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Matcha Milchbrötchen.

Fluffig süße und buttrige vegane Milchbrötchen, wie Milchhörnchen. Mit Vanille, Zimt und dieser ganz speziellen grünen Matcha Note. So was kann man echt nicht kaufen. Da muss man schon selber ran oder mit einem hübschen Bäcker verheiratet sein. Im Idealfall beides.

 

Und Jetzt sitze ich hier, wie ein Schneiderlein, frisch geduscht und mit Turban – einen Apfel kauend und weiß ausnahmsweise mal gar nicht so recht, wie ich anfangen soll… Die letzten Tage sind nur so an mir vorbei gerast. Kennt ihr das, manchmal hat man Phasen in denen man Tagelang das gleiche essen könnte. Kiloweise Brokkoli, Pizza oder z.B. Pfannkuchen mit Zimt und Apfelmus. Man bekommt einfach nicht genug davon. Bei mir ist das gerade mit dem Hefeteig so. Ich könnte den ganzen Tag mit backen verbringen,

 

vergesse dabei alles um mich herum und plötzlich ist es wieder dunkel, backen, arbeiten, weiter backen und schon wieder aufstehen.

 

So vergehen die Tage und am Rande bekommt man dann noch irgendwie mit, wie die Menschen um einen herum plötzlich komisch verändert wirken, bunte Fetzen und seltsame Hüte zur Schau stellen. Sie schwingen und singen in alle Richtungen. Es regnet bunte Papierfetzen. Aus den Lautsprechern dröhnen Texte im 10/4 Takt und künden von Leben in einer neuen Welt, in der Menschen ziemlich viel Durst haben (das finde ich schon gut – trinken ist wichtig) und weiterziehen, an einen Ort von dem ich allerdings keine Ahnung habe, den man anscheinend aber nur erreichen kann, wenn man die Hände hoch, über den Kopf, hebt. Hm. Ja … Plötzlich ist alles anders, bunter, zuckrig und süß. Alkoholisch. Und ich merke, es kann jeden treffen, denn selbst Frau B. trägt heute Hütchen. Frau B… Hhhalaaf!  – lallt sie mir im vorbeigehen zu. Ich lächle höflich, frage mich aber gleichzeitig, wie lange ich eigentlich weg war – so geistig, so mitten im Backdelirium steckend, dass es möglich war, dass sich die Welt sich so schnell, so entwickeln konnte?

Meine Kollegin ist jetzt eine Erdbeere. Sagt sie. Ja, da sei sie sich ganz sicher.

Ich akzeptiere das, denn ich mag sie und ich finde, jeder sollte im Leben der sein können, der er sein will – Frei. Unabhängig. Eine Erdbeere.

 

Zumal, die Perücke steht ihr wirklich ganz ausgezeichnet. Eine Kundin bestätigt das und fragt, ob sie die Haare jetzt nicht immer so tragen wolle. Recht hat sie! Hübsches Mädel, denke ich und greif mir noch nen Muzen. Wir schnacken noch ein wenig mit der Kundin, die kein Hütchen trägt. 11.11 Uhr, da haben wir an unserem Marktstand auf einmal ganz viel Zeit. Also verteilen wir ein paar Quarkbällchen an die vorbei-schunkelnde Menschen und beobachten wie sie singend in das neue Paradies einziehen oder das, was sie dafür halten. Das wichtigste ist doch, diese Menschen haben Spaß. Lebensfreude.

Vielleicht ist in dieser seltsamen neuen Welt ja doch nicht alles schlecht.

Doch, als ich kurz darauf nach Hause eile, mir der Wind dabei immer wieder eisig durchs Haar fährt und ich die Welt im Spiegel unzähliger, unter mir knirschender Glasscherben betrachte, da wünsche ich mich dann doch ganz schnell in meine ruhige, kleine Backstube zurück, dahin, wo die Schluffen stehen, dort wo es nach Heizungs- Wärme, nach Zuckerbäckerei, duftet. Dort wo jecke Gespräche auf eine ganz andere Art statt finden, wo ich rollen und kneten kann, während mich die leisen und sanften Klänge einer längst vergangenen Zeit einlullen und das ist dann mein Paradies. Ich liebe es.

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