto besser. Bananen, Zucchini, Äpfel, Birnen, Orangen, Salat, Agavensirup, Datteln, ein Spritzer Wasser und das alles in Einem! Smoothie. Puh. Egal, ich hab mich großartig damit gefühlt. Immerhin, Frühstück. Lecker war es jedesmal. Klar, war ja immer schön süß. Nach spätestens einer viertel Stunde hatte ich anderthalb Liter gnadenlos verputzt. Hui. Nach und nach änderten sich jedoch auch die übrigen Essgewohnheiten und mit ihnen veränderte sich auch die Zusammensetzung der Smoothies. Ich wollte nicht mehr bloß einen süßen Einheitsbrei, möglichst schnell, in mich hineinkippen. Wo blieb da der Genuss? Ich wollte die einzelnen Komponenten herausschmecken können… Heute mag ich es, von der Mischung her, lieber etwas moderater und von der Konsistenz her eher…fluffig. Manchmal passiere ich den Smoothie, nach dem Mixen, durch ein Feinmaschiges Sieb und dann hab ich nen leckeren Saft. Ich hab zwar eigentlich nen Entsafter…aber der ist irgendwie mehr Deko. Wie war das? Die einfachsten Dinge…und so 😉